Verfasst am: 04.12.2006, 00:13 Titel: Wir sind wieder zu Hause (lang!)
Hallo!
Wir sind wieder zu Hause!
Aber erstnal von vorne!
Am vergangenen Sonntag sind wir nach Trier ins Brüderkrankenhaus gefahren. Wir bekamen ein tolles Zimmer, die Schwestern waren sehr nett und kurz nach unserer Ankunft kam eine Anästhesistin um mit uns die Aufklärung durchzugehen. Sie war sehr nett und entschuldigte sich mehrfach dafür, dass es etwas gedauert hätte, aber sie hätte alle Berichte erstmal gelesen und wäre erstaunt wie gut es Felicitas unter den Umständen gehen würde. Sie schlug uns noch vor eine Endokarditispropylaxe durchzuführen (Einmalgabe vor der OP, Indikation für Haut). Wir stimmten zu. Danach stand noch ein Termin beim diensthabenden Augenarzt an. Wir gingen früh schlafen. Für die Anästesie leider zu früh. Daher erfuhr ich um drei Uhr morgens von der Nachtschwester beim Milcherwärmen (für Felicitas letzte Flasche vor der OP), dass die Ärzte entschieden hätten Felicitas nach der OP für 24 Stunden ins Krankenhaus "Mutterhaus der Borromäerinnen" auf die Kinderintensiv zwecks vorsorglicher Überwachung zu verlegen. Im ersten Moment schoss mir in dieser frühen Morgenstunde nur durch den Kopf: Mist nochmal umziehen!. Doch nach zwei Minuten war ich begeistert, wie fürsorglich und vorausschauend die Ärzte doch sind und nichts riskieren wollen.
Am Montag ging es dann um kurz vor 09:00 Uhr zum OP. Felicitas hat vorher noch ein "Zauberpflaster" auf die Stelle bekommen, wo der Zugang gelegt werden sollte (rechter Fuss) und zur Beruhigung und Einschlafen Chloralhydrat. Dies hat eigentlich immer gut gewirkt....nur leider an diesem Morgen nicht. Als wir Felicitas an der Schleuse übergaben, brüllte die sich die Seele aus dem Leib, was Andreas und mir die Situation nicht gerade leichter machte. Die Ärzte waren auch ziemlich von der Rolle, hatte sie doch mit einer solchen Reaktion nicht gerechnet. Operiert wurde sie von Dr. Press und Dr. Wolf, Dr. Chefarzt Dr. Deller hat die Anästhesie durchgeführt.
Um 11:00 Uhr kam dann der erlösende Anruf auf der Station (wir waren in der Zwischenzeit in der KH-Kirche gewesen Kerzen anzünden, für Felicitas und alle Kinder, die auch operiert wurden, beten und anschliessend frühstücken). Wir durften in den Aufwachraum, wo uns Dr. Deller kurz über den Verlauf der OP berichtete. Alles war trotz Startschwierigkeiten gut verlaufen und Felicitas Sättigung war konstant bei 82% ohne Zugabe von Sauerstoff. Der Anblick unserer Maus war auch nicht so schlimm, wie bei den Herz-OPs. Die Augen waren stark geschwollen und das linke blutete noch etwas. Felicitas, die gerade aufwachte, wollte ihre Augen immer reiben, was das Bluten natürlich noch verstärkte. Um kurz vor 12:00h fuhr ich mit Felicitas und der netten Anästesistein vom Vortag im Krankenwagen ins andere Krankenhaus. Kaum auf der Intensiv angekommen hiess es für mich warten, auf Andreas, der im Auto mitsamt meinen Sachen hinterher fuhr, und zu Felicitas zu dürfen. Doch die Stationsleiterin sorgte dafür, dass mir die Zeit nicht zu lang dauerte und versorgte mich mit einem großen Becher Tee. Andreas wurde nach seiner Ankunft erstmal zur Anmeldung geschickt und dann durften wir zu unserer Maus. Diese war bereits richtig munter und setzte sich hin. Um 14:30h verliessen wir die Station, Felicitas sollte schlafen. Ich durfte die Nacht zwar nicht auf der Station verbringen, aber man hatte mich in der Elternwohnung der Villa Kunterbunt einquatiert. Ich bezog mein Zimmer und danach gingen Andreas und ich mehr als gelöst Mittagessen. Danach suchten wir ein Internetcafe und verschickten die ersten Mails. Nach ihrem Mittagschlaf war Felicitas so aufgekratzt und hungrig, dass sie erstmal ihre Düsis in rauen Mengen verdrückte. Wir liessen sie. Beim Abendessen schlug sie auch zu. damit hatten wir garnicht gerechnet. Dann besuchte uns noch Dr. Wolf, welche mit operiert hatte, um sich nach Felicitas Befinden zu erkunden und uns noch weiteres über die OP zu berichten. Er war sehr zufrieden mit Felicitas und berichtete, dass sein Chef Dr. Press mehr Muskelstrukturen gefunden hatte als erhofft und sie guter Hoffnung seinen, mehr als 2mm Lidöffnung geschafft zu haben. Jedoch müssten wir noch abwarten. Eventuell sei eine Korrektur-OP in 3 Tagen von Nöten, so dass der Zugang noch bleiben müssen. Wir waren froh! Nur Felicitas nicht, die wollte partout nicht einschlafen. Zum Schluss gaben die Ärzte ihr ein leichtes Schlafmittel, da Felicitas Sättigung durch die Brüllerei ständig fiel. Die Harnausscheidung machte den Ärzten auch Kummer, doch nach zwei Gaben Lasix, lief wieder alles, wie es sollte. So konnten wir Dienstag mittag wieder zurückverlegt werden.
Unser Tagesablauf sah dann wie folgt aus. Wecken um 08:00h, Fiebermessen, wiegen, waschen, anziehen, INR-messen, Clexane spritzen, frühstücken, Felicitas abhalten zu laufen, spielen, Visite, Mittagessen, Mittagsschlaf, Chefarztvisite, Abendessen, ausziehen, schlafen. Am Donnerstag erklärte uns der Chefarzt, dass wir am Freitag entlassen würden und dass nun der Zugang rauskäme! Razz Razz Jedoch mussten wir am Freitag bis 12:30h warten, bis wir die Papiere bekamen. Kaum entlassen haben wir uns erstmal den Trierer Weihnachtsmarkt angesehen und sind dann in Ruhe zu Freunden nach Kröv/Mosel gefahren. Heute nachmittag sind wir dann nach Hause gefahren.
Bislang sind wir sehr zufrieden. Felicitas hat keine Nebenwirkungen oder Komplikationen bekommen und musste nicht nachoperiert werden. Die Schwellungen nehmen langsam ab und auch die Blutergüsse verschinden so langsam. Leider kann Felicitas im Moment nicht gut schlafen. Sie kann nicht alleine einschlafen und schreckt nachts oft hoch, ohne Orientrierung und lässt sich kaum beruhigen. Wir vermuten, dass sie den Stress und die OP verarbeitet. Sie tut uns so leid, da wir ihr nicht helfen können. Zum Glück hat Andreas noch eine Woche Urlaub.
So, ich kann nicht mehr. Fotos folgen, wenn Felicitas mal die Augen beim Fotografieren auflässt! Ach ja, bevor ich es vergessen.... die Augen gehen trotz Schwellung schon weiter auf! Vor allem das rechte!!!
LG CLaudia _________________ Felicitas *01.09.2004 - +02.04.2007 (BPES, HLHS)
Liebe Claudia,
vor kurzem habe ich eure ganze Geschichte gelesen und bin jetzt hocherfreut, dass die OP so gut gelaufen ist.
Und das rechte Auge- super!!
Sagt Felizitas etwas, ob sie jetzt besser sehen kann?
LG Christine _________________ Christine 64, F 65, C 92, A 95, O 96(Asperger Autist), J 98 & Philipp 01 (frühkindlicher Autismus, Sprachbeginn mit 4 1/2, noch immer 1-2 Wort Sätze, Microdeletion 22q13.33 Phelan Mc Dermid Syndrom)
unsere Vorstellung http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewt.....3943&highlight=#73943
Leider spricht Felicitas kaum. Aber wir nehmen es an. Sie nimmt beim Schauen nicht mehr so häufig den Kopf hoch und schaut "gerade aus".
Leider haben wir erst am 03. Januar einen Termin bei ihrer Augenärztin bekommen, so dass wir dann durch eine neue Augenuntersuchung hoffentlich auch neue Ergebnisse bekommen werden. Da heute die Termine für die Frühförderung abgesagt wurden, hoffe ich einen früheren Termin noch in diesem Jahr zu bekommen.
Vielen Dank!
Claudia _________________ Felicitas *01.09.2004 - +02.04.2007 (BPES, HLHS)
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