wenngleich ich denke, Kinder in schulischen Therapien sind nicht mit der Originalfrage von Kate zu vergleichen, macht mich Dein Beitrag trotzdem neugierig: Es ist von Bundesland zu Bundesland sehr verschieden, wie Eltern für schulische Zusatzangebote /Therapien überhaupt herangezogen werden dürfen. Hier in NRW ist es quasi untersagt, an Eltern heranzutreten und Zusatzzahlungen für Zusatzaktivitäten zu verlangen. Als Begründung wird angeführt, darüber könnten Kinder finanzschwacher Familien ausgegrenzt werden. Wie wäre das denn bei euch, wenn Ihr die 165Euro nicht aufbringen könntet? Was würde dann mit Eurem Kind in der Zeit wo die anderen zum Ther. Reiten fahren veranstaltet??
Was mich auch interessiert... da es hier im Moment einen Boom von Leuten gibt, die z.B. Erzieher sind und eine Quali im Heilpäd. Reiten haben(!!!!, Sie sind weder in Hippotherapie noch im Reiten als Sport für Menschen mit Handicap ausgebildet, Heilpäd. Reiten heißt selber ein Pferd reiten, zB. bei GB oder bei verhaltensauffälligen Jugendlichen o.ä.)aber die dann die KB Schulen bzgl. Reiten mitbetreuen... seid Ihr darüber genau aufgeklärt welche Qualifikation die oder derjenige hat, zu dem euer Kind nun zum Reiten gebracht wird??? Einige "meiner" Eltern wußten nämlich zB noch nicht mal Namen oder genauen Ort. Geschweige denn,dass sich die "Therapeutin" mal mit den Eltern über die KInder, deren besondere Erfordernisse, deren Fähigkeiten, Förderbedarf, medizinisches Backgroundwissen etc. unterhalten hätte!!!
In wie weit wurdet Ihr als Eltern in den Prozeß eingebunden, als die Schule beschloß: WIr gehen mit den Kindern reiten. Kostenpunkt 165Euro für die Eltern?
Bin gespannt auf deine Antwort, wenngleich ich denke, dieses Thema wäre fast einen eigenen Themenpunkt wert.
Hallo,
meine Zwillinge machen Ergo mit Therapeutischem Reiten kombiniert, das ist wirklich super! Ist allerdings noch etwas ganz Neues, von daher könntest Du vielleicht beim Bundesverband für Ergotherapie einfach mal fragen, ob es das in Deiner Nähe auch gibt.
Bei uns läuft das folgendermaßen ab:
Die Stunde beginnt damit, dass alle vier Kinder (meine beiden sind Frühchen mit entsprechenden Problemen, einer ist Autist und einer hat eine extreme ADHS und vermuteten Hirnschaden durch die Geburt) begrüßt werden und dann das Reitpferd putzen und striegeln (es gibt vier Fjordpferde, die abwechselnd geritten werden, auch je nach Temperament der Pferde - und der Kinder).
Dann geht es in die Reithalle, wo die Therapeutinnen gemeinsam mit den Kindern einen Parcours zum Spielen aufbauen - natürlich in einem abgetrennten Bereich, damit es nicht mit dem Reitbereich kollidiert. Jedes Kind reitet ca. 15 Minuten, in der restlichen Zeit wird Ergo gemacht - Schaukeln, Trampolin, Bauen etc., da gibt es viele Möglichkeiten (sensorische Integration).
Es dauert insgesamt 75 Minuten, eine Therapeutin führt das Pferd (wenn der Patient nicht sitzen kann oder sehr unsicher ist, geht eine zweite Therapeutin nebenher), und zwei kümmern sich um die Kinder, die spielen.
Ich finde es wirklich optimal, und in unserer vorigen Reitgruppe war auch eine Erwachsene dabei!
Es läuft halt als Erogotherapie, und dadurch wird es ganz normal über ein Ergo-Rezept abgerechnet. Es gibt auch mal - gerade im Sommer, wenn es sehr heiß ist - eine Stunde nur Ergo, ohne Reiten, aber das ist wirklich die Ausnahme, in diesem Jahr waren es zwei Stunden ohne Reiten.
Hier der Link zur Praxis: http://ergotherapie.zisenis.de/
Liebe Grüße
Frauke _________________ Frauke mit Zwillis Mareike und Torben, beides Frühchen der 26. SSW, geboren am 26.07.2001
Beide mit Hirnblutungen, HC, Shuntversorgung, beide entwicklungsverzögert und absolut tolle Kinder!!!
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