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Behinderte Jugendliche und Straßenverkehr, Führerschein!

 
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Jakob05
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BeitragVerfasst am: 04.10.2006, 16:42    Titel: Behinderte Jugendliche und Straßenverkehr, Führerschein! Antworten mit Zitat

Hallo Ihr !
Mein Sohn schwärmt wie alle 18jährige vom Autofahren. Das halte ich aber für keine gute Idee.
Es gibt zwar keine konkrete AUsschlussdiagnose, dass er nicht Autofahren dürfte, er braucht auch keinen speziellen Umbau, aber ich denke, das Fahren würde ihn mental überfordern.
Marvin fährt erst seit einigen Jahren selbstständig Fahrrad und auch das nur langsam und unsicher und nur auf bekannten Strecken.
Wie geht ihr mit diesem Thema um ? Wie kann man unsere Kinder an den Strassenverkehr heranführen ? Sollte ich ihn zuerst mal einen Mofaführerschein machen lassen, damit er sich langsam an den Überlandverkehr gewöhnen kann ?
All diese Führerscheinstufen kosten aber auch eine Menge Geld. Gibt es da Zuschüsse für Behinderte ? Gibt es spezielles Verkehrstraining für behinderte Jugendliche ?
Freu mich auf Eure Ideen und Antworten !
C.

_________________
Cordula (65) + Stephan (68) mit Ira (86), Marvin (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), Jakob (†28.07.05,*02.08.05,37.SSW) + Konrad 10/07 (GS, OSAS, Laryngomalazie,Tracheostoma)
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Lisa Maier
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BeitragVerfasst am: 04.10.2006, 17:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Cordula,

ich weiß nicht, was dein Sohn für eine Behinderung hat. Sollte sie aber aktenkundig sein, so ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß er zur MPU muß. Ich denke, bei den Tests besteht man in der Regel bei einer mentalen Überforderung die MPU nicht. Ansonsten würde ich nicht einfach gleich 'nein' sagen, sondern ihn mal eine Probefahrstunde machen lassen. Entweder das läuft dann besser als du denkst, oder er merkt vielleicht selbst, daß das ein bißchen viel für ihn ist (oder der Fahrlehrer sagt, daß es nicht geht - auch das ist besser, wie wenn die Mutter nein sagt). Unsicheres radeln kann auch was mit dem Gleichgewichtssinn zu tun haben und muß deswegen nicht unbedingt auf das Autofahren übertragbar sein.

Viele Grüße

Lisa
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BeitragVerfasst am: 04.10.2006, 17:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Cordula,
da sprichst Du ja ein höchst brisantes Thema an.............
Mein Jüngster ist auch ganz wild darauf einen Führerschein zu machen, bzw. Autozufahren - er kann bisher aber weder lesen noch schreiben, somit kann ich ihn immer noch vertrösten - aber was sage ich ihm, wenn er es in den nächsten drei Jahren doch noch lernt ?
Fahrrad fahren ist für ihn kein Thema - Inliner, Skateboard , Einrad - alles was rollt hat höchste Priorität.....nur die Verkehrsregeln sind leider nicht "drin"........
Hallo Leute - was machen wir bl0ß mit den Kiddy's ???
Liebe Grüße
Heike
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Jakob05
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BeitragVerfasst am: 05.10.2006, 08:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ihr beiden !
Freut mich, dass ich mal wieder einen allseits interessanten Punkt angesprochen habe. Vielleicht hilft das dann auch gleich noch mehr Leuten.

@Lisa: Ich fürchte Marvin würde die Probefahrstunde und die TÜV-Prüfung sogar bestehen, da er mit solchen Prüfungssituationen ganz gut zurecht kommt, aber was dann. Wenn ich den Stein Führerschein jetzt in Rollen bringe und er besteht die Prüfungen, wie kann ich es dann mit meinem Gewissen vereinbaren ihn auf die Menschheit loszulassen ?? Klingt gemein, so meine ich es aber nicht.
Marvins grösstes Problem ist die Koordination verschiedener Gedankenleistungen. In der Prüfung sagt der Prüfer, rechts, links, gradeaus etc., im wirklichen Leben muss der Fahrer eines Autos aber Verkehrregeln einhalten, seinen Weg planen und folgen, spontane Ereignisse möglichst voraussehen und entsprechend handeln. Und parallel hat ein Auto noch soooo viele Knöpfe, die man verstellen kann.
Genau da seh ich ein Problem !!! Das ist der Punkt, der auch Marvins unsicheres Radfahren ausmacht. Es gibt zu viele Reize zu verarbeiten !!!
@Heike: Auch ich habe Marvin vertröstet, da sein Freund wegen nicht eingestellter Epi auch noch auf die Freigabe zum Führerschein wartet. Ausserdem hab eich Marvingesagt, er muss sich alleine um die Auswahl der Fahrschule und die Anmeldeunterlagen kümmern. Ich hoffe, damit ist er eine Weile beschäftigt ! Wink
C.

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Cordula (65) + Stephan (68) mit Ira (86), Marvin (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), Jakob (†28.07.05,*02.08.05,37.SSW) + Konrad 10/07 (GS, OSAS, Laryngomalazie,Tracheostoma)
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Haase
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BeitragVerfasst am: 25.10.2006, 19:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
Jakob hat mich gebeten, hier was zu schreiben. Ich hatte das posting bisher nicht gesehen...
Die Schwierigkeit des Themas habt ihr selbst erkannt und es ist auch für mich nicht leicht, eine passende Antwort zu geben. In der Verkehrssicherheitsberatung meiner Behörde ist es so, dass die Kinder der Lernbehindertenschule ihre Fahrradprüfung erst in der 6. Klasse machen. Und später machen sie einen "Mofaführerschein" - und dabei ist klar, dass das für viele das Fortbewegungsmittel der Zukunft sein wird, weil es für eine Auto-Führerscheinbewältigung nicht reicht. Damit kommen wir im Kreis Gütersloh als Polizei gut klar. Wer aus der langjährigen Kenntnis seines Kindes das Gefühl hat, das Autofahren von der Reizüberflutugn der zu bewältigenden Mehrfachhandlungen zu viel ist, ich denke, der ist selbst Fachmann seines Kindes und tut gut daran, dem Kind den Führerschein nicht zu ermöglichen. Was man machen kann, ist ein Hör- Seh- und Reaktionstest beim ADAC ( da habe ich meine Mutter mal hingeschickt, die dann durch alle Tests durchfiel.., war auch schwer für mich als Tochter ) Was ihr mal versuchen könnt: Versucht man, vom Beifahrerplatz aus eine Autofahrt durch die Scheibe, mit Video aufzunehmen. Wie ein Simulator. Setzt eurern Sohn vor die Aufnahmen und gebt ihm eine Art "Lenkrad" in die Hand. Er soll den Weg mal nachfahren und dabei auch erklären, was da jeweils als nächstes auf ihn zukommt und wohin er gucken muss. ( Ist sicher schwer, ich fände den Versuch aber spannend ) Als PC-Programm gibt es sowas ähnliches auch: ein Fahrradsimulator, man fährt virtuell Fahrrad und muss reagieren. ich habe Zugriff auf sowas, weiß aber nicht, wo man das sonst bekommt.
Im Grunde finde ich die Idee auch nicht schlecht, selbst und freiwillig mit dem Kind eine MPU zu machen.
Gruß
Ellen
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Jakob05
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BeitragVerfasst am: 26.10.2006, 09:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ellen,
danke für deine Antwort. Auch wenn ich nicht Jakob heisse !!!
Einen Fahrsimulator für Auto, der autentische Fahrsituationen darstellt, gibt es bei Weltbild für 10 Euro zukaufen. Heisst "Führerscheinprüfung" oder so ähnlich. Den hat Marvin und kommt - trotz sehr sicherem Umgang mit dem Komputer überhaupt nicht klar.
Ich hatte ihn mal als Geschenk für ihn gekauft, aber Deine Idee, ihn als Abbild der Wirklichkeit zu benutzenun d Marvin damit zu beweisen, dass das nicht klappen kann, finde ich prima. Werde ich ihm am Wochenende noch mal zeigen.

Das mit dem Mofa-Führerschein für LB finde ich auch interessant. Läuft das innerhalb der Schule auf einem Verkehrsübungsplatz ?? Braucht man dazu ein Mofa ? Wäre ja blöd eines zu kaufen, wenn das mit dem Führerschein nicht klappt. Gibt es auch wetterfeste Fahrzeuge, die mit diesem Führerschein gefahren werden dürfen ?

Ich hatte hier schon Kontakt mit der Polizei wegen solcher Kurse, die fanden die Idee zwar gut, waren sich aber noch nicht sicher, wie sie das umsetzen sollen.
Wenn du also Erfahrung mit solchen Jugend-Verkehrssicherheitskursen hast, kann ich die vielleicht an unsere Polizei weitergeben.

Danke einstweilen !

Cordula

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Gast






BeitragVerfasst am: 26.10.2006, 10:04    Titel: Antworten mit Zitat

Gestern abend auf 3 Sat eine tolle Langzeitdoku über den heute 20jährigen Simon Federer aus der Schweiz.

http://www.sf.tv/sf1/dok/index.php?.....p?docid=20060629_2000_SF1

Simon hat das Down-Syndrom. Die Eltern haben ihn "so normal wie möglich" aufwachsen lassen trotz vieler Widerstände (Regelschule, später Privatschule mit nichtbehinderten Kindern.)

Simon hat seinen Mofaführerschein gemacht, arbeitet derzeit in einer Anlernausbildung im Zoolino Zürich als Tierpfleger.

Silke
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Haase
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BeitragVerfasst am: 26.10.2006, 14:41    Titel: Antworten mit Zitat

Diese Kurese laufen mi dem Theorieteil als schulischer Untericht. Den praktischen Teil machen mal Lehrer, mal Polizisten, auf dem Schulhof. Unser neuer Chef wird das nicht mehr wollen und an die Schulen komplett zurückgeben. Die Schulen haben dafü eigene Mofas oder Roller, manchmal gesponsert von der Verkehrswacht. Danke für den Tipp mit dem "Fahrsimulator".
Ansonten machen Fahrschulen auch den Mofaführerschein, de eigentlöich "Prüfbescheinigung" heißt.
Ellen
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