Verfasst am: 30.09.2006, 14:46 Titel: Wann sind es zuviele Therapien?
Hallo
Ich habe in den letzten Tagen über,für mich,neue Therapieformen gelesen,die bei Spastik helfen.Die Heilstromth.(IFR) und die Deveny Th.in ungarn.Außerdem waren wir bei der Integra,Rehamesse in Wels.Dort haben wir einen Tollen Bewegungstrainer gesehen-extra für Spastiker geeignet.
Am liebsten würde ich diesen Bewegungstrainer ausprobieren und auch die Stromtherapie.
Meine Frau ist aber dagegen weil es sonst zuviel wird für Christoph.
Er bekommt 1 mal pro Woche Frühförderung und detto Logopädie(wo zur Zeit einiges passiert).
Außerdem machen wir(ich) täglich soviel ABR wie möglich mit ihm, ca.1-2 std.Und das während er schläft, weil er es munter nicht akzeptiert auf dem Rücken ruhig liegen zu bleiben.
Ich möchte gerne von euch wissen wieviele Therapien ihr mit euren liebsten macht.
Wie merkt man das ein Kind übertherapiert ist?
Die Frühförderung könnte man locker weglassen,bei uns z.B. wir machen so vieles jeden Tag um seine Wahrnehmung zu fördern.
Ist ein Bewegungstrainer dann auch eine Therapie?
Meine Frau ist Dipl.Päd. und hat ca.6-7 Jahre in der Lebenshilfe gearbeitet.Also eigentlich vom Fach.Trotzdem fällt es mir unglaublich schwer in unserer speziellen Situation nicht noch eine Therapie,die christoph helfen könnte auszuprobieren.
Alles Liebe Christian _________________ Sonnenschein Christoph(04/05)CP, hat eine Schluckstörung,kann auch nicht husten.Er hat eine spastische Tetraparese,noch keine vollständige Kopfkontrolle,Temperaturregulationsstörung,..
Prinzessin Hannah Melina (06/06) Unser Album: klick hier
Ich würde sagen, es muss auf jeden Fall noch genug Zeit zum Spielen und entwickeln bleiben.
Freizeit muss sein!
Ich habe als Kind Frühförderung, KG und Ergo gemacht.
Später dann KG, Hippo und Ergo.
Heute nur noch KG.
Ich persönlich würde sagen, nicht mehr als 3 Therapien gleichzeitig.
Natürlich kommt es auch auf das Kind an und wie viel es mitmacht.
Manche Kinder kommen auch mit mehr klar, manche mit weniger.
Eine Pauschalantwort gibt es hier sicher nicht, aber wie gesagt,
Zeit für Freizeit sollte unbedingt sein.
Ja, ich würde den Bewegungsstrainer auch als Therapie sehen.
Aber wenn ihr die Frühförderung wirklich weglassen könntet,
könntet ihr diese ja durch den Trainer ersetzen? _________________ LG Jaqueline
ICP - spast. Tetraparese, Kyphose
Freund: GM-Epilepsie (VNS-Träger)
Hallo Jaqueline
Danke für die ausführliche Antwort.Finde es toll wenn Betroffene Selbst hier mitschreiben.Genau ihr wißt ja was euch guttut und könnt das auch ausdrücken.
Ein klein wenig kann man da sicher Rückschlüsse für das eigen Kind ziehen,was ich als großen Vorteil sehe.
Kurz zum Thema Freizeit:Diese zwei Therapien finden bei uns zuhause statt.
Weniger als zwei Std.pro Woche. Der Rest ist alles Freizeit.Weil die ABR wie gesagt im schlaf "passiert"
Alles Liebe Christian _________________ Sonnenschein Christoph(04/05)CP, hat eine Schluckstörung,kann auch nicht husten.Er hat eine spastische Tetraparese,noch keine vollständige Kopfkontrolle,Temperaturregulationsstörung,..
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als Jan-Paul noch so klein war wie Christoph, haben wir auch sehr viel an Therapien mit ihm gemacht. Ich war da auch sehr engagiert und motiviert - mehrmals am Tag Vojta, immer wieder Spiele, um die Wahrnehmung anzuregen usw. Nach einem halben Jahr habe ich dann aber gemerkt, dass das bei JP alles nichts bringt und er einfach sein eigenes Tempo hat. Wir haben dann von Vojta auf Bobath umgesattelt, was für alle eine große Erleichterung war. Bis zum Eintritt in den Kiga bekam er dann 2x in der Woche Bobath-Therapie und 1x Frühförderung. Einen Tag in der Woche war er komplett bei der Oma, die sich auch sehr viel mit ihm beschäftigt hat - im Prinzip also auch ein Therapie-Tag.
Zum 3. Geburtstag ist JP in den Kiga gekommen. Seitdem habe ich alle Therapien Profis überlassen. JP bekommt im Kindergarten Schwimmen, Bobath, Sehfrühförderung und jetzt im zweiten Block auch Logopädie. Er kann dort im Stehständer stehen, hat seinen Liegekeil uvm. Privat gehen wir seit über einem Jahr nur noch 1x in der Woche zum Reiten. Das passiert vor dem Kindergarten, sodass JP dann statt um 8.00 Uhr erst um 10.00 Uhr da ist.
Der Nachmittag (JP kommt jeden Tag erst um 15.00 Uhr nach Hause) steht dann ganz im Zeichen von Vergnügen und frischer Luft. Auch am Wochenende darf er sich erholen und wir unternehmen viel als Familie etwas zusammen. JP mag es gerne, wenn wir alle gemeinsam etwas machen, Besuch da ist etc. Insofern haben wir nach den ersten beiden hektischen Anfangsjahren nun schon seit bald drei Jahren einen schönen Ablauf, der das Familienleben nicht sonderlich belastet und JP genug Freiraum lässt.
LG
Sabine _________________ Unsere Vorstellung? -> hier klicken
Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
REHAkids - Das Forum für besondere Kinder
Ich hatte soweit ich mich erinnern kann 2 Stunden KG und 1 Stunde Ergo pro Woche während dem Kindergarten/ der Schule (also jeweils 45 Min). Zuhause haben meine Eltern auch viel mit mir gemacht und das mir spielerischem verbunden soweit es ging. Da habe ich dann zumindest als kleineres Kind gar nicht gemerkt, dass wir Therapie machen. Freizeit war das aber auch nicht wirklich, da ich doch nicht so spielen konnte wie ich wollte, aber es hat mir die Therapie schöner gemacht. Meine Mutter war eher für die "Handgriffe" also die Übungen (nach Bobath) zuständig, mein Vater spornte mich eher zum Gehen an Stützen und zum Fahrrad fahren u.ä. an und ermahnte mich, wenn ich mal wieder im Zwischenfersensitz saß, das nicht zu tun. Das Fahrrad empfand ich als Freizeit. So teilten sie sich die Aufgaben. Ich fühlte mich nie übertherapiert aber mehr hätte es auch nicht sein sollen (finde ich heute). Ich fand das Maß okay.
Heute habe ich in der Schule 2x pro Woche KG. Den Rest mache ich selber, also laufen an Stützen, Rad fahren, im Stehständer stehen.
Da ich ja heute älter bin, kann ich mir das selbst einteilen und es gliedert sich dadurch in den Alltag ein wie Zähne putzen, duschen gehen etc. _________________ LG Jaqueline
ICP - spast. Tetraparese, Kyphose
Freund: GM-Epilepsie (VNS-Träger)
Ich möchte kurz auf das Argument meiner Frau,das man nicht von der Hand weisen kann,eingehen.
UNd zwar das alles vom Gehirn gesteuert wird,und das es dadurch einfach zuviel wird.
Mein Gegnargument ist das die eine Therapie auf das Geistige abzielen während andere doch auf das körperliche gehen.Ich unterscheide also diese zwei Formen,und meine ja doch das unterschiedliche Therapien auch verschiedene Gehirnzentren anspricht.
Alles Liebe christian _________________ Sonnenschein Christoph(04/05)CP, hat eine Schluckstörung,kann auch nicht husten.Er hat eine spastische Tetraparese,noch keine vollständige Kopfkontrolle,Temperaturregulationsstörung,..
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ich denke auch, dass jede/r selbst entscheiden muss, wieviel Therapie das Kind verträgt. Morgens und abends mache ich mit Florian KG nach Vojta, um ihn zu lockern und aufzurichten, dazu ein paar Dehnungsübungen. Seit kurzem ist Flo im Kiga, wo er 2 mal KG nach Bobath bekommt, 1 mal Sprachtherapie und einmal geht die Gruppe zum Turnen/Spielen in die Turnhalle. Wegen Vojta muss ich an einem Tag vor dem Kiga mit Flo in die KG-Praxis, so dass FLo auch erst um 10 statt 8 im Kiga ist. Bislang hatten wir noch einmal die Woche Ergo, aber das bringe ich nicht mehr unter, denn 2 Therapien vor dem Kiga und dort erst zum Mittagessen auflaufen ist nicht der Hit, nur Stress für alle Beteiligten. Nachmittags (Flo kommt um 15:15 heim) und am Wochenende steht dann Spielen/Toben daheim oder auf einem Spielplatz an, auch mal Schwimmengehen oder ein Zoobesuch. Gerade mit anderen Kindern zu spielen und von denen was zu lernen bringt Flo vorwärts; zB hat ihm sein 1 Jahr älterer Freund Emre beigebracht, auch die Rutsche hochzulaufen. Flo braucht eh viel Bewegung, muss klettern und sich messen, neues ausprobieren, sich auspowern. Auf der anderen Seite ist er anschliessend auch in der Lage, stundenlang zu puzzlen oder mit Lego/Autos zu spielen, herumzukneten oder zu malen. Florians Ausgeglichenheit kommt meiner Meinung nach daher, dass er hohen Anteil an Freizeit und Spielen hat. Die Therapien dürfen nicht im Vordergrund stehen.
Liebe Grüße
Dagmar _________________ Dagmar m. Florian (09/03)
Mein Gegnargument ist das die eine Therapie auf das Geistige abzielen während andere doch auf das körperliche gehen.Ich unterscheide also diese zwei Formen,und meine ja doch das unterschiedliche Therapien auch verschiedene Gehirnzentren anspricht.
Hallo,
ich verstehe bloß nicht, was dieses Zitat mit der Frage zu tun hat, ob und wann man zuviel Therapie dem Kind "anbietet" (so nenne ich es einfach mal)????
Die Antwort auf die ursprüngliche Frage ist sicherlich nur bei dem zu finden, der die Therapien "erlebt"- nämlich das Kind!
Was sollen da bloß die Eltern sagen, die 3-4x / Tag die Vojta-Therapie oder Bobath ausproieren....
Man findet es heraus und die Kinder melden es einem zurück!
>>>Und du fühlst, dass du lebst
Weil du tanzt und fliegst, du schwebst
Weil du lachst, weil du weinst und liebst
Du bist ein Wunder
Du bist ein Wunder<<<
Andreas Bourani "Wunder"
ich h´glaube auch, das uns unsere Kinder zeigen würden, wann es zu viel ist. Mit Pascal habe ich auch immer wieder Therapie-Pausen eingelegt. Das haben wir beide dann gebraucht. Jetzt bekommt er im Kiga Ergo, KG und Frühförderung und wir sind am überlegen, ob wir mit ihm eine Schwimm oder Reittherapie machen sollen. Er kann eigentlich immer viel vertragen.
Emma bekommt zur Zeit, zwei mal die Wo KG ausser Haus und zuhause 1-2mal am Tag Vojta, ausserdem kommt alle 3Wo die Frühförderung und einmal die Woche gehen wir mit ihr zur Musiktherapie. Wir brauchen regelmässig kleine Pausen, aber ansonsten ist sie sehr ausgeglichen.
Ich glaube, das man das nicht pauschal sagen kann. Lass es darauf ankommen, was er gern macht, wird ihn nicht zu viel werden...
ich h´glaube auch, das uns unsere Kinder zeigen würden, wann es zu viel ist
Da gebe ich dir in gewisser Weise recht, nur müssen die Eltern dann auch bereit sein dieses zu erkennen. Bei manchen Eltern wird die Förderung ihrer Kinder irgendwann zum Selbstläufer, so nach dem Prinzip: 'Wenn das Ziel mit einer Stunde Therapie pro Tag nicht erreicht wird, dann therapieren wir eben zwei Stunden. Wenn dann der Erfolg da ist, ist er bestimmt froh, daß wir ihm Druck gemacht haben.'
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