Verfasst am: 22.10.2006, 23:58 Titel: Das Jenseits und der Tod - ständiges Thema für meinen Sohn
Hallo,
ich habe sehr lange überlegt, ob ich dies schreiben soll und in welche Rubrik.
Mein mittlerer Sohn ist 8, (leicht entwicklungsverzögert) und redet sehr sehr oft über Engel, über den Tod. Ich spreche mit ihm darüber, selbstverständlich. Ich glaube auch an ein/oder mehrere Leben nach dem Tod.
Was mir Sorge bereitet ist, dass in unserer Familie endogene Depressionen vererbt (?) werden, und Niklas wie seine Brüder an Epilepsie mit psychomotorischen Anfällen leidet. Er ist zur Zeit ausgesprochen labil, auch aggressiv. Könnten das Vorboten einer geistigen Störung sein oder ist das eine altersbedingte Entwicklung, die alle Kinder durchmachen. Mir macht es halt Sorge, dass Engel, Tod und Wiedergeburt bei uns zum Dauerthema werden.
Zu dem ist in den Sommerferien ein Mädchen von seiner Schule verstorben, und er hatte lange Zeit Angst, ins Bett zugehen, um nicht auch im Schlaf zu sterben. Das ist allerdings vorbei.
Gibt es hier vielleicht einen Professional (evtl. einen Kinderpsychiater), der mir einen Rat geben kann ?
Eine ehemalige Arbeitskollegin, die sich extrem mit Esoterik und auch Geisterbeschwörung beschäftigt hat, hat mir schon als mein Sohn erst 2 Jahre alt war, gesagt, er könne Engel sehen.
Eigenartig, gell ?
Na, ich werde das noch mal mit unserer Neuropädiaterin besprechen, ob das ganze evtl. doch auf eine kindliche depressive Störung hinauslaufen könnte.
Hallo,
macht er denn einen depressiven Eindruck, oder stellt er nur diese Fragen? Das Stellen der Fragen bedeutet doch nur, daß er sich mit Leben und Tod auseinandersetzt und ist doch für sich gesehen nicht negativ! Nur weil sich unsere Gesellschaft mit dem Tabuthema Tod nicht auseinandersetzt, ist es doch nicht verkehrt, das zu tun! Ist meine Meinung. _________________ LG Gaby. (*8/64) ADS
mit Daniel (*1/99) Asperger Syndrom
und Alexander (*2/02) ADHS
ja, das ist eben mein Problem. Er setzt sich sehr intensiv mit dem Thema auseinander, das ist ganz bestimmt kein Fehler! Zum Glück war das Mädchen nicht in seiner Klasse, er kannte sie nur von Erzählungen. Sonst wäre es sicherlich noch schlimmer für ihn gewesen.
Wahrscheinlich mache ich mir doch zu viele Gedanken, ich werde das noch eine Zeit beobachten, vielleicht wendet sich sein Interesse bald ja wieder anderen Themen zu. Sonst überleg ich noch mal neu.
ich kann Dich gut verstehen. Wenige Kinder fragen intensiv nach Gott, Engeln und dem Tod.
Wir haben die Erfahrung mit unserer Anabel gemacht: Mit 2,5 Jahren (als sie endlich sprechen konnte) war sie fasziniert von den Kreuzweg-Bildern in Kirchen. Sie hat ständig von Jesus gesprochen und hundertmal nachgefragt: warum und wieso.
Dann kam die Zeit, wo sie nach Engeln gefragt hat. Wo sie leben, wo wie herkommen und was sie mit Gott zu tun haben. Damals habe ich mich intensiv damit beschäftigt, damit ich ihr ehrliche Antworten geben kann (Bibeltexte).
Dann kam die Zeit, dass sie vom Tod sprach. Auch von ihrem eigenen. Sie sagte mir, vor ca. einem Jahr, wie ihr Grab aussehen soll.
Wenn ich das hier so zusammen trage, finde ich es schon seltsam und auffällig !
Aber:
Anabel ist ein sehr fröhliches Kind. Sehr sehr liebevoll. Sehr verständnisvoll. Sehr einfühlsam.
Sie ist in keinsterweise depressiv oder ängstlich. Ich glaube, sie befasst sich einfach sehr stark mit bestimmten Themen. Dazu hat sie noch ein ungeheuer gutes Gedächtnis, was vielleicht so viel 'Futter' braucht.
Ich wünsche euch alles Gute und wenn Du Dir Sorgen machst, gerade, da Depressionserkrankungen bei Euch in der Familie vorkamen, würde ich auch weiter nachforschen.
LG
Michaela _________________ Michaela (1967) mit T.
mit Tom (2003), frühkindlicher Autismus (auf hohem Funktionsniveau), getesteter IQ 61
A. (98), Asthma bronchiale und L. (94)
Hallo
als ich 3 oder 4 war hatte ich panische angst zu sterben. (es gab keinen"offensichtlichen" Grund)
Ich hab dinge gefragt ob sie mir licht ins Grab machen etc... Ich wünschte wirklich sie hätten reagiert damals und mich zu nem Kindertherapeuten geschickt... Dann hätten sie mir vielleicht eine doofe Kindheit und schlimme Pubertät erspart.
Bei deinem Sohn muss es nicht so sein, aber besser bei einem Fragen der sich damit auskennt...
Ganz liebe grüße
svenja _________________ ~Es ist besser eine Kerze anzuzünden, als über die Finsternis zu klagen~
ich würde wirklich euere Neuropädiaterin drauf ansprechen, aber nicht unbedingt nach einer Störung fragen, sondern viel eher, wie DU damit umgehen sollst, wann du reagieren musst und welche Anzeichen bedenklich sind oder werden.
Justin ist kurz nach der Geburt innerhalb weniger Tage zweimal reanimiert worden.
Er erzählt mir manchmal wie schön es war, als er Tod war, so leise, warm und ohne schmerzen....
Ich habe mir damals Sorgen gemacht, aber kein Arzt hat das als "Alarmsignal" verstanden (ich glaube mir hat keiner wirklich zugehört), aber heute sehe ich es eher positiv!
Mein Sohn hat keine Angst vor dem Tod, noch nie gehabt!
(was leider manchmal auch Nachteile hat, er versteht den Tod nicht als etwas endgültiges, auch das Wort kaputt versteht er nicht, man kann ja alles wieder ganz machen/zurückholen).
Wenn ich ihn heute frage: Wo ist es schöner? Wo wärst du lieber?
Antwortet er : Da wo ich tot war, aber ich bleib noch hier, weil ihr sonst weint, und kein Kind mehr habt.
Hallo Anette,
ich würde auch erstmal denken, Dein Sohn hat das Thema aufgeschnappt und will sich aus irgend einem Grund damit auseinandersetzen. Vielleicht hat er auch gemerkt, das dieses ein Tabu-Thema ist und fordert einfach nur Aufmerksamkeit.
Ich würde mich mal in einer Buchhandlung umschauen - es gibt zum Thema Tod inzwischen einiges, was man Kindern an die Hand geben kann, oder anschauen/vorlesen..... auch ich denke, dieses Thema gehört zum Leben und darf nicht "tot"geschwiegen werden !!!
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