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Förderung durch Sehbehindertenschule
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Andrea Sch
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BeitragVerfasst am: 31.07.2006, 11:40    Titel: Förderung durch Sehbehindertenschule Antworten mit Zitat

Hallo,

wie sieht die Förderung durch die Sehbehindertenschule aus?
Unser Sohn hat die Förderung, wir sind aber sehr unzufrieden. U. a. wegen Terminausfällen, schlechte Zusammenarbeit mit dem Kindergarten.
Mich interessiert, mit welchem Material (Tastbilderbücher, Licht, bewegte Objekte, Spiegel o. ä.) gearbeitet wird. Wird nur auf die Sehfähigkeit eingegangen oder auf den ganzen Körper? Lennart hat schlecht durchblutete Sehnerven,ist weitsichtig,schielt (allerdings nicht mehr sehr stark), hat eine Hornhautverkümmung und trägt eine Brille. Er kann sehen, wir wissen allerdings nicht wie gut oder schlecht.
Kennt ihr euch damit aus?

Liebe Grüße

Andrea

_________________
Lennart Muskelhypoton, Hemiparese links, Hydrocephalus, BNS-Epilepsie, schwach durchblutet Sehnerven, entwicklungsverzögert
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Claudia Pawlowski
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BeitragVerfasst am: 31.07.2006, 14:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Andrea!

Felicitas bekommt auch Frühförderung durch die Sehbehindertenschule. Die Frühförderin kommt zu uns nach Hause. Da im Moment geklärt wird, wie es in der Behandlung seitens der Augenärztin weitergehen soll (Augenop ja/nein usw.) und Ferien sind, fällt die Förderung aus. Nach den Ferien werden wir wieder Termine ausmachen.

Felicitas wird jetzt bald 2. Entsprechend ist das Material dem Alter angepasst (Spiegel, bunte Bauklötze, Fühlbücher usw.). Sie hat viel Spaß dabei und macht gut mit. Bei den ersten Besuchen hat die Förderin das Sehverhalten (Kontrastsehen) mittels Scheiben, auf denen scharz-weisse Streifen gedruckt waren, getestet. Die Dicke der Streifen nahm von Scheibe zu Scheibe ab. Durch Felicitas Reaktionen konnte die Förderin feststellen, ab wann sie die Streifen nicht mehr als solche erkannte und nur noch grau sah. (Tut mir leid, im Beschreiben bin ich nicht gut.)

Die Diagnosen bis jetzt starkes Schielen, Nystagmus (Augenzittern, wharscheinlich Probleme mit dem Sehnerv), Hornhautverkrümmung und Kurzsichtigkeit, sowie BPES (Gendefekt die Augen betreffend). Leider mussten wir eine geplante Augenuntersuchung in Narkose aufgrund verschiedener Gründe (lange Wartezeiten in der Klinik ohne Erklärung warum, die Ärzte schienen nicht vorbereitet gewesen zu sein, wollten sofort operieren ohne Feli vorher gesehen zu haben und trotz Einnahme von Marcumar usw...) absagen, sonst würden wir jetzt mehr wissen.

Alles Gute weiterhin!
Claudia

_________________
Felicitas *01.09.2004 - +02.04.2007 (BPES, HLHS)
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Ingrid Kunz
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BeitragVerfasst am: 31.07.2006, 14:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Andrea,

mein Sohn hat ebenfalls Sehbehindertenfrühförderung erhalten ( bilateraler kongenitaler Katarakt, Nystagmus - bil. Glaukom wurde erst in der Schule diagnsotiziert ).

Die Frühförderung kam im ersten Jahr zu uns nach Hause, danach ging der Pädagoge in die Krabbelstube bzw in den Kindergarten. Die Zusammenarbeit, insbes die Unterstützung der ERzieherinnen, für die unser Sohn das erste sehbehinderte Kind war, klappte hervorragend. Für unseren Sohn war der Frühförderer ein großer Freund, er freute sich regelmäßig ihn zu sehen und mit ihm zu spielen ( ein Wechsel im ersten Jahr, danach die restlichen 4,5 Jahre bis zum Schuleintritt die gleiche Person ).

Die Frühförderer betrachten sich als Pädagogen, die die gesamte Entwicklung des Kindes im Auge haben. Das solltest Du auch an den 1x jährlich stattfindenden Gesprächen über den Förderplan für das jeweils kommende Jahr erkennen, denn der deckt eigentlich das gesamte Spektrum ab ( da wir ja außerdem auch ab und an zur Amtsärztin mußten, habe ich es mit den Entwicklungsuntersuchungen bei den Us nicht mehr so genau genommen, weil aus meiner Sicht einfach überflüssig ).

Was die Spiele angeht, hat Claudia eigentlich schon alles geschrieben. Bei jüngeren Kindern liegt noch ein großer Schwerpunkt auf der Grobmotorik, also haben wir z.B. Ball gespielt, werfen und fangen. Anfangs befanden sich Klingeln darin, später waren es halt bunte Bälle. Bei meinem Sohn war die grobmotorische Entwicklung nie ein Problem, sondern eher später die Feinmotorik. Da hat der Frühförderer dann zB spezielle Puzzle-spiele mitgebracht. Wir bekamen auf Anfrage auch immer mal ein Spieletip zB Weihnachten oder zum Geburtstag, zB Plitsch-Platsch-Pinguin ist ein Superspiel für die Feinmotorik ( was auch die Geschwister gerne mitgespielt haben ).

Kannst Du nicht mal einen Termin an Eurer Sehbehindertenschule ausmachen? Die müßte eigentlich auch über jede Menge Spielematerial, jede Menge Anschauungsmaterial verfügen. Wir waren auch einmal mit unserem Sohn in Friedberg, ein höchst spannender Nachmittag für Maxi ( es gibt dort auch spezielle Räume, die man zu Hause gar nicht haben kann, wo man gezielt das Restsehvermögen von Kindern ansprechen kann).

Was die Häufigkeit der Fördertermine angeht: es waren durchgängig 14-tägige Termine, von Ausnahmen wir Krankheit beiderseits oder Fortbildung des Frühförderers abgesehen. Wir hätten gerne wöchentliche Termine gehabt, aber das ließ die Kapazität der Pädagogen nicht zu.

Ich hoffe, das hilft Dir ein bisschen weiter,

vG, Ingrid
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ClaudiaG
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BeitragVerfasst am: 31.07.2006, 14:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Andrea,

wir hatten damals eine Pädagogin der örtlichen Schule für Blinde und Sehbehinderte. Sie brachte immer grellbunte, kontrastreiche, evtl. gestreifte Spielzeuge mit, die außerdem Geräusche machten (und wenn sie selbst ein Glöckchen angenäht hatte). Außerdem hatte sie diese bunten Ikea-Becher dabei, die sie mit schwarzen Streifen beklebt hatte und dann von innen mit einer Taschenlampe anleuchtete. Ein neonfarbener Schlauch mit Rillen, in dem eine Kugel hin- und herrollte war auch dabei. Insgesamt hatten diese Dinge immer einen hohen Aufforderungscharakter was Sehen oder auch Fühlen anging.

Wir hatten bei Jérôme auch das Problem, dass er eine taktile Überempflindlichkeit hatte und nichts anfassen wollte. Kurz bevor Jérôme in den Kiga kam, war er bereit, mit einem Gegenstand eine Weile zu hantieren.

Nachdem er in den Kiga kam, wechselte die Blinden-Frühförderin (immer noch von der gleichen Schule. Er hätte Anspruch auf längere Förderzeit gehabt, konnte das aber von der Konzentrationsfähigkeit nicht ausnutzen. Es blieb also bei einer knappen Stunde Förderung. Während der Ferienzeiten fiel diese aus, auch sonst ausgefallen Stunden wurden nicht nachgeholt.

Andererseits hatten Jérôme so viele Fördertermine, dass das manchmal auch eine Entlastung war, wenn mal etwas nicht stattfand.

Was für Förderung bekommt ihr denn sonst noch?

Wir hatten auch "normale" Frühförderung nebenher (90 Minuten die Woche). Die Frühförderin interessierte sich sehr und baute dann auch Elemente ein, die schon in der Sehfrühförderung genutzt wurden.

Liebe Grüße

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Claudia mit Jérôme (*4/2000, HC, blind, psychmot. Retardierung) aus Gelsenkirchen
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Andrea Sch
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BeitragVerfasst am: 31.07.2006, 16:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

erstmal danke für eure Antworten.
@Ingrid: Gespräch über Förderplan hat bei uns nie stattgefunden und Lennart bekommt schon seit über 2 Jahren die Förderung.
Einen Gesprächstermin für die Schule bekommen wir noch.

@Claudia: Lennart geht zum therapeutischen Reiten, Logopädie, KG Vojta.

Eine weiteres Problem mit der Lehrerin von der Sehbehindertenschule ist, das sie Lennart wegen gesundheitlicher Probleme nicht tragen kann.
Also sitzt er 1 Stunde nur in seinem Therapiestuhl (Lennart wird dann von den Erzieherinnen hineingesetzt, da sie das ebenfalls nicht kann). Als wir die Förderung noch bei uns zu Hause hatten, war ich dann halt immer dabei, so daß Lennart immer wieder die Position wechseln konnte.

Liebe Grüße

Andrea

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Lennart Muskelhypoton, Hemiparese links, Hydrocephalus, BNS-Epilepsie, schwach durchblutet Sehnerven, entwicklungsverzögert
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Ingrid Kunz
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BeitragVerfasst am: 31.07.2006, 18:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Andrea,

die Probleme bei Euch sind natürlich vielschichtiger als bei uns, dennoch: wie läuft denn bei Euch das Antragsverfahren auf Frühförderung? Ich mußte damals einmal im Jahr zum Landratsamt ( dort sitzt auch das Gesundheitsamt ) und mir die Fördermaßnahme für ein weiteres Jahr auf der Basis eines Förderplanes, erstellt vom Frühförderer, genehmigen lassen. Bei dieser Gelegenheit hat dann der Frühförderer die wichtigen Teile des Planes, also was sieht er für seine zukünftige Arbeits als schwergewichtig an, durchgesprochen und ich habe den Plan natürlich auch gelesen. Gibt es das bei Euch offensichtlich so nicht? Da Dein Sohn ja noch andere Therapien erhält, müßte sich die Frühförderin ja auch mit den anderen Therapeuten abstimmen - geschieht das denn überhaupt, in Absprache auch mit Euch Eltern ? Was halten denn die Therapeuten insgesamt davon, dass die Sehfrühförderung wegen der gesundheitlichen Probleme der Lehrerin nur statisch im Therapiestuhl erfolgen kann? Wenn es sinnvoller wäre, dass sich Dein Sohn dabéi auch bewegt, sprich Positionen verändert, wäre es da nicht sinnvoller, diese Maßnahme wieder zu Euch nach Hause zu verlegen, bis die Lehrerin wieder fit ist?

Ich drücke Euch die Daumen, dass sich das wieder bessert, und Ihr auch schnell einen Termin in der Schule bekommt,

viele Grüße, INgrid
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Andrea Sch
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BeitragVerfasst am: 31.07.2006, 20:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ingrid,

die Therapeutin hat eine chronische Erkrankung (Rheuma o.ä.), wird also nicht wieder fit. Und die Förderung wieder bei uns zu Hause möchten wir nicht, da wir Lennart dann entweder später zum Kindergarten hinbringen oder früher abholen müßten. Das finden wir und auch die Erzieherinnen nicht so sinnvoll, weil ein Kind wie Lennart sowieso schon eine Sonderstellung hat, und das muß man nicht noch weiter hervorheben, finden wir.
Da diese Frühförderung durch die Sehbehinderten- und Blindeschule läuft, benötigt man nur ein Attest vom Augenarzt und stellt sein Kind dann persönlich in der Schule vor. Und dann kommt eine der Lehrerinnen zu den Familien nach Hause, oder wenn es Kindergarten- bzw. Schulkinder sind, gehen sie in die Kindergärten bzw. in die Schulen. Eigentlich soll die Frühförderung den Erzieherinnen und Lehrern auch Hilfestellung geben, wie man ein sehbehinderts oder blindes Kind bestmöglich fördern kann.
Unser Krankengymnast findet es nicht optimal, das Lennart die ganze Zeit sitzt, zumal die Frühförderin ihn auch nicht wieder gerade aufrichtet, wenn er rumgehampelt hat und schief sitzt.

Liebe Grüße

Andrea

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Claudia Pawlowski
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BeitragVerfasst am: 31.07.2006, 21:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ingrid!

Felicitas Frühförderung läuft über das Land NRW und ist für uns kostenlos. Ich habe in der Duisburger Blindenschule angerufen und eine Vorstellungstermin bei uns zu Hause ausgemacht. Die Förderin kam dreimal zu uns und hat dann einen Bericht und Antrag an die Landesregierung geschickt, mit der Bitte um Aufnahme in die "häusliche Früherziehung im Rahmen der pädagogischen Frühförderung" (so das Amtsdeutsch) für blinde und sehbehinderte Kinder. Nach fast 3 Monaten bekamen wir dann die Zusage. Wir brauchten keine Atteste und mussten uns auch nicht mit der Krankenkasse in Verbindung setzten.

Schau mal hier rein: http://www.schweizer-optik.de/AERZTE/inhalt/chancen.htm

LG
Claudia

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Ingrid Kunz
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BeitragVerfasst am: 31.07.2006, 22:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Andrea, hallo Claudia,

das Antragsverfahren scheint von Bundesland zu Bundesland ein klein wenig unterschiedlich gehandhabt zu werden, aber im Prinzip lief es bei uns in Hessen ähnlich wie bei Euch in NRW, nur mit dem UNterschied, dass ich mit dem Papierkram auch noch zur Amtsärztin mußte. Damals empfand ich das als eher lästig, aber später hatte dies dann allerdings den großen Vorteil, dass uns diese Dame schon kannte, als es um Maxis Einschulung ging. Er wurde als Kann-kind eingeschult und in eine Privatschule, deshalb mußte ich die Einschulungsuntersuchung bei eben dieser gleichen Ärztin machen lassen.

Andrea, das hört sich ja nicht besonders toll an bei Euch. Wieviel Zeit hat denn Dein Sohn noch bis zur Schule, also wieviel Frühförderzeit bleibt ihm denn noch? Ich denke schon, dass die Frühförderin Euch auch mal darlegen sollte, wo sie unter Berücksichtigung der Sehbehinderung bei Eurem Sohn besonderen Förderbedarf sieht und wie sie in der verbleibenden Zeit gedenkt, mit Eurem Sohn daran zu arbeiten. Gab es denn auch mal eine Abstimmung mit den anderen Therapeuten?

Viele Grüße, Ingrid
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Andrea Sch
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BeitragVerfasst am: 01.08.2006, 09:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ingrid,

Lennart geht jetzt noch 2 Jahre in den Kindergarten. Abstimmung mit anderen Therapeuten gab es von ihrer Seite bisher nicht. Sie hat einmanl an einer Frühförderstunde durch eine Heilpädagogin teilgenommen, der Anstoss dazu kam aber nicht von ihr, sonder von der Heilpädagogin, und das war es dann auch. Ich habe nächste Woche im Kindergarten einen Termin mit Lennarts Erzieherin, und dann werden wir u. a. das weitere Vorgehen wg. der Sehfrühförderung besprechen. Und in der darauffolgenden Woche haben wir dann noch, zumindest ist es so geplant, einen Termin in der Schule für Sehbehinderte mit der Rektorin und Lennarts Lehrerin. Ich habe auch Schulamt und Obere Schulaufsicht angeschrieben, die leiten aber nur alles wieder an die Schule zurück. Auch schön!?

Liebe Grüße und vielen Dank

Andrea

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