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Wie äußern sich Spastiken? (Erklärung der Begrifflichkeiten)
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Sabine
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BeitragVerfasst am: 17.02.2005, 00:24    Titel: Wie äußern sich Spastiken? (Erklärung der Begrifflichkeiten) Antworten mit Zitat

Hier eine Zusammenfassung von Tobias B. (Physiotherapeut), wie sich Spastiken äußern und eine genaue Defintion der einzelnen Begriffe:

Tetra- = alle 4 Extremitäten sind betroffen (mehr oder weniger!!!)
Di- = 2 paarige Extremitäten sind betroffen (2 Arme oder 2 Beine)
Hemi- = eine Körperhälfte ist betroffen.

-spastik = eine deutliche Tonuserhöhung mit Widerstand gegen den Bewegungsweg ist spürbar
-parese = eine schlaffe Lähmung der betroffenen Extremtität ist fühlbar und sichtbar

"hypoton" = schlaff
"hyperton" = steif / fest / rigide
normoton = eine dem physiologischen Tonus entsprechende Tonussituation liegt vor
"dyston" = eine durch wechselnden Tonus feststellbare, unphysiologische Tonussituation liegt vor

Eine persönliche Bemerkung:
Bis auf wenige Ausnahmen (Ertrinkungskinder etc. etc.) gibt es fast ausschließlich hypotone Situationen am Rumpf. Selbst bei stärksten Spastikern ist dies oftmals so.

Ein Kind kann durchaus eine Tetra-... haben, ohne dadurch sofort an allen 4 Extremitäten aufzufallen!!! Man liest dann oft: Tetraparese mit hypotonem Rumpf, beinbetont & rechtsbetont !
Das heißt übersetzt:
ein "schlaffes" Kind, das in der Untersuchung an allen 4 Extremitäten auffällige Bewegungsmuster zeigt (vielleicht mehr die Hände als die Schulter.......und vielleicht auch mehr im Stand als im Liegen....etc. etc.). Außerdem zeigt die untere Körperhälfte diese Probleme mehr (beide Beine sind deutlich spastischer als die Arme....oder schlaffer.....) und dann auch noch besonders das rechte Bein (das wiederum bedeutet, dass in der linken Gehirnhälfte (=rechtes Bein) eine Schädigung besonders vehement vorliegt, da es sich motorisch so äußert)!



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Zuletzt bearbeitet von Sabine am 06.03.2005, 20:02, insgesamt einmal bearbeitet
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Jessica&Luca
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BeitragVerfasst am: 17.02.2005, 15:12    Titel: Antworten mit Zitat

Ach Sabine,
ich könnt Dich knutschen.
Luca hat Spastische Diplegie
Also eine deutliche Tonuserhöhung mit Widerstand gegen den Bewegungsweg an 2paarigen Extremitäten ( Beine )
Warum war bis jetzt noch kein Arzt in der Lage, mir das SO zu erklären???
Es grüßt Dich, Jessica

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Sabine
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BeitragVerfasst am: 17.02.2005, 15:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jessica,

knutschen musst du den Tobias Wink - Inhalt + Erklärung kommen von ihm und weil mir diese Zusammenstellung der Begriffe, die ja auch hier im Forum immer wieder fallen, so gut gefallen hat, habe ich einfach noch mal eine extra Infos draus gemacht. Smile

Lieben Gruß,
Sabine

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Jessica&Luca
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BeitragVerfasst am: 17.02.2005, 15:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sabine,
na gut, wenn Du so bescheiden bist:
Du bekommst den Knutscher für die Idee, extra Infos daraus zu machen und das so schön übersichtlich darzustellen
Tobias bekommt dann noch extra einen für den Inhalt und die Erklärungen :-*

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Tobias
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BeitragVerfasst am: 17.02.2005, 21:28    Titel: Antworten mit Zitat

Was? Wie? Knutschen?

Ich Shocked Question

Gerne! und mit dank zurück Rolling Eyes

Gruß,

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Lili
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BeitragVerfasst am: 03.11.2005, 11:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sabine, ich hab Deine Erklärung grad gelesen zur Hemiparese.
Dann stimmt da bei uns was nicht. Alle reden davon dass der Konrad eben eine solche Hemeparese hat. Seine rechte Hand und Fuß sind aber immer verkrampft. Also müsste es doch "Hemispastik" heißen. Gibts das?

LG Susanne die Neue
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kerstinm
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BeitragVerfasst am: 03.11.2005, 12:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Susanne,

bin da keine Fachfrau - aber die Bezeichnung Hemiparese ist auch bei der Form mit dem erhöhten Tonus (Spastik) korrekt. Es handelt sich bei Konrad sicher um eine Cerebralparese, also eine Störung im Gehirn, die sich in der Motorik der Extremitäten durch einen erhöhten oder einen sehr niedrigen Tonus äußert.

Letztendlich sind beide Formen eine Parese oder eine "Lähmung", da die betroffenen Körperteile nicht normal bewegt werden können. (Ganz vereinfacht gesagt: Das hat etwas mit der Reizweiterleitung zum Gehirn, der Verarbeitung dort und der Antwort des Gehirnes an die betroffenen Köperteile zu tun. - Jenachdem wo es in diesem komplizierten Prozeß zu einer Störung kommt, äußert sich eine Parese mit erhöhten o. zu schlaffen Muskeltonus.)

Grüße

Kerstin
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BeitragVerfasst am: 03.11.2005, 13:20    Titel: Antworten mit Zitat

Danke Euch für die wunderbare Erklärung..Die Info ist viiiiiiiiiieeeeeeeell besser als je ein Arzt mir sagen konnte (erklären trifft eher zu).
Lg Heidi
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susanne1977
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BeitragVerfasst am: 03.11.2005, 13:38    Titel: Antworten mit Zitat

Dann hab ich auch gleich mal ne Frage:

Franzi ist nicht rumpfhypoton, sitzt mittlereile rel. sicher, von Anfang an gute Kopfkontrolle.........aber die Gefahr einer Spastik (re Arm, re Bein) wurde noch nicht ausgeschlossen........die KG bezeichnet sie als Grenzfall, es könnte sein aber auch nicht.
Weil der Rumpf eben so stabil ist, kann ich dann davon ausgehen das sie evtl. doch keine Spastik bekommt???

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inkapust
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BeitragVerfasst am: 02.03.2006, 10:36    Titel: Antworten mit Zitat

Unser Sohn Andre ist von der muskulären Hypotonie am ganzen Körper betroffen, gehört das dann zur Cerebralparese, rein medizinisch gesehen??
Grobmotorisch hat er aber alles fast zeitgerecht gelernt, wenn auch qualitativ schlecht.
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