Verfasst am: 14.09.2006, 13:44 Titel: Schlechte Behandlung im KH - was kann man tun?
Ich habe hier schon mal einen Thread geöffnet, wegen meiner Cousine (meine Tante hat kein Internet), 19 Jahre, recht stark geistig behindert, körperlich gesund.
Sie geht in ein Internat und bekommt Medikamente, da sie zu agressiven Handlungen neigt, wenn Gefühle nicht verarbeitet werden können. Damit geht es ihr besser, nimmt mehr am Leben teil.
Die Situation ist folgende:
Sie wurde schon öfter ins KH geschickt (KH in der Nähe nimmt viele Bewohner des Internats auf und betreut somit oft geistig Behinderte), zwecks ihren Medis. Soweit alles gut. Nun musste sie wieder dorthin, wegen unerklärbarer Milchbildung in der Brust. Zuerst wurde ein Tumor im Kopf vermutet, konnte jedoch ausgeschlossen werden. Sie behalten sie aber trotzdem dort wegen diesem und jenem. Jedes Mal wenn, meine Tante fragt, wann sie wieder nachhause darf, heißt es: Wissen wir nicht.
Für meine Cousine ist das eine große Belastung, da sie für alle Behandlungen Beruhigungsmittel bekommen muss. Irgendwann wurde es meiner Tante zu bunt, sich immer am Telefon abspeisen zu lassen und fuhr gemeinsam mit ihrem LG dorthin. Der KH-Aufenthalt dauert nun schon 3 Monate Als sie dort ankamen vielen sie aus allen Wolken.
Meine Cousine hatte völlig fettige Haare, total verdreckte Kleidung und wirkte verhaltensgestört (abgesehen von ihrer geistigen Behinderung), da wieder neue Medikamente an ihr ausprobiert wurden. Die Fenster sind dort vergittert.
Dem LG fiel auf, dass die Fotos in ihrem Zimmer, welcher er liebevoll gestaltet hatte, damit sie etwas von zuhause dabei hatte, nicht mehr an der Wand hingen.
Auf Nachfrage an das Personal kam nur Schulter zucken. Die Fotos wurden dann gefunden - unterm Bett und völlig zerfetzt.
Da war für meine Tante und LG klar: Die dreht hier drin durch,
da sie offensichtlich die Fotos von der Wand gerissen hatte, außerdem schon anfängt andere Kinder dort zu schlagen und noch andere kleinere Dinge.
Sie dürfe aber nicht nachhause. Grund: Sie ist ja zur Zeit agressiv!
Zwei Wochen später nahmen sie sie auf eigene Verantwortung einfach über WE mit nachhause ( jedesmal einfache Strecke 2 Stunden Fahrt) -
Haare und Kleidung noch immer im selben Zustand und die zerfetzten Fotos liegen noch immer rum - nun ist sie immer noch dort.
Die Erzieher des Internats sind ebenfalls empört, können aber nichts machen, da die Einweisung vom Arzt kommt.
Meine Tante ist nun verzweifelt ihr Kind so zu sehen, vor allem weil sie jedes mal in den Ferien ins KH soll, und sie dann nie zuhause ist.
Kann man denn da was machen? _________________ LG Jaqueline
ICP - spast. Tetraparese, Kyphose
Freund: GM-Epilepsie (VNS-Träger)
Hallo,
das klingt ja alles wie im schlechten Film. Als erstes würde ich mich schon mal beim OA bzw. Chefarzt, wenn das nichts hilft bei der Klinikleitung beschweren. Ich hätte, wenn´s denn so krass ist, schon längst weitergewandt, wenn nicht sogar das Krankenhaus gewechselt. Du schreibst das es jedesmal 2h Fahrt sind. Da muss doch auch noch was anderes in der Nähe (bzw. im Umkreis) sein. Sicher ist das vielleicht auch ein bischen umständlicher, weil nicht in der Nähe des Internates, aber es geht doch hier um "mein Kind" (aus sicht deiner Tante) und dessen Gesundheit.
Ich hoffe Ihr kriegt es irgendwie hin und weiterhin alles gute.
das mit dem KH-Wechsel ist sehr schwierig. Das Internat schickt die Bewohner dorthin, weil sie sich, wie gesagt, (sollte man meinen!) mit der Betreuung von geistig Behinderten auskennen. Außerdem war meine Cousine dort schon öfter und kennt die Leute. Sie irgendwo hinzu schicken was sie nicht kennt, geht fast nicht, denn da "spinnt" sie dann wieder (mit Agressivität) und könnte dort nicht alleine bleiben. Aus finanziellen Gründen müssen aber sowohl meine Tante als auch der LG beide arbeiten. Sie braucht aber das Vertraute, sonst kommt man überhaupt nicht mehr an sie ran. _________________ LG Jaqueline
ICP - spast. Tetraparese, Kyphose
Freund: GM-Epilepsie (VNS-Träger)
war nicht so gemeint wie es wohl klingt. Nur ich kann es halt nicht verstehen. Gut mein Kind ist erst 2 1/2 Jahre und ich gehe halt immer mit ins Krankenhaus, ausser er liegt auf der ITS. Da fahre ich halt früh rein und bin bis abends drin. Wir sind beide auch voll berufstätig - gut ich habe einen Heimarbeitsplatz aber arbeiten muss ich trotzdem in einer bestimmten Zeit. Vielleicht ist es in ein paar Jahren auch so das ich nicht mehr bei jedem Aufenthalt dabei bin, aber ich würde mein möglichstes versuchen.
Ich kenn mich halt mit der Sache Internat auch überhaupt nicht aus, aber hat man nicht als Eltern das Recht auf die Wahl des Krankenhauses oder bestimmt das generell das Internat (das würde ja einem Entzug des Elternrechts (weis jetzt nicht ob ich mich richtig ausdrücke) gleichkommen. Aber wie gesagt, ich habe in der Hinsicht absolut keine Ahnung.
Ich weiss nur für mich das ich sobald ich mit Behandlung oder Pflege im KK nicht einverstanden war, mich immer sofort mit dem OA (kennen uns mittlerweile ganz gut u. können gegenseitig auch mit Kritik umgehen) kurzgeschlossen habe - was nicht heissen soll das ich jedesmal nur am ningeln bin.
mit dem KH herrscht wohl seitens meiner Tante und LG reger Telefonkontakt (allerdings weiß ich nicht ob auch mit OA). Das Krankenhaus begründet die Zustände mit Unterbelegung des Personals! Meine Cousine lässt sich wohl auch gar nicht mehr waschen und umziehen, da sie sobald jemand vom Personal kommt "dicht macht" und aus Zeitgründen fackeln die dann nicht lange und machen es einfach nicht. Ich habe nun aber den Rat, mit dem OA in Kontakt zu treten (falls noch nicht geschehen) weiter gegeben. Ich werde dann benachrichtigt.
Wie das mit dem Internat ist, weiß ich auch nicht. Ich war zwar selbst lange in einem, habe meine Sachen aber selbst geregelt, da ich ja voll mündig bin.
Meine Tante hat aber volles Sorgerecht (LG nicht, da er nicht der Vater ist - Vater ist verstorben) und das Internat hat ein Mitbestimmungsrecht. _________________ LG Jaqueline
ICP - spast. Tetraparese, Kyphose
Freund: GM-Epilepsie (VNS-Träger)
Personalmangel hin oder her, den gibts ja wohl überall. Aber deswegen kann man doch die Patienten nicht "verdrecken" lassen. Da kriegt man ja Angst sich noch irgenwas einzufangen. Ich denke schon das bedingt durch den Personalmangel natürlich dann auch die Stimmung und Lust beim Personal nachlässt. Irgendwo verständlich aber man kann das nunmal nicht an den Patienten auslassen. Und gerade geistig Behinderte bzw. behindert Menschen im allgemeinen sind da auch sensibler und merken sofort wenn das Gegenüber keinen "Bock" hat und nicht das geringste Verständnis mitbringt und Geduld an den Tag legt.
Hoffentlich tut sich da bald was. Momentan ist so niemanden geholfen.
Ich dachte immer für "Sonderfälle" (schwerst behindert usw. - nicht abwertend gemeint) gibt es andere Pflegesätze - sprich mehr Zeit?!?!
[quote="Lisette"] Ich dachte immer für "Sonderfälle" (schwerst behindert usw. - nicht abwertend gemeint) gibt es andere Pflegesätze - sprich mehr Zeit?!?! [/quote]
Scheinbar nicht, wundere mich aber auch darüber. _________________ LG Jaqueline
ICP - spast. Tetraparese, Kyphose
Freund: GM-Epilepsie (VNS-Träger)
Was die Gründe des Aufenthaltes angeht, blickt von uns grad keiner mehr durch.
Zu den anderen Dingen habe ich leider keinen genauen Informationen.
d.h. ich weiß darüber nichts. Kann ja mal nachfragen. _________________ LG Jaqueline
ICP - spast. Tetraparese, Kyphose
Freund: GM-Epilepsie (VNS-Träger)
es kommt mir schon alleine deshalb merkwürdig vor, weil KKHser inzwischen ja nur noch nach Fallpauschalen abrechnen dürfen und eigentlich ein verstärktes Interesse daran haben, die Patienten so schnell wie möglich wieder raus zu bekommen.
Z.B. für eine Blindarm Op. gibt es vielleicht nur noch 1200,-- Euro, egal wie lange der Patient im KKH verweilt. Ergo wollen die KKHser natürlich nicht drauf legen, während man vor dieser Regelung locker 10 Tage bleiben sollte, soll man heute nach drei Tagen wieder nach Hause gehen, egal wie es einem geht.
Da muß also was Anderes am Laufen sein. Bloß, wer hat das veranlasst und warum?????
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