Verfasst am: 17.11.2006, 16:10 Titel: Rechtsanwalt und Fachanwalt für Sozialrecht in Göttingen
Hallo,
mein Name ist Karsten Beinhorn. Ich bin Rechtsanwalt und Fachanwalt für Sozialrecht in Göttingen. Auf dieses Forum bin ich gestoßen, da ich einen Weg suchte ein bestimmtes Thema an die Betroffenen zu vermitteln (Pflegestufe für behinderte Kinder, Neue Richtlinien für die Gutachter des MDK = http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic16354-0-asc-30.html). Mehr über mich auf meiner Homepage www.beinhorn.de.
Ich werde versuchen insbesondere unter dem Thema "Rechtliches (Krankenvers., Pflegegeld etc.)" etwas beizutragen. _________________ Karsten Beinhorn, Fachanwalt für Sozialrecht
Kanzlei für Arbeits- und Sozialrecht
Göttingen, www.beinhorn.de,mail@beinhorn.de
Trotz gewissenhafter Bearbeitung aller Beiträge kann eine Haftung für deren Inhalt nicht übernommen werden.
Pflichtangaben gemäß § 6 Teledienstegesetz: http://www.beinhorn.de/de/imprint.html
herzlich willkommen im Forum. Wir hatten uns ja schon augetauscht. Bleibt zu hoffen, dass die Gerichte dein Anliegen positiv bescheiden, denn es ist ja in unserem ureigenen Interesse.
Ich finde es bemerkenswert, wenn Anwälte auch mal neue Wege beschreiten und damit vielleicht vielen Hilfebedürftigen eine Möglichkeit eröffnen, ihre Ansprüche geltend zu machen. Diese Absicht ist alle Ehre wert.
LG Michael _________________ Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2
"Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."
(Martin Luther King)
Hallo Karsten,
auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum und gutes Gelingen für deinen offensiven Ansatz in Sachen Pflegeversicherung!
Ich hoffe, es wird dir so ergehen wie mir - überrascht zum einen über die wirklich nette Umgangsform hier im Forum und zum anderen über diese Fülle an Wissen, die sich hier versammelt hat...
Viel Spaß noch! Ulrike
Hallo Karsten!
Ich hätte da mal eine Frage:
Ich habe eine schwere Tetraspastik und benötige jedes Jahr eine Reha von mind. 6 Wochen.
Bisher hatte ich in diesem Zusammenhang keine Probleme. Meine Krankenkasse zeigte sich verständnisvoll und bewilligte 4 Wochen, ich bekam dann vom MDK, der für die Reha-Klinik zuständig war, meist noch die von den Ärzten verordneten 2 Wochen Verlängerung. 2006 lehnte der MDK in Kassel, wohl ein neuer, da neu zusammengeschlossen wurde, die zwei Wochen ab, mit Begründung, es wäre ja nicht so schlimm und bei mir wäre kein Reha-Potential mehr vorhanden. Darauf hin habe ich dann, weil mir das so wichtig war, noch 10 Tage selbst bezahlt, nachdem die Widersprüche auf die Ablehnung der Verlängerung ebenfalls gescheitert sind. Meine Krankenkasse teilte mit, dass die Verlängerung nicht bewilligt und der Widerspruch fruchtlos gewesen seien, ich bekam aber nie ein Schreiben, in dem der Rechtsbehelf " gegen diesen Bescheid können Sie Klage erheben" stand.
Für 2007 wurde jetzt die Reha wieder bewilligt. Um mich zu informieren wie ich mich im Falle einer Wiederholung des Desasters (also Ablehnung der Verlängerung)
2007 verhalten sollte, suchte ich einen Anwalt auf, dem der Umstand, dass der Rechtsbehelf "Klage erheben" in keinem der Schreibenn der Krankenkasse von 2006 stand, schon komisch vorkam und nicht rechtens sei. Er versucht nun, die mir entstandenen Kosten von der Kasse zurück zufordern. Noch von 2006, da das Verfahren ja noch nicht beendet ist. Er wollte auch mal wissen, wie die Kasse darauf reagiert.
Ich wollte mich nur erkundigen, was ich tun soll, wenn 2007 wieder die Verlängerung
abgelehnt wird und die Widersprüche scheitern.
Jetzt rief mich gestern die Krankenkasse an, hat zudem noch einen Mitarbeiter der
Pflegekasse vorgeschoben, mit dem ich sehr sehr gut klar komme, und ließ mir mit-
teilen, dass es schwere Folgen für mich haben könnte, wenn ich auf der Forderung
der Rückzahlung des Geldes beharren würde, dass man mir dann eventuell für
nächstes Jahr keine Reha mehr geben würde, dass dann auch der MDK bei uns nicht
mehr auf meiner Seite sei. Und dafür benutzen die noch jemanden, der mit der
Sache Reha gar nichts mehr zu tun hat, sondern in der Pflegekasse ist. Ich habe
dcoh ziemlich Angst bekommen!
Wie stark sind denn die Anwälte von solchen Krankenkassen überhaupt? Habe ich
mit meinem Anwalt überhaupt eine Chance?
Ich meine, wenn ich 2007 wieder keine Verlängerung kriege, muss ich doch sowieso
klagen!
Wie stark sind diese Krankenkassen-Anwälte eigentlich wirklich? Was ist mit solchen
Drohungen? Dürfen die sowas überhaupt ?
Und wie sieht das überhaupt mit den Chancen vor Gericht aus? Kommt so eine kleine
Versicherte Tetraspastikerin überhaupt gegen die Kasse an? Und was ist, wenn ich
dann doch gewinne? Können die mich dann trotzdem noch fertig machen?
Ich komme mir richtig mies vor, wie bei der Maffia!
Der Mensch von der Pflegekasse will den Herren der Reha-Abteilung jetzt noch einmal erklären, was mein Ziel ist, nämlich in Ruhe in die Reha zu fahren, und will
sich dann noch mal melden.
Was sage ich dann meinem Anwalt? Sollte ich ihn von diesem "Vorschieben eines
Kollegen" und den Drohungen in Kenntnis setzen?
Meine Hauptfragen sind aber nach wie vor: Wie stark sind die Anwälte der Kranken-
kassen wirklich? Und hat man als kranker Mensch eine Chance so einen Prozess zu
gewinnen?
Deine Schilderung hat mich total erschüttert. Dieses Verhalten Deiner Krankankasse ist unsäglich. Und da Du ja eh schon in Kontakt mit einem Anwalt stehst, würde ich dem das sofort mitteilen. Und natürlich haben auch "kleine Versicherte" eine Chance ihre Rechte bei der Krankenkasse durchzusetzen.
Ich hoffe, Beinhorn antwortet Dir auch noch!
LG Rachael _________________ Florian (*04/2002): Pitt Hopkins Syndrom; ein fröhliches Schulkind mit dem Schalk im Nacken , Felix (*6/2008).
ich schließe mich Rachael an. Einschüchtern ist genau das, was sie wollen. Lass es nicht zu!
LG
Nellie _________________ Linn *2004, Intensivkind mit schwerster Mehrfachbehinderung durch eine Gehirnfehlbildung namens pontocerebelläre Hypoplasie Typ 2a (PCH 2a), Sondenkind mit Button, Epilepsie, Tracheostoma, nachts beatmet, schwere Wahrnehmungsstörung und ein zauberhafter roter Lockenkopf mit festem Willen und Ann *06/09, fröhliche Minimaus --> unsere Vorstellung und --> Bilder von uns
Hallo Rachael,
vielen Dank für Deine liebe Nachricht.
Natürlich werde ich meinen Anwalt davon in Kenntnis setzen.
Das schlimmste an der Sache ist für mich: Die von der Reha-Abteilung haben den
Mitarbeiter von der Pflegeversicherung quasi vorgeschoben, um von mir zu erfahren,
was ich eigentlich will und mit über ihn erklärt, was passieren kann, wenn ich jetzt auf
den Forderungen bestehe. Also, dass es sein könnte, dass die mir 2008 keine Reha
mehr geben, dass das bis nach ganz oben gehen kann und so weiter. Er sagte, die
Reha-Abteilung könne mich richtig fertig machen, so dass sogar der Mensch vom
MDK bei uns nicht mehr auf meiner Seite ist und gerade der versteht meine Erkrankung sehr gut und hat immer alles gut beurteilt. Ist so ein MDK nicht irgendwie auch neutral?
Die von der Reha-Abteilung haben ja auch auf den nicht gehört, als der ihnen noch
einmal alles erzählt hat. Und jetzt schicken die den Bearbeiter der Pflegeversicherung
vor. Der hat mir das natürlich auch alles so erzählt, was passieren "kann", weil er
sich Sorgen um mich macht. Man muss dazu sagen, dass wir uns schon sehr,sehr
lange kennen, er mich schon seit 1998 betreut, lange Jahre in einer Filiale nahe meinem Wohnort tätig war. Er hat so manches Eisen für mich aus dem Feuer geholt
und wir können überhaupt sehr gut miteinander reden! So und ausgerechnet er er-
zählt mir dann, wenn ich auf meine Forderung bestehe, könne das und das passieren.
Das kommt nach meiner Auffassung nicht von dem, denn er sagte sowieso so
zwischendurch, er hätte ja direkt nichts mehr mit der Abteilung zu tun, weil die
Pflegeversicherung ein anderes Ressort wäre. Er hätte die Akte von denen auf den
Tisch bekommen und man hätte gesagt, "rede mal mit der". Und eben das finde ich
total bescheuert! Die von der Reha-Abteilung scheinen irgendwie Dreck am Stecken
zu haben. Zumal ja auch der Rechtsbehelf mit der Klage in sämtlichen Schreiben
nicht auftaucht. Und wenn ich 2007 wieder mit Kassel kämpfen muss und die Ver-
längerung nicht kriege, dann muss ich doch was tun. Wieso drohen die mir dann????
Der liebe Herr Beinhorn schreibt, das sei Nötigung! Na prima! Das ist ein strafbares
Delikt, wenn ich da richtig informiert bin. Super!
Selbstverständlich werde ich meinem Anwalt davon erzählen. Aber ich wollte jetzt
doch mal abwarten, ob der gute Mann von der Pflegeversicherung (der ja mit denen
von der Reha-Abteilung reden wollte) was positives erreicht hat. Wenn nicht, dann
muss ich ja sowieso was machen, denn den Typen wurde eine Frist bis 30.März
gesetzt. Dann muss ja was passieren. Und wenn der Anwalt dann noch von der Sache
am Telefon erfährt, na prima! Also, dass die ihre Kollegen so benutzen! Die haben
den Mann doch praktisch jetzt auch verarscht und ausgenutzt. Nur, weil wir uns so
gut verstehen! So eine Sauerei! Und wenn die die Weste sauber hätten, würden die
doch ruhig sagen können, "o.K, Du hast Deine Anwälte, wir unsere, soll mal einer
eine Entscheidung treffen." Aber nein, erstmal einschüchtern! Das ist das gemeine!
Ach Gott, jetzt habe ich mich bei Dir direkt ausgeheult. Entschuldige!
Aber es tut gut, wenn man eine Rückmeldung spürt. So ein bißchen unwohl ist mir
dabei ja schon! Danke Dir für Deine Hilfe.
Würde mich freuen, wenn Du mir mal wieder antwortest.
Hallo Nellie!
Ein Dankeschön auch an Dich fürs Mutmachen!
Vielleicht tut sich ja in den nächsten Tagen was. Ich sage Euch dann auf jeden
Fall Bescheid!
Du kannst keine Beiträge in dieser Rubrik schreiben. Du kannst auf Beiträge in dieser Rubrik nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in dieser Rubrik nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in dieser Rubrik nicht löschen. Du kannst an Umfragen in dieser Rubrik nicht mitmachen. Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten Du kannst Dateien in diesem Forum herunterladen