Hallo, Ihr Lieben,
mein Michi ist auch Kandidat für die Förderschule L.
Ich hatte ein langes Gespräch mit einer Sonderpädagogin aus dem Lernbehindertenbereich und meine Freundin hat auch 2 Söhne in der Förderschule L.
Die Sonderpädagogin hat mir gesagt, dass im Grundschulbereich die Förderschule durchaus gut und empfehlenswert ist.
Es ist eine echte Chance, da sind nicht lauter Asoziale. Auch wird das Ziel verfolgt, daß die Kinder wieder zurück in die Regelschule kommen.
Meine Freundin ist auch sehr zufrieden, ihr Sohn geht ENDLICH gerne in die Schule.
Der größte Schläger und Brutalo bei uns in der Regelschule ist ein sehr intelligentes Oberschicht-Kind.
Eigentlich hat mein Michi mehr Probleme im psychosozialen Bereich, Schüchternheit, Kontakthemmung, Einzelgänger.
Ich habe in der E-Schule angerufen, die haben aber auch gemeint, daß mein MIchi dort niedergemacht würde, da diese Kinder "eine eher produktive Symptomatik" hätten.
Ich muß aber schon sagen, daß ich sehr glücklich wäre, wenn ihn die Sprachheilschule nimmt und er das schafft.
Aber ein Fiasko auf der Regelschule muß nicht sein.....
Gruss, Christiane _________________ Christiane mit Michael (9), außerhalb der Familie übermäßig schüchtern, angepaßt, zurückhaltend, soziale Unsicherheit bei chronisch-rezidivierenden Paukenergüssen, ADHS. Hat sich in den letzten Monaten sehr gut entwickelt und viele Entwicklungsrückstände aufgeholt. Besucht Klasse 3 einer Kooperationsklasse der Grundschule.
auch bei meinem Sohn wurde eine Lernbehinderung festgestellt bzw. steht schon länger fest.
Es hört sich zwar wirklich hart an, das zu sagen, aber auch bei uns im Saarland ist es wohl so, dass auf den L-Schulen vor allen Dingen "verhaltensauffällige" Kinder zu finden sind.
Mein Sohn ist auch ein aufgewecktes und fröhliches Kind, aber mit Rangeleien hat er arge Probleme. Er kann das gar nicht verstehen, dass manche Kinder nicht so sind, wie er. Er geht immer offen auf alle zu, aber bei Ablehnung weiß er sich nicht zu helfen. Er ist auch ein dürres Kerlchen, dass wohl bei jeder Rauferei unterlegen würde.
Jetzt steht bei uns auch die Schulfrage an.
Auf welcher Schule hätte er wohl mehr Probleme? Auf einer Regelschule oder auf einer L-Schule.
Die Entscheidung fällt nicht leicht. Ich bin z. Zt. aber auf dem Stand, dass ich es zuerst mit Integration auf der Regelschule versuchen will. Dort wird er auch Kinder treffen, die mit ihm schon im Integrationskindergarten waren. Ich bin der Meinung, wenn es auf der Regelschule nicht klappen sollte, kann ich ihn immer noch auf die L-Schule schicken.
Ich versuche aber zuerst, hoch anzusetzen, denn ich glaube, dass mein Sohn es evtl. auf der Regelschule schaffen kann.
Die Entscheidung ist wirklich nicht leicht.
Hier im Saarland haben wir, glaube ich, 2 L-Schulen, auf denen auch der Hauptschulabschluß gemacht werden kann.
Ich denke, jeder kennt sein Kind am besten und ich glaube, bei jedem Kind muß diese Entscheidung auch individuell getroffen werden.
Nachdenkliche Grüße
Steffi _________________ Steffi mit Christopher geb. 1999, Kleinhirnfehlbildung, Entwicklungsverzögerung, bestehender Herzfehler (Restloch nach VSD), Sprachentwicklungsverzögert
@ Steffi
Bei uns in NRW können eigentlich alle Kids einer LB-Schule bei entsprechender Eignung nach der 9. Klasse in Richtung Hauptschulabschluß hinarbeiten. Ist bei Euch aber doch noch lang hin, bis so ne Entscheidung ansteht.
Gib Deinem Sohn lieber einen Start an einer Schule, wo er sich wohlfühlt, anstelle jetzt schon an Zeiten in 10 Jahren zu denken.
Die Entscheidung kann Dir keiner abnehmen, der Deinen Sohn nicht persönlich kennt. Aus meiner Erfahrung kann ich Dir nur sagen, dass auch Regelschulen ganz schön brutale Kiddies haben können, somit gibt es Raufereien sicher überall. Vielleicht sind die Lehrer einer LB-Schule gerade im Grundschulbereich noch mehr drauf sensibilisiert, wenn es irgendwo knistert und greifen eher ein. So empfinde ich es jedenfalls bei uns. Ich hab übrigens auch so nen dünnes Kerlchen, und der hat selber den Bogen schnell rausbekommen, wie man Zoff aus dem Weg geht.
ich kann dir nur empfehle, schaue dir die L-Schule einmal an. Sprich mit dem Rektor dort und frage ob die dort einen Tag oder kürzer hospitieren darfst. Dann kannst du dir ein Bild machen, wir es wirklich dort zu geht.
Eine Freundin von mir wollte ihren Sohn auch nicht auf die L-Schule geben, wegen genau den gleichen Gründen wie bei dir. Da alles andere sich zerschlagen hat mußte er dann doch in die L-Schule. Jetzt ist sie heilfroh. Er ist jetzt in der 4. Klasse und es läuft super. Die Lehrer achten sehr auf die stilleren Kinder. Dies ist bei 8 bis 11 Kindern auch viel leichter möglich als bei 20 bis 32 in normalen Klassen.
Spreche auch im Vorfeld mit der Grundschule. Inwieweit ist die Grundschule bereit auf die Besonderheiten deines Kindes Rücksicht zu nehmen?
Liebe Grüße
Rita _________________ Rita mit Sohn *Dezember 1995, ohne Diagnose,
cerebrale Koordinations- und Tonusregulationsstörung mit Zehenspitzengang, kognitive und sprachliche Entwicklungsstörung, süßer Bengel
auch ich muss mich hier melden um positives über die Förderschulen zu schreiben Mein Sohn Fabian ist dort sehr gut aufgehoben und bestens gefördert . Die Kinder sind alle sehr nett , natürlich gibt es auch vereinzelt mal Ärger , es gibt halt unterschiedliche "Temperamente" . Aber die Lehrer sind dann auch da und helfen den Kleineren oder Schwächeren d.h. sie fühlen sich auch zuständig .
Auch in den Pausen oder wie es in den Schulbussen zugeht , die Lehrer an der Realschule meines großen Sohnes sehen in solchen Situationen leider keinen Handlungsbedarf
Bei uns im Landkreis gibt es allerdings nur 2 Förderschulen mit 2 DF-Klassen für insg. 80000 Einwohnern (oh sorry seit heuer gibt es erstmals 3 Kl.) . Im übrigen gibt es auch keine Sprachheilschule oder KB-Schule , was ich schon ein bißchen arm finde , da wir schließlich kein armer Landkreis sind und wirkliche Integration an den Grundschulen auch nicht stattfindet.
Tja , das bedeutet , das manche schon sagen wen jemand im Förderzentrum einen Platz kriegt , ist das fast schon wie ein SECHSER im Lotto .
Im Ernst unsere Schule hat echt einen guten Ruf und bis zu 7. Klasse können die Kinder auch an die Regelschule wechseln.
Unsere Schule ist halt auch recht klein , 1-9 Klasse je nur 2 zügig mit max.15 Kindern + 4 SVE Gruppen. Schön ist bei uns auch , dass die "Kleinen"( SVEs + DF-Klassen 1 , 1A und 2) alle im Neubau extra untergebracht sind und auch über einen eigenen Pausenbereich mit Spielplatz + Fahrzeugen verfügen.
Ich arbeite selbst im Kindergarten und wenn ich Eltern rate , sich zu überlegen ob die SVE oder das Förderzentrum nicht vielleicht der bessere schulische Weg für ihr Kind wären , stoße ich auch oft auf skeptische Blicke
Natürlich , denn für viele bricht da erstmal eine Welt zusammen , das was man seinen Kindern gewünscht , oder auch sich selbst erhofft hat , hat nicht mehr bestand. Und es ist manchmal echt erstaunlich , wieviel man übersehen kann wenn man nicht will.
Die Vorstellungen der Eltern haben dann auch oft nichts mit der Realität zu tun , aber sie haben sich ja mit dem Thema überhaupt noch nicht beschäftigt.
Wenn ich dann halt erzähle , was dort geschieht , wie gelernt wird und das ich das aus pers. Erfahrung weiß und auch verstehe welche Bedenken die Eltern haben , bewirkt das meist ein erstes umdenken.
Die Eltern fragen im Bekanntenkreis und in der Nachbarschaft nach , letztendlich hören sie dann oft viel bessere Berichte als sie gedacht hätten .
Einige Eltern habe ich im Nachhinein an der Schule wiedergetroffen und sie konnten die positiven Erfahrungen nur bestätigen .
Sicher mag es Mißstände an Förderschulen geben , aber die gibt es woanders auch , oft ist es schlicht und ergreifend Unwissendheit die zu solchen g e n e r e l l e n Vorurteilen führt.
ich habe zwar noch kein Kind auf der Förderschule. Aber trotzdem
kommen da negative Gedanken auf. In Niedersachsen, wo ich wohne,
ist nach dem Kindergarten mit Integration irgendwie Schluß. Inte-
gration in Regelschulen ist hier scheinbar wohl eher die Ausnahme.
Wenn beim Kind sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt wird
(eigentlich ja nichts schlimmes, dem Kind soll ja auch geholfen werden),
und der Integrationsantrag in der zuständigen Regelgrundschule durch
das Lehrerkollegium abgelehnt wird, wird man ja praktisch dazu ge-
zwungen sein Kind in einer Förderschule anzumelden. Da kommt bei
mir das Gefühl hoch, mein Kind hat keine richtige Chance einen
qualifizierten Beruf zu lernen (viele Kinder mit Lernschwäche sind
handwerklich sehr begabt, nur an der Theorie hapert es, das kann
es doch nicht sein). Und hintenherum wird einem Elternteil dann noch
angekreidet, seinem Kind keine vernünftige Schulausbildung ge-
boten zu haben. Wenn es so weit sein sollte will ich als Elternteil
selbst endscheiden, ob mein Kind in einer Regelschule integrativ
unterrichtet wird oder nicht. Förderschule als Zwang, nein danke!
Unsere Tochter besuchte auch 6 Jahre eine Förderschule/Schule für Sehbehinderte. In dem Jahr vor der Einschulung habe ich alles versucht um sie in der Grundschule vor Ort zu integrieren. Die Augenklinik bot uns immer wieder an mit jemanden voon der Sehbehinderten Schule zu sprechen. Lehnten wir ab. Unser Kind geht nicht auf eine Förderschule. Auf dem Elternabend für die zukünftigen Schulanfänger sprach ich die Direktorin an, wie es aussieht mit der Integration eines sehbehinderten Kindes. Die Anwort war, wir haben auch schon ein Rollikind durchgeschleppt, da wird es auch schon irgendwie funktionieren. Sofort gingen bei mir die Arlarmglocken. Durchgeschleppt, Irgendwie, das wollte ich nicht für mein Kind. Dann gab es ein Elterntreffen sehbehinderter Kinder auf der Schule. Wir gingen dort auch hin, denn Ausstausch war uns wichtig. Wir waren begeistert von der Schule, vom Personal. Die Klassen haben höchstens 11 Kinder ab 12 Kinder wird die Klasse geteilt. Von der 1.-4. Klassen lernen LB Kinder und die nicht geistig beeinträchtigten zusammen. GB Kinder werden so lange wie möglich integriert. Und das soll das Richtige für unser Kind, welchen besonders klug und schlau war das richtige sein. Mit GB Kindern in einer Klasse, um Gottes Willen. Es hat ca. 3 Monate gebraucht, bis wir vwerstanden haben, das ist die Richtige Schule für unser Kind. Denn langsam wurden auch ihre Verhaltensauffälligkeiten immer stärker. Sie blieb dort bis zur 5. Klasse (5 Grundschuljahre+5. Klasse hauptschule) und wechselte dann gestarkt auf ein Gymnasium, weil SIE es wollte.
Unsere Vorurteile bestätigten sich nuzr darin, sie war im Dorf stigmatisiert, denn sie ging nicht auf die Dorfschule sondern wurde mit dem Bus geholt und gebracht. Also ist sie "doof" und "minderbemittelt" Aber genau die Einstellung hatten wir vorher auch. LG Ina _________________ Dana geb.1994, HFA- Autistin, Sehbehindert 20% Sehkraft mit imlant. Kunstlisen bds),kombinierte beidseitige Schwerhörigkeit (auf einem Ohr taub)
Mara geb.1997, Aortaerweiterung d. Herzklappenfehlbildung, ADHS
es ist wirklich schwer dir zu raten, da ja nur wenige dein Kind kennen.
Ein aktuelles Beispiel gefällig?
Die neue Lehrerin meines Sohnes ist von einer LB-Schule.
Sie sagte im Elterngespräch, dass die LB-Schule mehr ein Auffangbecken für verhaltensauffällige Schüler ist und das sie dafür nicht ausgebildet ist. Sie fühlt sich jetzt in der KB-Schule wesentlich wohler.
Der Wehrmutstropfen ist natürlich, dass sie sich nicht mit Körperbehinderungen auskennt. Motivation und Aufklärung seitens der Eltern ist aber erwünscht und somit eine gute Zusammenarbeit gewährleistet.
Schön wenn du noch eine Alternative hast- die Sprachheilschule. Vielleicht die ersten Jahre eine echte Alternative.
LG Gabi _________________ Habe 6Kinder, die ersten vier sind Selbstständig, Maximilian6/94 30.SSW.Sauerstoffmangel III.Grades Tetraspastiker, Sprach-Hör-und schwer Sehbehindert,
und Jule 6/96,ich bin 48J
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