Verfasst am: 10.11.2006, 12:40 Titel: Ein Leben nur fürs Kind >>> Akkus sind leer
Huhu,
irgendwie merke ich immer mehr das mein akkus aufgebraucht sind.ich lebe nur damit es kevin gut geht und der haushalt in schuss bleibt
das alleinerziehende und keine unterstützung vom vater macht das ganze nicht einfacher.morgens aufstehen,kind wecken,zur kita bringen,nach hause putzen,wege erledigen oder sonstiges,kind holen,beschäftigung,kind ins bett bringen,wieder aufräumen und tot sein...das ist mein tagesablauf.mein immunsystem hat den nullpunkt erreicht,ich nehme alles mit was ich kriegen kann und muss trotzdem tgl. fit sein meine knochen bedanken sich schon seit monaten dafür das ich mehrmals tgl. 17kg schleppe.
dazu kommt dann noch das ewige gegrübele ums kind und auch um die finanziellen sorgen,was mich tierisch belastet.
nach aussen heile welt und innen drin,naja das wird verdrängt
wie schafft ihr das alles?speziell die alleinerziehenden.
Hallo Kerstin,
ich bin zwar nicht alleinerziehend, aber meine Akkus sind schon des öfteren mehr als leer gewesen- manchmal konnte ich nur noch schreien......, eben weil ich auch jeden Tag 35 kg , plus Spastik , plus blind, plus Anfälle zu bewältigen habe. Allein hätte ich es niemals bis hierher geschafft.
Bevor Du noch tiefer in den Brunnen mit dem dunklen Loch versinkst, solltest Du ganz schnell gucken, wo Du Hilfe herbekommst !!! Kannst Du eine MuKiKur beantragen ? Gibt es an Deinem Wohnort eine Selbsthilfegruppe, die in Frage kommt ? Hast Du Freunde /Geschwister/Eltern, die Dich entlasten können ?
Du kannst auch den FED der Kirchengemeinden und /oder vom JA in Anspruch nehmen !
Ich wünsche Dir ganz doll, daß Du einen Weg findest, viel Glück und
herzallerliebste Grüße
Heike
Ich drück Dich mal..... Du mich auch??? Mir geht es im Moment genauso. Hilfe kann ich vor August 07 nicht erwarten (ab da beginnt der Kiga)
Ich spiele mit der Überlegung ob wir eine Pflegestufe beantragen sollen, damit wir wenigstens da Hilfe (Verhinderungspflege) bekommen können, aber ich glaub da haben wir wenig Chancen.....
LG INA _________________ Zwillingsjungs *2004 Y: gesund E: Dravet-Syndrom
@heike
vielen dank für deine antwort...selbsthilfegruppen hmmm habe ich mich noch nicht so genau informiert,ich weiss das es mal eine in richtung neurodermitis gab,die treffen/gesprächsrunden fanden abends statt,war ja für mich unmöglich machbar.was kann ich denn vom jugendamt erwarten???bisher haben die mich in keinsterweise unterstützt(war schon mehrmals wegen problemen mit meinem ex da)
geschwister hab ich keine...eltern haben genug um de ohrn,meine mum wurde seit märz 5x operiert hat eine netzhautablösung und vergangenen montag eine total op,selbst wenn sie wollte könnte sie nicht,darf ja nicht schwer heben.sie unterstützen mich teilweise finanziell ein bisschen.
@ina
*erstmal zurück knuddeln*
das mit dem Pflegegeld hab ich auf anraten unseres prof. auch versucht,naja kam natürlich eine ablehnung,hab widerspruch eingelegt und nun mal abwarten.wenn ihr das beantragt,dann mach ich dich auf einen harten kampf gefasst,aber da bin ich siner nicht die erste hier,die das sagt
ich bin auch nicht alleinerziehend , kann aber Deine totale Erschöpfung sehr gut nachempfinden . Benjamin kam mit 3,5 J. halbtags in den Kiga , erst da hatte ich wenigstens am Vormittag mal wieder Zeit für mich .
Benjamin wiegt mittlerweile um die 25 Kg und sitzt im Rolli , letztes Jahr kamen die Krampfanfälle bei ihm zurück , wir haben vor einem 3/4 Jahr einen gr. Umzug hinter uns gebracht und gebaut , mein Mann war 05 lange sehr krank ...
Ich möchte Dir das gleiche raten wie Heike , beantrage eine Kur wo Du Dich erholen kannst und nicht das Kind im Vordergrund steht , das haben wir bisher 3 x gemacht . Außerdem versuche Dir Entlastung im Wohnumfeld zu verschaffen , bei uns klappt´s nicht durch die Familie und auch der FED hat hier nur sehr magere Angebote die eher auf erwachsene Behinderte zugeschnitten sind , eine Selbsthilfegruppe gibt es derzeit auch nicht . Wir hatten bis zum Sommer eine junge Studentin die stundenweise auf Benjamin aufgepaßt hat , dann aber weg zog und seit kurzem haben wir eine neue Betreuung gefunden , die bei Bedarf einspringt .
Gibt es in Deiner Nähe Unis oder Fachschulen die Ergo , Logo, Heilerziehungspfleger , Heilpädagogen ... ausbilden ? Über so eine Schule fand ich die Studentin , nachdem ich eine Anzeige hin schickte dass wir stundenweise jemanden suchen .
@ Ina : Die Pflegestufe würde ich auf jeden Fall beantragen , auch wenn es ein Kampf wird , war bei uns auch nicht anders .
L.G.
Anja _________________ Anja mit Benjamin 03/97- schwere Mehrfachbehinderung wahrscheinlich durch 6- fach-Impfung, Muskelhypotonie,Wahrnehmungsstörungen/aut. Züge, Epilepsie, Skoliose, Button- Martin 02/92 und Laurin 05/09
Auch ich drücke Dich erst mal! Ich bin genau wie Heike zwar nicht allein erziehend, bin aber auch ziemlich oft am Ende meiner Kräfte. Mein Mann kommt nicht vor 17.30 Uhr nach Hause, d.h. den ganzen Haushalt, die Kinder usw. bleibt letzten Endes doch an mir alleine hängen. Mein Rücken gibt mittlerweile auch aufgrund der ewigen Schlepperei völlig auf, aber was soll´s.... Augen zu und durch, anders geht es nicht (bei mir)!
Was mich ein wenig wundert ist, dass da JA Dir nicht hilft. Ich habe da mal um Hilfe gebeten, da hieß es immer nur, dass man mir nicht helfen könne, da ich ja nicht allein erziehend sei. Auf mein (etwas sehr dreistes ) Nachfragen hin, ob das denn anders wäre, wenn ich jetzt meinen Mann rausschmeißen würde, hieß es, das dann wohl möglich wäre. Also muß es dann ja irgendwelche Möglichkeiten geben.... Ich habe dann natürlich nicht mehr weiter nachgefragt, meine Gesprächspartnerin war zu dem Zeitpunkt schon leicht "angesäuert"....Vielleicht wirst Du ja in dem Thread "Alleinerziehend" fündig, gib das doch mal oben in die Suche ein.
Ansonsten kann ich Dir nur raten, suche Dir Deine persönlichen "Erholungsinseln", und wenn Du nur mal in Ruhe eine schöne CD hörst, hauptsache Du tust mal was FÜR DICH!
GLG und ein dickes Kraftpaket für Dich
AnjaD _________________ Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal, wie es ausgeht.
Vaclav Havel
Anja (*1969)mit F. und D. (*1998), D.: ADHS, L. (*2001) vorgeburtl. Schlaganfall, Hemiparese, Epi, GB und Y. (*2004) V.a. ADHS
einen ganz dicken Tröster auch mal von mir. Ich habe heute morgen meine beiden für den Kiga fertiggemacht und hatte teilweise Mann und später Krankenschwester dabei. Und ich dachte, wie schafft man das denn alleine Ich mache das genau 1x die Woche, aber jeden Tag? Das ist wirklich harte Arbeit und ich verstehe, dass du geschafft bist.
Mir fiel spontan ein, dass die Krankenkassen bestimmte Sportarten unterstützen, wenn sie der Gesundheit dienen. Und es gibt Fitnesscenter, die diese anbieten (geht von Yoga- Wirbelsäulengymnastik) und dazu sogar noch eine Kinderbetreuung dabei haben. Nicht dass ich es schon geschafft hätte dahinzugehen Frag doch mal bei deiner Kasse nach, was da möglich ist.
Ansonsten schicke ich dir viel Kraft und Durchhaltevermögen!
Liebe Grüße
Maren _________________ Maren und Felix (05/02) Mukolipidose Typ II, entwicklungsverzögert, kleinwüchsig, extrem weitsichtig, muskuläre Hypotonie, schwere Lungenbelastung, Tracheostoma, Heimbeatmung, PEG und Mila (09/04) gesund
Hallo Kerstin,
die Jugendämter haben z.B. teilweise Familienhelfer, die stundenweise in belasteten Familien ihre Hilfe anbieten. Muß beantragt werden und ist manchmal nicht ganz einfach - aber es geht . Meine Tochter ist auch alleinerziehend und hat für ihren Sohn, weil erziehungsschwierig, so eine Hilfe bekommen.
Kannst Du denn bei den Kirchengemeinden oder Wohlfahrtsverbänden mal nachfragen ? Manchmal gibt es ehrenamtliche Helfer, die dann auch stundenweise kostenlos mal den Babysitter machen.... und was ist mit Kur ???
LG Heike
ich bin auch alleinerziehend. Der Vater des Kleinen lebt gut 700km entfernt, dessen Familie auch, meine Familie lebt 300 km nördlich von mir, wegen Familiärer Probleme mit meiner Person gibt es da nur telefonischen KOntakt. Also stehe ich auch allein mit allem da. Wenn ich morgens Flo ins Taxi setze, sprinte ich los zur Arbeit, vom Büro aus sprinte ich heim, damit ich den Jungen wieder in Empfang nehmen kann. Danach muss ich auch für den Jungen da sein. Für eine Pflegestufe reicht es bei uns auch nicht. Ich habe Unterstützung vom Jugendamt bekommen, einmal die Woche kommt eine Familienhelferin vorbei zum Reden, ab und an wid dieser Termin durch ein Babysittingtermin durch den Familienpflegedienst gedeckt. Ich suche immer Babysitter, damit ich wenigstens mal einen Abend die Woche zum Chor gehen kann, aber seit einem Jahr hält das kein Babysitter aus mit Florian und seinen Wahrnehmungsstörungen. Aber das hält mich nicht von der Suche ab, nun hilft mir die Familienhelferin sogar dabei.
Es ist einfach wichtig, dass noch Zeit für einen selbst bleibt. Mir genügt es, wenn ich abends entspannt in der Wanne liegen oder auf dem Arbeitsweg einen Sitzplatz finde und ein gutes Buch schmökern kann. Für die Zeit mit meinem Sohn nehme ich mir neben dem Haushalt, der meist abends erledigt wird von mir, nur Sachen vor, an denen ich auch Freude habe, die also nicht nur in Stress ausarten. Ich radel gerne, da muss der Zwerg halt mit und er hat auch seinen Spaß im Anhänger bzw. im Kindersitz. Natürlich gibts dann Spielplatzpausen und keine langen Touren, aber um Energie zu tanken und den Blick wieder etwas zu weiten, reicht es völlig. Ich kann dir nur den Tipp geben, dir auch in deinem Alltag solche Energieinseln zu suchen. Noch ein Beispiel: ich komme nur am Wochenende dazu, mir morgens Kaffee zu kochen. Aber mein Sohn weiss ganz genau, dass er seine Mama bei der ersten Tasse nicht stören darf. Er bekommt dann Kakao und schlürft seinerseits genussvoll! Wie du siehst, es gibt so viele Kleinigkeiten im Alltag, die einen auch wieder ein wenig aufbauen.
Viele Grüße
Dagmar _________________ Dagmar m. Florian (09/03)
zum Thema Jugendamt: Wir haben gestern dort angerufen und nachgefragt ob es für uns irgendeine Form der Hilfe gibt, da es alleine bald nicht mehr machbar ist.
So, es wurde uns gesagt, das wir keine Hilfe vom JA bekommen können, wir müssten uns dann selbst anzeigen und sagen das wir mit der Erziehung unseres Kindes überfordert sind und dann kümmern die sich über den offiziellen Weg.... Das kann doch nicht wahr sein oder? Ich bin doch keine Mutter die ihre Kinder verwahrlosen lässt oder ähnliches.... Dann kommen die hinterher und sagen ich könnt meine Kinder nicht versorgen oder oder oder....
Ne, also soweit runter lasse ich mich dann doch nicht....
Traurig nicht wahr?
LG INA _________________ Zwillingsjungs *2004 Y: gesund E: Dravet-Syndrom
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