Verfasst am: 01.09.2006, 11:59 Titel: Bericht von Lillys Geburt
Vielleicht muss ich ein bißchen weiter ausholen, hoffe ihr habt den Nerv das alles zu lesen.
Geboren wurde sie am 29.4.99, durch Einleitung auf mein Drängen in der 34 SSW.
Hier mal die SS im Überblick:
6. SSW ich stelle fest das ich schwanger bin, mir ist übel
7. SSW das herz bubbert
8. SSW man stellt fest, daß es eine zweite Fruchthöhle gibt, die aber nicht mitwächst. Zwillinge werden dennoch angekreuzt im Mutterpass, evt tut sich ja was
von der 6. bis zur 13. SSW erbreche ich wo ich gehe und stehe
11. SSW die zweite Fruchthöhle mit Punkt hat sich nicht weiter entwickelt
14. SSW Schmierblutung, ich soll ruhen
17.SSW starke Rückenschmerzen, Bauchkrämpfe
Klinik: Magnesium und ruhen, das sind vorzeitige Wehen man kann nicht's tun sonst
19.SSW Wehen, Magnesium wird erhöht
21. SSW VU, dort wird festgestellt, daß eine Wachstumsretadierung vorliegt(-8 Tage)
weiter ruhen
24.SSW jetzt wird aktiv geholfen wenn weitere Wehen auftreten
Doppler Sonografie bestätigt das Lilly im Wachstum zurück liegt
Überweisung an die Uni Düsseldorf zum Doppler. Auch da bestätigung, Lilly liegt ca 14 Tage zurück.
26.SSW Wehen, abends in's Krankenhaus, Tokolyse, magnesium, Bettruhe
wollen versuchen die 30.SSW zu erreichen
Lilly wächst, bleibt aber zurück..solange sie mitwächst besteht laut Ärzten kein Handlungsbedarf
28.SSW die CTG's sind schlecht, zu langsame Herztöne, erneuter Doppler, muss alle 2 Tage in die Praxis kommen zum CTG.
Man stellt zwei kleine Löcher zwischen den Herzkammern fest. Alles nicht so wild, damit wird sie nie Probleme haben.
30.SSW geschafft
Abends Wehen, wieder Krankenhaus ich kenne nun schon alle persönlich.
Partusisten wird erhöht. Höchstdosis 6x tgl. Gebärmutterhals verkürzt, MM Fingerdurchgängig, sie drückt nach unten.
Mir wird angeboten die Frühchenintensiv anzugucken um evt darauf gefasst zu sein was auf uns zukommt. Ich lehne ab, weil ich es schaffen will in die min. 34. SSW
31.SSW da bin ich noch immer der Meinung ich bekomme einen Jungen.
Gian hat Scharlach und wird ausquartiert zu meinen Eltern, Gefahr zu groß, daß wir uns anstecken
32.SSW
Beim einkaufen mit meiner Mutter hänge ich am Einkaufswagen, alle 2 Minuten Wehen und Druck nach unten
Auf dem CTG keine Wehen zu sehen,Arzt nimmt mich nciht ernst
33.SSW
Sie bewegt sich kaum noch, bleibt in einer Position, ich habe Schmerzen am Ischias udn Angst-
Ich sage meinem FA wenn sie mein Kind nicht sofort holen, dann weiß ich nciht was passiert. Ich habe ein ungutes Gefühl.(welches mich selten täuscht)
Er redet mir zu, noch ein zwei Wochen zu schaffen...ich bin am Ende.
33+2. SSW
hab die Nacht kein Auge zu getan, Lilly immer wieder im Bauch versucht zu wecken, sie bleibt in der Position, drückt mir bald die Luft ab.
Besuch beim Arzt, CTG schlecht, herztöne bei 88-max 95
Er macht einen Doppler: Doppler pathologisch
soll in 2 Tagen wiederkommen- ab da beginnt mein Unverständnis
Nach 2 Tagen, hat sich nix gebessert. Lilly immer ruhiger in mir.
34+1
Einweisung zur Einleitung
Ein böser Streit der in der Klinik entfacht, man will warten trotz der schlechten Werte..sie sei ja gewachsen, laut Doppler hat sie ein Gewicht von 2900g und 50cm
Ich zeige denen einen Vogel, sage dass das gar nicht sein kann, denn sie sei ja mindestens 14 Tage zurück udn das Gewicht wäre ja praktisch ein Klopps.
Meine Mutter macht Randale..sagt das ich noch ein Kind habe, welches mich auch braucht, daß das so nicht geht. Das man doch sehen muss, das es dem Kind draußen besser geht, das man dann aktiv helfen kann, oder das es einfach an meinem Körper liegt und es ihr draußen gut geht.
Ich darf bleiben und sie wollen einleiten
*sieger*
Nun darf Baby und will nciht mehr. Den Tag über tut sich trotz Zäpfchen nix...CTG's konstant bei 100.
Hebamme merkt an, daß evt ein Kaiserschnitt günstig wäre...befürchtet das sie dem Druck udn Stress der Geburt nicht gewachsen ist. Mir ist alles egal, ich will nur dieses Kind raus.
Mein Mann ist auch mal da, ich schicke ihn aber Nachts um 1Uhr heim, weil sich nix tut.
kaum ist Frank weg, fragt mich die nachthebamme Diana ob wir wietermachen sollen? Sie würde dann mal gucken ob sie unten was dehnen kann.
ich stimme zu, will aber Frank anrufen.
der liegt grad im bett, sgat er kommt wieder.
um 2,10 Uhr ist er wieder da, grad recht zum dehen am MM.
Während sie dehnt und drückt platzt die Fruchtblase.
es geht schlag auf schlag und Lilly wird um 2.47 geboren
Sie schreit nicht udn meine erste Frage: Lebt sie?
Ja, aber sie hatte die nabelschnur 4 mal um den Hals und einen Knoten darin.
Man saugt sie ab, gibt Sauerstoff.
Es ist kein Kinderarzt da im Kreissaal, obwohl sie wussten sie ist zu früh dran.
Dr. B wird gerufen, Lilly ist immer noch blau und nicht rosig
Ein schnelles Foto mit Mama und Papa und da kommt der KiA und nimmt sie mit. Nicht im Inkubator, nein auf dem Arm mit Sauerstoff in ein Handtuch gehüllt..so fährt er vom EG in die 8 Etage mit ihr.
Ich werde genäht und man beruhigt mich, wird schon werden.
ich bine in wenig hysterisch, will das Frank zu ihr geht, ich kann/darf j anoch nicht. Er geht erstmal telefonieren.
Ruft meine Mutter wohl an um Bescheid zu sagen.
Sagt nur soviel wie, es ist da, geht nicht so gut liegt auf intensiv.
Während ich allein im KS liege übermannt mich gnadenlose Wut udn ich will zu Lilly. Weil keiner da ist, stehe ich auf und gehe duschen. (darf man ja iegentlich nciht alleine)
Plötzlich steht die Hebamme in der Dusche, schimpft weil ich da stehe und sagt gleichzeitig das meine Mutter am Telefon ist. Ob ich sie haben möchte.
Natürlich wollte ich, ich heule ihr nur in die Ohren das ich ein Mädchen habe, das es aber nicht da ist...sie hatte nach Franks Anruf ein ungutes Gefühl. Sie kam in die Klinik.
Man brachte mich in einen anderen Kreissaal, so lag ich da, allein mit einer Flasche wasser im arm.
Morgens um 5.30 hat meine Mutter mich dann mit dem Rollstuhl in die 8. Etg zu meinem Baby gefahren. Vor der Intensiv angekommen, sagte man mir, daß ich doch nach dem Frühstück kommen soll, die kleine würde nun endlich schlafen udn bräuchte Ruhe und ich solle auch schlafen gehen.
Es wurde ziemlich laut udn ich habe gesagt, daß ich jetzt sofort mein Baby sehen will wa sich eben entbunden habe udn welches mir man innerhalb von ein paar Minutenw ieder genommen hat.
Mein Exmann saß in einer Ecke auf dem Gang und hatte sich abspeisen lassen.
Ich war wütend, müde und traurig!
man ließ mich dann gemeinsam mit meiner Mutter zu Lilly. Nicht ohne den Hinweis, daß das die Schwester ihren Job kostenw ürde, wenn man uns nun dort sehen würde.
Ich hab nicht mehr zugehört, sondern nur noch wie betäubt in den Brutkasten gestarrt...
Da lag sie, an Kabeln und piependen Monitoren.
Ein Schlauch in der Nase, einen im Kopf und eins an der Minikleinen Hand.
Ich fragte wann ich sie stillen, anfassen, riechen darf, doch man sagte, daß Lilly nun erstmal Ruhe braucht und das sie solange über die Sonde Nahrung bekäme(Glukose)
Ich fragte wie groß udn wie schwer sie ist und sie sagte, sie wisse es nicht, sie hätten Probleme mit der Waage, oder der Kreissaal hätte eine kaputte. Von 2ooog bis 2400g irgendwas ud 47 cm klein.
Nach einem reifen Kind, kam sie mir so klein, zart udn zerbrechlich vor. Wie ein Vogel der aus dem nest gefallen ist.
Zweifel die mich überkamen ob ich alles so richtig entschieden habe, daß man sie eher holt.
Nach 10 Minuten musste ich gehen, dürfte am Tag um 11 Uhr wiederkommen.
Zurück in den Kreissaal, nahm mich die Hebamme in den Arm und sagte, ich soll nicht zweifeln, einen Tag mehr hätte sie nicht überlebt...wahrscheinlich.
So wurde ich mit meinem Bett auf's Zimmer gefahren und lag da, allein ohne mein Baby. Rundherum Baby schreien was mich wahnsinnig gemacht hat.
Man hielt mich am Morgen hin und ich durfte erst um 12.30 wieder zu ihr. Dann um 15 Uhr, und um 19 Uhr.
ich hab Randale gemacht, und gesagt, daß ich kein Kind bekommen habe um es 3 mal am tag zu sehen.
So verging die zeit mit Milch abpumpen, Besuch der ja so gern die kleine gesehen hätte und vielen Untersuchungen und Tränen bis wir dann entlassen wurden.
Entlassungsgewicht
2300g!
man entliess mich mit einem gelben Kind. Die Bilirubinwerte seien aber grenzwertig, viel stillen, viel Licht.
3Wochen lang mussten wir mit ihr nach Barmen in's Labor fahren, wo sie gepiekst wurde, wo man beratschlagte ob sie zurück in die Klinik muss....dies war nicht der fall.
In ihrem U Heft sind 3 verschiedene SSW von der Klinik ausgefüllt.
34+3
36
37+1
man war sich sehr "einig"
So verging die Zeit, in den ersten 3 Monaten ging es ihr "gut" einen Infekt ansonsten bis auf viel spucken ok.
Ab dem 3ten Monat änderte sich das schlagartig. Wir waren dann die ersten 19 Monate mehr in Kliniken als zuhause.
Fazit:
7 oder 8 Fieberkrämpfe
6 Lungenentzündungen
Kontrastmittelröntgen, da sie das laufen plötzlich einstellte und erst mit 20 Monaten wirklich laufen konnte MRT Verdacht auf Tumor ( da war sie 11 Monate alt) hat sich nicht bestätigt
mehrmals 24 Std Magensonden wegen Gedeihstörungen, Diagnose :Gastroösophaler Reflux (ohne Op)
Heute:
Lilly geht in die zweite Klasse einer Integrationsschule, hat aber keinen Integrativ status.
Sie tut sich schwer, Konzentrationsmäßig.
So hatten wir am 29.8 den Termin für einen ADS Test. Mein ältester Sohn hat ADHS. Es lag also nahe.
Sprachlich entwickelt sie sich zurück, verdreht Sätze, vergisst Dinge, hat viel Kopfweh.( ich dachte sie schauspielert)
der Kinderarzt hat sich alle berichte angeguckt, PH Wert der Nabelschnur und meint, daß es wahrscheinlich kein ADS sondern ein Sauerstoffmangel während der Schwnagerschaft oder unter der geburt ist.
Das hat gesessen!
Plazenta Insuffizienz, Nabelschnurvorfall......
Ich habe nun aufgetragen bekommen sie in der Uni Bonn in der Neurologie vorzustellen, der Hammer...wartelisten von bis zu 18 Monaten:-(
Ich weiß im Moment nicht wo mir der Kopf steht. Habe panische Angst undbin doch dankbar...denn: Sie kann sprechen, sehen, hören.....aber diese Rückentwicklung macht mir solche Angst-
Der Doc meint noch, daß es evt möglich sei, daß auch einspielt das sie gandenlos eifersüchtig auf ihren kleinen Bruder ist(noah ist 19 Monate, ebenfalls Frühchen durch Plazenta Insuffizienz und mein Drängen)
Ach es gäb soviel was noch nciht gesagt ist...aber DAS musste jetzt erstmal raus
Hatte gerade beim Lesen das Gefühl meine SS nochmal zu durchleben. Mir ging es so ähnlich.
Meine Tochter wurde mir auch nach der Geburt weggenommen und nach 2 Stunden in die Uni Köln gebracht.
Heute denke ich uns konnte nichts besseres passieren. Kann dir die Uni Köln sehr empfehlen.
Wir sind u.a. auch in der Kinderneurologie in Behandlung.
Wenn Du möchtest kann ich Dir gerne die Telnr. geben von unserem Neurologen der auch mit dem SPZ dort zusammen arbeitet.
Soviel ich weiss ist dort keine so sehr lange Wartezeit.
Kannst dich gerne bei mir melden.
Liebe Grüße
Angela _________________ Annika (7/95)in der 36.SSWO. geboren nach schwerer Gestose, Goldenhar- Syndrom rechtsseitig, Ohrmuscheldysplasie III. Grades mit Atresie des Gehörgangs , Kieferdysplasie (bisher 4mal Dystraktion) Spina bifida occulta, Tethered- Cord (2 mal operiert), Leiomyomeningocele, Blasen- und Darmstörungen, Spitzfuss mit ausgeprägter Fußsenkerparese
eine wirklich schreckliche Schwangerschaft und Geburt. Schade, dass Du nicht so tolle SS und Geburten wie ich erleben durftest, aber wenigstens ist Deine Süsse heute so weit wie Du oben geschrieben hast. Ja, dafür kann man wirklich dankbar sein.
Ich wünsche Dir alles Gute und hoffe dass die momentane "Rückentwicklung" wirklich nur durch die Eifersucht auf das neue Brüderchen ausgelöst wurde - ist eigentlich auch sehr gut nachvollziehbar. Unsere besonderen Kinder brauchen eben auch besondere Aufmerksamkeit und die holen sie sich dann mit allen Mitteln
Lieber Gruß Kathrin _________________ Mama von Melina *Okt 2001 blind und entwicklungsverzögert
sowie N. *Mai 1991 u. R. *März 2005 beide gesund Meine Vorstellung - Mein Album
ich verstehe, das das einfach mal rausmusste! Ist die Wartelliste denn auch für einen stationären Aufenthalt so lang? In Bielefeld hätten wir bei einer ambulanten Untersuchung auch lange warten müssen, da haben wir uns entschieden 4 Tage im Kinderzentrum zu bleiben. Bin auch froh darum.
Alles Gute für Euch _________________ Andrea mit
Tim (* 25.03.2000) gesund,
Sternchen Tabea ( * 16.04.2003 † 11.05.2003) HLHS,
Ben (* 27.06.2005) Lesch-Nyhan-Syndrom
und Jörg
Kinder entwickeln sich nicht ohne Grund zurück. Wenn sie Rückschritte macht, ist da irgendwo eine handfeste Ursache. Vielleicht ist es tatsächlich ein psychologischer Grund, obwohl die Zeichen ja schon darauf deuten, dass sie sich nicht konzentrieren kann. Kann ein kleiner Bruder einen so sehr ablenken, dass man nicht mehr korrekt spricht? Weiß nicht, klingt nicht wirklich plausibel.
Ich finde den Vorschlag sehr vernünftig, so bald wie möglich diesen Neurologen in Köln aufzusuchen. Das scheint ein Belegarzt der Uniklinik zu sein? Mit etwas Glück habt Ihr schnell eine Diagnose. Es ist ja nichts schlimmer als die Angst, die Realität ist ja meistens viel leichter zu (er)tragen. Und wenn da nichts ist, sind Deine Ängste wenigstens weg, die schicken Euch direkt weiter zum Psychologen.
Dass Du Dir es übrigens so sehr zu Herzen nimmst, dass ihre Schwierigkeiten von der Geburt herrühren sollen - das solltest Du nicht. Ich finde das sehr unsensibel von dem Arzt, so etwas zu sagen. Ich finde es auch traurig, dass Du Dir den Schuh anziehst, denn Du hast Dir die Geburt so ja nicht ausgesucht, oder? Wenn Du nicht auf die Geburt bestanden hättest, hätte Deine Tochter nicht überlebt. Vergiss es also.
Ein bisschen kann ich Deine Geschichte nachvollziehen, mir wurde mein Kind nach der Not-OP weggenommen und in ein Kinderkrankenhaus auf die Intensiv verlegt (war schlapp und hatte B-Streptokokken im Abstrich). Bei mir ist es aber besser gelaufen, wir durften ihn eine Weile halten (er war sehr süß), und das noch bevor wir wussten, dass sie ihn verlegen wollten. Mein Mann durfte bei ihm bleiben, dadurch war es okay für mich, ich hatte ein Foto von ihm und habe ihn erst am 5. Tag gesehen. Trotzdem ging alles gut mit Stillen und so. Bei mir waren alle superlieb weil sie dachten, mir müsste es so schlecht gehen wie Dir, aber mir ging es gut, bis auf die blöde Narbe! Ich habe nur gute Erfahrungen gemacht, obwohl die Umstände eigentlich nicht gut waren.
Zu mir hat mal so ein blöder Ergotherapeut gesagt, mein Kind bräuchte Ergo, weil es ein KS war. Das ist Quatsch, denn er braucht Ergo, weil er hörbehindert ist, was mit der Geburt nun rein gar nichts zu tun hat, aber gesessen hat es trotzdem. Solche Leute sind einfach dumm. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Kinderarzt auch nur den Hauch einer Ahnung hat, woran es wirklich liegt. Der Besuch in der Neurologie wird da Klarheit bringen. Wir haben das auch durch, und es war sehr nett und lustig und hinterher waren die Ängste weg. Also möglichst schnell zum Neurologen!
der Schwangerschaftsverlauf kommt mir sehr bekannt vor......
So in der 24. Woche dachte mein Frauenarzt erst das Kind liegt ungünstig zum vermessen bei mir im Bauch.
In der 27.Woche erneuter Ulltraschall, und ne Überweisung zum Spezialisten.
Da war ich dann in der 28.Woche zur untersuchung. Es wurde soweit es ging alles vermessen per Ultraschallt ( das war Anfang 1989)
Ergebnis: Plazenta-Insuffisziens mit einem Wachstumsrückstand von 6 bis 7 Wochen!!!
Also ab ins KKH, dort nen Dauer-Tropf mit zusätzlicher "Nahrung" fürs Baby.
In der 30.woche auf einmal nen offenen muttermund von 2cm, Wehen hatte ich aber keine gespürt.
Also Bettruhe, und täglich 3 Spritzen gegen Trombose.
Täglich 2 mal ans CTG, alle 3 Tage Ultraschall.
Ab der 35. Woche stand mehrmals eine Einleitung zur Diskussion, da des Baby meist sehr ruhig war. Zudem hatte ich wenig Fruchtwasser.
Es wurde insgesamt 4 mal Bleastungs-Wehen eingeleitet, um zu sehen wie das Kind reagiert. Alles im grünen Bereich....also weiter abwarten.
Mir wurds echt zu viel....ich bat drum das die Ärzte das Kind holen wenn sie meinen es ist besser......ich wollte nur ein gesundes Kind!!
Da wurde mir schonend beigebracht das mein Kind wohl schwer geisitg behindert sein wird, und zudem eine Fehlstellung an den Füssen haben wird.....und ein kleiner Junge wirds.
Ich habs natürlich geglaubt......aussder das Geschlecht....ich war mir sicher das es ein Mädchen wird ( hatte ich geträumt )
Mit der Behinderung hab ich mich dann nach und nach abgefunden.
Ende 39.Woche gings dem Baby dann schlechter, Fruchtwasser war auch kaum noch vorhanden, also sollt eingeleitet werden.
Am nächsten morgen gings los.....erst ging alles glatt......gegen 13 Uhr wurden die Herztöne schwächer und man entschied mir eine PTA zu legen für einen KS.
Mir wurd ne Art Probedosis eingespritzt und die Reaktion abgewartet.......die Reaktion war ein plötzlicher Blasensprung und auf einmal Presswehen.....keine Zeit mehr für KS.....Hebamme untenrum am rumhantieren....Arzt bei mir aufm Bauch am rumdrücken, und ich fix und alle.
Als ich nimmer konnte wollt der arzt zur Zange greifen......da nahm ich alle Kraft zusammen und brachte das Baby doch noch so zur Welt.
Kind war draussen und blau.....Nabelschnur um den Hals.....Nach ca. 30 Sekunden kam dann der ersehnte Schrei.
Das erste was ich sagte: Ätsch, es ist doch ein Mädchen.......ich griff an ihre Füsse, schaute sie mir an....alles bestens.
48 cm gross, und 2860 Gramm, Kopfumfang von 33 cm
Es verlief alles normal, bis sie ca. 3 war.....da fing sie an zu stottern.....
Als sie 4 war wurden ihr Mandeln und Polypen entfernt.....und plötzlich klapte auch das Sprechen super.
Heute ist Jenny 17 Jahre alt, kerngesund und bildhübsch, mit erfolgreichem Realabschluss.
Ich glaub Jenny hatte damals einen Schutzengel.
Die Ärzte waren fest davon überzeugt was sie mir damals sagten......aber nichts davon traf zu.
Nach der Geburt hiess es das Jenny sicher entwicklungsverzögert wird, und Schäden vom Sauerstoffmangel davon getragen hat.
Aber nie traf irgendetwas zu was die Ärzte sagten....
Ich glaub man kann gut verstehen das ich nicht immer das glaube was Ärzte prophezeien, oder? _________________ Sylke (*3/70) mit Kimberly (*5/05), Dravet-Syndrom ( und Mercy - ihr Anfallsmeldehund )
Verfasst am: 01.09.2006, 23:58 Titel: "Rückentwicklung durch Nachwuchs
Hallo,
ersteinmal ... ich finde Deine /Eure Geschichte auch echt heftig!
Was das zurück entwickeln angeht so muß es nicht immer neurologische Gründe haben!
Levin hat dies auch mehrere Wochen gehabt, als unser Timon auf die Welt kam.
Wir waren deswegen im SPZ mit ihm, da er auf einmal nur noch auf dem Rücken gelegen hat, kaum mit uns sprach und viel weinte.
Er konnte sich nicht mehr drehen, nicht mehr robben...
Die Ärzte des SPZ, Gott-sei-Dank, drehten ihn nicht durch die Mangel sondern schoben dies sofort auf die Geburt des kleinen Bruders.
Sie sollten recht behalten!
Nach, ich glaub 3 Wochen, war Levin wieder der Alte!
wow, was für ein Bericht ! Aber ich finde es sehr gut und auch sehr wichtig so ausführlich zu berichten.
Dein Gefühl, Dein Kind gleich nach der Geburt sehen zu wollen kenne ich gut. Und es war sicher richtig von Dir, Dich dort so einzusetzen. Ich selbst wurde bei der Not-Sectio (bei Lena) nach-sediert, da ich währenddessen (während der OP)aufgewacht bin. Das war ein kleiner Schock. Doch dadurch bin ich erst Stunden nach der Geburt wieder bei Bewußtsein gewesen und habe Lena auch erst Stunden später gesehen. Ich hatte Jahre danach noch ein schlechtes Gewissen, eine schlechte Mutter zu sein, die ihr Kind nicht gleich in in den Arm genommen hat und so. Lena kam dazu eineinhalb Tage nach der Geburt in den Inkubator, weil sie Anpassungsschwierigkeiten und Trinkschwäche hatte. Ich konnte mir Deine Erzählung bildlich vorstellen: ein kleines Menschlein liegt fast nackt in so einem Kasten mit Kabeln, Schläuchen und peipsenden Geräten.
Doch die Erfahrung hat mir auch gezeigt, dass es wichtiger ist, dass das Kind nach der Geburt gleich versorgt und beobachtet wird. Nach Anabel's Geburt (auch Kaiserschnitt) war ich die Ruhe selbst: 'Es wird schon alles gut gehen'. Und so war es ja auch und ich hatte auch kein schlechtes Gewissen danach. Gerade weil die Beziehung zu Lena keinesfalls durch dieses 'Geburtstrauma' gestört ist. Zudem hat Lena sich prima entwickelt: überhaupt keine Folgeschäden, gestern noch eine Eins in Mathe (Gymn.) nach Hause gebracht !
Ich wünsche Dir viel Kraft für die kommende Zeit und alles Gute für Deine Kleine !!!
Liebe Grüße
Michaela _________________ Michaela (1967) mit T.
mit Tom (2003), frühkindlicher Autismus (auf hohem Funktionsniveau), getesteter IQ 61
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