Verfasst am: 01.08.2006, 22:39 Titel: Kann der Kiga zur Frühförderung verpflichten?
Hallo !!
Ist man eigentlich verpflichtet daran teil zu nehmen, wenn man vom Kiga dazu verdonnert wurde. Ich halte das nämlich für total Unsinn. Was passiert, wenn ich mich weigere.
ich weiss von einer Mutter aus unserem Kindergarten, die sich gegen die Krankengymnastik ausgesprochen hat. Diese KG wir bei uns im Kindergarten ganz selbstverständlich praktiziert und nun möchte das diese Mutter nicht mehr. Nach Rücksprache mit der Kindergartenleitung war dann das auch kein Problem mehr. Pflicht ist das glaube ich nicht. Sprich doch mal ganz offen mit der Kindergartenleitung.
Lieber Gruß Kathrin _________________ Mama von Melina *Okt 2001 blind und entwicklungsverzögert
sowie N. *Mai 1991 u. R. *März 2005 beide gesund Meine Vorstellung - Mein Album
Verfasst am: 01.08.2006, 22:52 Titel: Re: Kann der Kiga zur Frühförderung verpflichten?
Corinna76 hat folgendes geschrieben:
Ist man eigentlich verpflichtet daran teil zu nehmen, wenn man vom Kiga dazu verdonnert wurde.
Hallo Corinna,
ich verstehe diesen Satz ehrlich gesagt nicht. Die Frühförderung endet bei uns hier in NRW mit Eintritt des Kindes in den Kindergarten. Unser Jan-Paul bekommt im Kiga Sehfrühförderung, KG und Schwimmen. Oder meinst du allgemein diese Therapien, die im Kindergarten stattfinden?
LG
Sabine _________________ Unsere Vorstellung? -> hier klicken
Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
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Hmm Corinna, ich bin da ähnlich verwirrt wie Sabine. Bei uns war es so, daß die allgemeine Frühförderung mit dem Eintritt in den heilpädagogischen Kiga beendet wurde, die Hörfrühförderung lief weiter, alldieweil der HP-Kiga diese ja nun nicht leisten konnte.
Diese wurde dann letztendlich auch eingestellt, nachdem Eve in den Schwerhörigenkiga wechselte.
Was ich allerdings nicht verstehe, ist, warum du keine Frühförderung möchtest - schaden kann das einem Kind ja nun in keinem Fall...
Welche Probleme, die mit der Förderung angegangen werden sollen, sieht denn der Kiga im Gegensatz zu dir?
Alles Liebe
Karin _________________ "Nicht die Vollkommenen, sondern die Unvollkommenen brauchen unsere Liebe." (Oscar Wilde)
Hallo Corinna, bei uns gab es im Regelkiga Frühförderung einmal wöchentlich, weil die I-Gruppe, die Janosch besuchte, selber keinerlei heilpädagogische Frühförderung oder Therapien anbot. Zwar arbeitete der Kiga mit einer speziellen Frühförderstelle zusammen, aber wir hätten wegen freier Therapeutenwahl bestimmt wechseln können. Nur ganz die Frühförderung ablehnen hätte wohl von Seiten des Kigas und der Kostenträgers den Verdacht aufkommen lassen, dass wir unser Kind nicht genügend fördern lassen wollen. Da wäre ich vorsichtig, denn schaden kann Frühförderung ja normalerweise nicht. Seit Janosch dann in seine HPT kam, wurde dort die Frühförderung im täglichen Programm angeboten.
Mich würde auch interessieren, in welcher Form euer Kiga Frühförderung anbietet und was dich daran stört. In Janoschs I-Gruppe brachte die Frühförderung einmal wöchentlich in der angebotenen Form auch nicht viel, fand ich, war aber immer noch besser als nichts. Natürlich in keinem Bereich der intensiven Frühförderung in seiner HPT vergleichbar!
Der Kindergarten kann einen nicht dazu "verdonnern", Frühförderung in Anspruch zu nehmen. Punkt Eins. Punkt Zwei: Wenn der Kindergarten der Meinung ist, dass Euer Kind Frühförderung braucht, solltet Ihr überlegen, warum das so ist. Schließlich ist Frühförderung eine sehr wichtige und - für Euch - kostenlose Leistung, die dem Kind helfen soll, sich zurecht zu finden. Geht es um allgemeine oder spezielle Frühförderung?
Verfasst am: 02.08.2006, 08:40 Titel: Hallo an alle
Mir ist eben das erste Mal aufgefallen, warum wir alle von unterschiedlichen Zeiten für Frühförderung ausgehen. Das ist nicht etwa von Bundesland zu Bundesland verschieden, wie meistens hier geschrieben, sondern es kommt darauf an, welche Art von Frühförderung es ist:
Es gibt spezielle und allgemeine Frühförderung. Mein Sohn bekommt zum Beispiel allgemeine Frühförderung, also Frühförderung für Kinder, die "behindert sind oder von Behinderung bedroht", wie es im Gesetz heißt. Diese allgemeine Frühförderung zielt darauf ab, Entwicklungsverzögerungen vor Eintritt in die Schule in den Griff zu bekommen. In unserem Fall ist das eine Sprachverzögerung aufgrund von chronischen (aber reparablen!) Hörstörungen.
Spezielle Frühförderung ist Förderung für Kinder mit bleibenden Behinderungen. Für Hörbehinderte, wie die beste Freundin unseres Sohnes, die ein CI-Implantat hat, beispielsweise, oder für schwer Sehgeschädigte. Im letzteren Fall geht dann beispielsweise bei uns in Schleswig-Holstein in der Kindergartenzeit die Verantwortung für die Frühförderung für das Mädchen von einer Frühförderstelle über auf die Schule für Gehörgeschädigte in Schleswig, damit endet dann die klassische Frühförderung.
Ich weiß nicht, welchen Hintergrund die Frage oben hatte, deshalb habe ich nachgefragt.
also ich kann so gar nicht nach vollziehen, warum denn keine Frühförderung durch den Kiga statt finden soll, wenn es schon extra angeboten wird.
Kann doch eigentlich nur positiv sein, wenn gezielt mit den Kiddis nach individuellem Entwicklungsstand und Förderbedarf gearbeitet wird.
Oder hast Du Angst, die Kontrolle zu verlieren, weil Du nicht mit dabei bist?
Ich denke nicht, dass es den Kiddis in irgendeiner Form schadet.
Meine Mäuse haben früher einen tollen, integrativen Kindergarten besucht und ich war froh und dankbar für Alles, was mit ihnen dort gezielt in Einzelförderung noch zusätzlich gemacht wurde.
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