Verfasst am: 22.10.2006, 21:15 Titel: Umgang mit Down-Syndrom-Kindern und -Erwachsenen?
ich hab lange überlegt wo ich am besten das posting unter bringen kann...hm ich denke und hoffe hier bin ich richtig ! Weil Eltern/Geschwister etc es bestimmt am besten wissen ! Also tim kommt bald in einem I-Kindergarten der Lebenshilfe und dort werden auch DS kinder mit in die gruppe kommen ! Nun hab ich mich schon sehr oft (schon bevor tim geboren wurde) gefragt wie man menschen mit dem DS am besten begegnen kann !?
Sie sind ja egal was für ein alter sehr kindlich vom verhalten und ich frage mich (besonders bei Erwachsenen / Jugendlichen) wie man mit ihnen reden soll ? Ich meine versteht ein DS betroffner es wenn man kann normal mit ihm redet oder sollte man da eher mit sprechen wie mit einem kind weil das sprachverständis einfach da auch nicht weiter entwickelt ist als beim kind !?? Und kann man da grob sagen das sie überwiegend maximal einen entwicklungstand von ca ??? jahren erreichen ? Oder ist das total verschieden und eher eine sehr große spannweite ?
Wenn tim dann im KiGa ist ,wie muß man sich ca. den entwicklungstand einen ca 3 Jährigen DS kind vorstellen ? Sorry wenn ich solche blöden frage stelle ,aber ich möchte da erlich gesagt ein wenig drüber wissen , und das ich dann nicht wie ein ochse vorm berg steh wenn mich ein kind oder erwachsener anspricht und ich mich gerne unterhalten möchte aber ständig überlege ob derjenige das überhaupt meine normale redensart verstehen kann ,oder ob ich eventuell zu kindisch spreche und sie sich veräppelt vor kommen ! Ja fragen über fragen...aber wie gesagt es hat mich schon länger beschäftigt und da wollte ich sie einfach mal stellen !
Ich denke jeder kennt sein eigenes Krankheitsbild am besten ...und hier bei uns ist es halt das DiGeorge-Syndrom !!!
lg sandra mit timmy _________________ Sandra(30J.)+Mathias(31J.) mit Tim *2003 DiGeorge-Syndrom ,VSD, Globale Entwicklungsverzögerung (motorisch,kognitiv,sprachlich),Hypoparathyreoidismus,Nephrocalcinose,Dystrophie ,Asthma und Thrombozytopenie! und mit Milena *2006 und Laura *2009 putzmunter und Gesund !! Immer im Herzen unser Sternchen †09.07.08...ich denke jeden Tag an Dich !!!
Ich würde reden, wie man mit Kindern in diesem Alter eben spricht. Alles ergibt sich doch erst im konkreten Dialog mit der konkreten Person. Ich kenne durch die I-Klasse meines Sohnes einen sehr pfiffigen Herzensbrecher mit DS, der jede Mama durch seinen Charme um den Finger wickelt. Aber ganz gewiss gibt es wie bei jeder Besonderheit ein weites, breites Spektrum und keinen Tipp, der allgemeingültig sein kann. Warum beschäftigt dich denn grade der Umgang mit von DS betroffenen Kindern? Liebe Grüße Mariella
Robin ( 3 Jahre DS ) hat ein völlig normales Sprachverständnis, er versteht genausoviel wie jedes andere Kind in diesem Alter. Leider hat er noch sehr wenig aktive Sprache, so das eine Unterhaltung mit ihm noch recht schwierig ist.
Gerade beim DS geht die Entwicklung sehr weit auseinander, es gibt Menschen mit DS die studieren und schwerst geistig Behinderte.
Ich denke du solltest versuchen dich ganz normal mit den Leuten dort zu unterhalten, wenn du nicht verstanden wirst merkst du das sehr schnell und kannst dich einfacher ausdrücken. _________________ >>Bitte keine Grafiken in der.....gnatur verlinken!<<
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hallo schau einmal in das DS Forum www.dielila.de . Da kannst Du Dir ein ziemlich gutes Bild von Kindern mit DS machen und sicherlich auch fagen. Unsere Tochter ist fast 4 im Kindergarten und sehr selbständig. Sie versteht alles und antwortet auch mehr und mehr.
Sie sind ja egal was für ein alter sehr kindlich vom verhalten und ich frage mich (besonders bei Erwachsenen / Jugendlichen) wie man mit ihnen reden soll ?
Ich kenne mehrere Erwachsene mit Down-Syndrom und rede ganz normal mit ihnen! Das heißt, ich werfe jetzt nicht unbedingt mit Fremdwörtern um mich und versuche, keine zu komplizierten Sätze zu machen, aber ich spreche nicht wie mit Kleinkindern.
Zitat:
Ich meine versteht ein DS betroffner es wenn man kann normal mit ihm redet oder sollte man da eher mit sprechen wie mit einem kind weil das sprachverständis einfach da auch nicht weiter entwickelt ist als beim kind !??
Nach meiner Erfahrung verstehen Menschen mit Down-Syndrom gut, wenn man normal mit ihnen redet - jedenfalls, soweit es um Alltagsdinge geht, aber das meinst du hier, glaube ich, auch. Ich finde es nicht so angebracht, Menschen mit einer geistigen Behinderung mit Kindern gleichzusetzen. Ein erwachsener Mensch mit einer geistigen Behinderung ist ein erwachsener Mensch, auch wenn er vielleicht ein Sprachverständnis wie ein Kind oder kindliche Verhaltensweisen hat.
Zitat:
Und kann man da grob sagen das sie überwiegend maximal einen entwicklungstand von ca ??? jahren erreichen ?
Nein! Es gibt verschiedene Formen des Down-Syndroms mit unterschiedlichen Entwicklungsverläufen und den Entwicklungsstand mit einer bestimmten Altersstufe gleichzusetzen, finde ich sowieso sehr problematisch. Ein Mensch kann z.B. auf verschiedenen Gebieten unterschiedlich ausgeprägte Fähigkeiten haben und ein 20-jähriger ist ein 20-jähriger und kein 5-jähriger, auch wenn er vielleicht vom geistigen Entwicklungsstand her mit einem 5-jährigen Kind verglichen werden kann.
Zitat:
Oder ist das total verschieden und eher eine sehr große spannweite ?
Ja!
Ich finde deine Fragen überhaupt nicht blöd, sondern gut, dass du dir darüber Gedanken machst!
Das Einordnen nach "Entwicklungsstand" (woran will man das festmachen?) ist m.E. nicht sinnvoll, ich würde dir raten, mit Menschen mit Down-Syndrom (oder auch anderen geistigen Behinderungen) altersgemäß zu sprechen und halt zu beobachten, ob sie alles verstehen, oder Verständnisprobleme haben.
Meine Freunde mit DS fragen nach, wenn sie etwas nicht verstanden haben oder ich merke es an der Reaktion, dann sage ich's halt nochmal und versuche, mich verständlicher auszudrücken.
Ich hoffe, meine Antwort war jetzt einigermaßen verständlich und wünsche dir gute und erfreuliche Begegnungen mit DS-Menschen aller Altersstufen und Timmy einen guten Kindergartenstart!
. Warum beschäftigt dich denn grade der Umgang mit von DS betroffenen Kindern? Liebe Grüße Mariella
huhu,
tja das ist ne gute frage...im prinzip interessieren mich sehr viele Gendefekte ...chromosomschäden ! Allerdings das DS interessiert besonders seit dem ich vor ein paar jahren den Film "BOBBY" gesehen habe...ihr kennt den bestimmt !?! Der aufjedenfall auch das DS und ich find er ist auch ein herzensbrecher ...verblüfft hat es mich allerdings als ich im nach hinein erfahren hab das er schon damals mitte 30 oder so war ! Ja...und es gucken immer viele nur heimlich und schnell wieder weg wenn jemand sowas hat ,und genau das möchte ich eben nicht ,ich möchte mich damit schon etwas befassen ! Denn ich weiß wie es ist wenn die leute hinter'm rücken reden,gucken,tratschen..es tut mir immer sehr sehr weh wenn uns das mit tim passiert !
Und ich habe jetzt das DS hier erwähnt weil es eben schon bekannt ist das dort auch welche sind die das haben in seiner zukünftigen gruppe !
lg sandra _________________ Sandra(30J.)+Mathias(31J.) mit Tim *2003 DiGeorge-Syndrom ,VSD, Globale Entwicklungsverzögerung (motorisch,kognitiv,sprachlich),Hypoparathyreoidismus,Nephrocalcinose,Dystrophie ,Asthma und Thrombozytopenie! und mit Milena *2006 und Laura *2009 putzmunter und Gesund !! Immer im Herzen unser Sternchen †09.07.08...ich denke jeden Tag an Dich !!!
also meine 21 jährige Tochter spürt, ob ihr jemand positiv gesonnen ist und Vieles läuft auf emotionaler Ebene. Sie hat ein nicht all zu großes Wortverständniss, bewegt sich so im Alter zwischen 2 und 4, bemüht sich aber meist, zu verstehen.
Mit Menschen, die nett, offen und föhlich sind kommt sie immer klar. Sie selber ist ein liebevoller, zärtlicher Mensch. Kann aber auch mal bockig sein, wenn ihr was so gar nicht passt. Agressiv war sie eigentlich nur ab und an in der Pubertätszeit, aber sie hat niemals jemanden angegriffen, das war nur verbal.
Blödsinn macht sie auch immer gerne, mit und über Musik und Tanz ist fast alles mit ihr möglich.
Der "Bobby" ist ein sehr gut entwickelter Mann mit DS, aber in der Entwicklung der Menschen mit DS gibt eine breite Spannbreite.
Ich würde sagen, meine Tochter liegt so in der Mitte, zwischen gut und nicht so gut. Und ich würde auf alle Fälle ganz normal und freundlich auf die anderen Kids zugehen und warten, was sich wie entwickeln kann.
Wer einmal einen Platz im Herzen eines Menschen mit DS hat, der bleibt dort für immer gespeichert.
Ich wünsche Euch viel Freude und Liebe mit den neuen Freunden
danke sandra das du die frage hier reingestellt hast.
das ist auch immer eine "sache" womit ich nicht umgehen kann.
vielen dank für die tollen antworten hier.
lg
gisi _________________ Sabine mit Fenja 6/98
und Nina 10/01 frühkindlicher Autismus, seit Juni 2009 in einer Wohngruppe
Das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint"!
also ich halte es generell (unabhängig von der Behinderung) nicht für angebracht, Erwachsene wie Kinder zu behandeln (gab wohl früher so eine Phase, wo man sie auch wie "Kinder" kleidete, da sie ja "nur" diesen Entwicklungsstand haben ). Es sind richtige Persönlichkeiten - egal in welchem Alter (und Mütter von DS-Kindern werden jetzt heftig mit mir lachen ). Man sollte unbefangen und normal ( ich weiss, das ist nicht einfach) auf sie zugehen und sich sozusagen herantasten an ihre Fähigkeiten.
Bei DS z.B. ist das Sprachverständnis i.A. sehr gut - im Gegensatz zur aktiven Sprache. So sollte man schon eine "altersgerechte" Unterhaltung führen, aber feine Antennen aufstellen, wie das Kind damit klar kommt und sich entsprechend anpassen. Das macht man übrigens auch - automatisch - bei ganz normalen Kindern so, denn wenn man nicht gerade ein gleichaltriges Kind hat, wer kennt schon noch so genau das alterstypische Sprachverhalten bei Kleinkindern .
Wichtig ist bei DS die Unterschätzung zu vermeiden, gerade weil die aktive Sprache so hinterher ist, siedelt man gern auch ihr globales Entwicklungsalter so niedrig an - und das ist frustrierend für das Kind. Ich kenne Kinder, die auch mit 5/6 Jahren noch sehr schlecht oder gar nicht sprechen, aber ein prima Sprachverständnis haben und sich z.B. mit Gebärden behelfen. Im Extremfall gibt es auch nicht sprechende, aber dafür (Ganzwort)lesende Kinder ...
Eine weiterere Besonderheit ist die verzögerte Reaktion, d.h. Antworten kommen noch, wo wir längst nicht mehr damit rechnen. Also wirklich Zeit lassen für Reaktionen jeder Art (und das ist wirklich schwer, glaub' mir!).
Sonst ist im KiGa-Alter Normalität und gegenseitige Achtung (auch bei "besonderem" Aussehen und stark unterschiedlichen Fähigkeiten) das Wichtigste und Deine Kinder lernen es mit Dir. Und Normalität sagt auch, man soll sich nicht allzuviele Gedanken machen und es einfach auf sich zukommen lassen - unsere Kinder regeln das schon
LG
Kathrin _________________ Kathrin mit Clara (*15.12.99 - † 14.03.07)
kompl.AVSD, AV-Klappeninsuffizienz 2.°, BT-Shunt 02 /00, Z.n. Glenn 09/00, Fontankomplettierung 09/03, terminales Nierenversagen 03/05, Peritonealdialyse seit 05/05, DS
und Familie
Hallo,
während ich hier die Beiträge lese, muß ich grad so an unsere erste Zeit im HPK denken. Und muß errötend feststellen, das ich am anfang auch Schwierigkeiten hatte, auf natürliche Art und Weise mit behinderten Menschen, ob Kinder oder Erwachsenen umzugehen. Jetzt haben wir seit über drei Jahren "gemischten" Kontakt, und von dieser Berührungsangst ist glücklicherweise nichts mehr übrig geblieben.
Lg Birgit _________________ Christopher*08/00 Microcephalus, Intelligenzminderung, Asperger Syndrom, u.a.
Tobias*11/02 ein paar "Kleinigkeiten"
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