Verfasst am: 09.10.2006, 09:07 Titel: Einschuluntersuchung - immer Pflicht?
Hallo zusammen
in unserem integrativen Kindergarten steht die Einschuluntersuchung an. Ich soll nun mein Einverständnis geben und weiß nicht, ob das wirklich sein muss.
Jann hat dort einen Förderplatz, ist bereits ein Jahr zurück gestellt worden (ohne damalige Untersuchung, allein durch den Rektor der Förderschule) und ich brauche keinen weiteren Arzt, der mich auf seine Defizite hinweist. Es steht fest, dass er keine Regelschule besuchen wird und mir ist im Moment nicht ganz klar, warum diese Untersuchung stattfinden soll.
Vielleicht übersehe ich ja Argumente, dann helft mir bitte auf die Sprünge.
Aber im Moment widerstrebt es mir total, Jann mit den anderen Kindern zu dieser Untersuchung zu lassen und nur wieder gemeinsam mit ihm vor Augen geführt zu bekommen, was er alles nicht kann und was alles anderes ist. Schließlich wissen wir das alles und fördern ja auch entsprechend.
Kann man diese Untersuchung nicht von einem Arzt seines Vertrauens ersetzen lassen? Der normale Kinderarzt oder Kinderpsychologe, der den Kanner-Autismus diagnostiziert hat?
Wie ist Eure Meinung dazu, bin etwas ratlos im Moment.
LG
Hope _________________ frühkindlicher Autismus (10)
Hi,
wir kommen ja aus NRW.
Da gab es als erstes die Einladung der zuständigen Regelgrundschule. Der hatte man zu folgen, was ich auch tat und bei dem Gespräch mit der Rektorin direkt auf seinen AspergerAutismus hinwies. Es wurde aufgrunddessen dann das Verfahren zur Überprüfung des sonderpädagogischen Förderbedarfs eingeleitet, im Rahmen dessen mein Sohn separat im Kindergarten geprüft wurde (von einer Regelschul- und einer Sonderschullehrerin). Daraufhin erfolgte eine gutachterliche Empfehlung, der ich auch gefolgt bin.
Und dann gab es noch die normale körperliche Schuleingangsuntersuchung, die ich ok und unproblematisch fand.
Erkundige dich doch noch mal, ob es bei Euch nicht etwas ähnliches gibt. So macht das doch keinen Sinn. _________________ LG Gaby. (*8/64) ADS
mit Daniel (*1/99) Asperger Syndrom
und Alexander (*2/02) ADHS
Hallo Hope,
mir ging es mit Tessa genau so. Ich wollte die Einschulungsuntersuchung mit allen Mitteln verhindern, da zu dem Termin längst feststand, dass Tessa in eine Schule für praktisch Bildbare gehen wird. Das Verfahren zur Überprüfung des sonderpädagogischen Förderbedarfs war längst durch, das Gutachten da und die PB-Schule ausgesucht.
TROTZDEM wurden wir zu der Untersuchung verpflichtet. Irgendwie hilft da nur "Nicht ärgern, nur wundern... "
Der Termin war übrigens föllig für die Katz und die Ärztin war sogar noch stinkig, weil ihr ohne Ankündigung so ein Kind vorgestellt wird.
Also, zumindest in Hessen ist /war die Schulkinduntersuchung Pflicht und damit ein notwendiges Übel, das sich mit Humor gut durchstehen läßt.
(Tessa konnte damals noch nicht frei gehen, schon gar nicht rückwärts und der Aussprachetest scheiterte daran, dass Tessa nur lautiert. Antworten verstand die Ärttin nicht, da sie keine Gebärdensprache kann und Tessas gezeichneter Mensch war nicht ganz so gut gelungen, da sie keinen Stift richtig halten kann )
Liebe Grüße
Doris _________________ Doris(65) mit Tessa (02.99) und den Jungs: Jos (57), Mirco (92, LRS,ADH), Paul (94), René (97).
Unser Sonnenschein Tessa ist ein Frühchen (28. SSW) mit V.a. Mitochondriopathie, starke, allg. Entwicklungsverzögerung, tetraparetische Cerebralparese, Microcephalus, starke Sprachentwicklungsstörung usw..
Vor kurzem hat sie angefangen frei zu gehen!
Und dann gab es noch die normale körperliche Schuleingangsuntersuchung, die ich ok und unproblematisch fand.
Hallo Gaby,
um diese Untersuchung geht es in unserem Fall, denn die Zurückstellung ist ja schon letztes Jahr geschehen und die Anmeldung an der Förderschule ist auch schon erledigt. Es kann zwar sein, dass wir die Schule doch noch wechseln werden, aber es wird keine Regelschule sein.
Mir geht es darum, dass ich nicht möchte, dass schon wieder eine neue Person, eine fremde Ärztin, an Jann herum untersucht. Er kennt sie nicht und wird entsprechend ablehnend und ängstlich reagieren. Und sie kennt ihn nicht und ich werde wieder die ganze Geschichte erzählen müssen, warum er dies und das nicht kann.
Sicherlich gibt es Schlimmeres, aber gibt es keinen Weg daran vorbei?
LG
Hope _________________ frühkindlicher Autismus (10)
Verfasst am: 09.10.2006, 15:53 Titel: Schulunters. auch bei besonderen Kindern in der Regelschule?
Hallo Hope....
ich habe hier noch nicht viel geschrieben, aber Dein Problem kenne ich nur zu gut. Unser Pflegesohn Benjamin geb.: 2000 soll nun im Sommer nächsten Jahres eingeschult werden. Jetzt bekamen wir eine Einladung von der Schule, das wir mit Benjamin zur Schuluntersuchung in die Schule kommen sollen. Ich habe angerufen, und gesagt das Benjamin 90 % geistig behindert sei und so eine Untersuchung eigentlich nicht das Richtige wäre. Das hat den Rektor nicht interessiert. Er müsse dann was an die Tafel malen und einige Farben benennen und dann wäre die Untersuchung fast schon erledigt. Aber das kann unser Benschi ja nicht !! Die bestehen sort auf diese Untersuchung (auch wenn es eigentlich gar keine geben kann). Diese Sch...bürokratie !! Aber gut - morgen ist diese sog. Untersuchung und ich werde Benschi dort vorstellen - mal schauen was es dann gibt.
Also da siehst Du, das es überall die gleichen Probleme gibt. Wir sind übrigens aus Hessen.
Liebe Grüße von Sigrid mit Benschi
Mir grauts vor solchen Untersuchungen.Niklas weigert sich da immer und tut so,als ob er gar nichts kann,legt sich z.B. auf den Teppich und macht die Augen zu,weil er in Ruhe gelassen werden will.
Im Mai hatten wir die Schulanmeldung und er sollte was malen und benennen,aber er machte nicht mit.Stattdessen erzählte er der Rektorin und der Lehrerin,die ihn testen sollte,daß die den Ventilator nicht neben den Tischbrunnen stellen dürfen,weils sonst nen elektrischen Schlag geben könnte.Auf die Frage,welche Farben die Stifte der Lehrerin hätten,antwortete er überhaupt erstmal gar nicht,sondern fing wieder mit der Elektrik an.
Ganz zum Schluß,wo wir dann gehen wollten,ging Niklas nochmal zurück uns sagte die Farben der Stifte in der richtigen Reihenfolge.Es folgte ein Kopfschütteln der Damen und ein: wir haben aber schon eingetragen,daß er keine Farben kennt,was machen wir denn jetzt?
Toll,ich hatte denen gesagt,er würde sie kennen und die haben mir nicht geglaubt und dann fragen die auch noch,was sie nun machen sollen,weil sie es falsch eingetragen haben,statt es eben zu ändern.
Ich hasse solche Tests und Untersuchungen.
ich werde die Sache mal mit Humor nehmen und habe mir vorgenommen mal rauszufinden was so ein Test denn taugt...
Im Gesundheitsamt liegen ja schon sämtliche Unterlagen von meinem Sohn und ich habe nichts neues hinzuzufügen. Mal schauen ob die ihre Hausaufgaben gemacht haben?
Ich lasse Leon den Test ganz normal absolvieren, falls er überhaupt mitmacht und dann freue ich mich schon darauf das Gutachten auseinander zu nehmen.
Ob denen wohl auffällt das mein Sohn kaum was sieht? Ich glaube kaum, den das ist schon vor 2 Jahren niemanden in den Sinn gekommen, die kennen nur weitsichtig, kurzsichtig oder blind...
Alleine schon die Frechheit ein Kind nach 20min,dauert die Untersuchung eigentlich so lange? beurteilen zu können.
Nun ja,Leon kann das obligatorische Haus malen, ein bißchen auf einem Bein hüpfen und bis 3 zählen oder ein bißchen weiter . Das reicht denen doch schon. Aber wenn noch jemand ein paar Ideen hat was so gefordert wird, ich habe noch 4 Wochen Zeit mit ihm zu üben.
Euren Humor in allen Ehren (vielleicht sollte ich mir davon mal eine Scheibe abschneiden), aber es muss doch eine Möglichkeit geben, bereits vorhandene Gutachten und Diagnosen vorlegen zu können, um sich dann diese Farce zu ersparen.
Jann malt nicht, er isst die Stifte auf - Jann hüpft ganz bestimmt nicht auf einem Bein oder läuft irgendwo herum, wo es ihm gesagt wird - Jann wird ganz bestimmt keine Farben benennen oder zuordnen, er wird lediglich sämtliche Materialen ankauen und aufessen - Jann wird auch nichts sagen, denn er spricht nicht.
Ich will ihn nicht in diese Situation bringen, in der all diese Dinge von ihm eingefordert werden, ich finde das demütigend.
Gibt es nicht einen Weg darum herum?
Ich habe mir vorgenommen, mit dem Amtsarzt zu telefonieren, wollte hier nur vorab sehen, ob Ihr ein paar Tipps und Argumente zusätzlich an der Hand habt.
LG
Hope _________________ frühkindlicher Autismus (10)
unsere Regelgrundschule ist mit Treppen ausgestattet - die könnte ich mit Jan-Paul gar nicht raufgehen ohne mir dabei das Kreuz zu brechen. Einen Fahrstuhl hat die Schule nicht. Schon allein deshalb könnte ich zu so einem Termin gar nicht erscheinen - es sei denn in Begleitung von zwei Erwachsenen, die mir helfen, den Buggy nach oben zu tragen.
Jan-Paul ist schwer mehrfach behindert. Im Prinzip würde der Termin bei uns so aussehen, dass wir dort mit einer Grruppe von Leuten auflaufen, einer kümmert sich um JP, während ich mit den Lehrern spreche und ihnen in kurzen Sätzen klar mache, dass JP nicht greifen, sitzen, krabbeln, laufen und sprechen kann, er Windelträger ist sowie Epileptiker. Die Lehrer werfen dann einen Blick aufs Kind - aha, soso, na dann auf Wiedersehen!
Was für ein Schwachsinn! Und wie demütigend für Mutter und Kind, wenn auf dem Flur noch andere Eltern mit ihren normal entwickelten Kindern sitzen. Von den Umständlichkeiten des Transportes ganz zu schweigen...
Muss man sich und sein Kind so vorführen lassen?! Also ich werde alles in meiner Macht stehende tun, um Jan-Paul eine solche "Vorführung" zu ersparen.
Lieben Gruß, ich kann die hier geäußerten Argumente und Bedenken gut nachvollziehen und verstehen.
Sabine _________________ Unsere Vorstellung? -> hier klicken
Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
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Hope,Niklas malt auch nicht,die Stifte steckt er warscheinlich irgendwo rein denk ich mal (wo sie gerade reinpassen,Schubladen o.a.),hüpfen tut er eh nicht (fällt er zur Seite).Wir waren dieses Jahr beim Landesgesundheitsamt wegen der Untersuchung für den Kostenträger des Integrativsplatzes und er hat sich mit allem beschäftigt,nur nicht mit dem Testmaterial und alles andere hat er zweckentfremdet.Bei der Entwicklungsdiagnostik im Juni hat der Arzt aufgegeben,Niklas ließ sich nicht dazu bewegen,sich irgendwie testen zu lassen.Jedesmal bekommt er nen halben Tobsuchtsanfall,wenn jemand versucht ihn zu testen.Die einzige die er (außer mir) akzeptiert zum testen,üben u.a. ist die Heilpädagogin von seinem Kindergarten.
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