Verfasst am: 24.07.2006, 15:46 Titel: Frühförderung beendet, keine Therapie mehr?
Hallo Ihr Lieben,
ich stehe etwas ratlos da, unser Arndt ist von der Einschulung zurückgestellt, er soll noch ein Jahr in den Kindergarten gehen. Bisher nahm ich an, das er dann auch weiterhin zur Frühförderung gehen könne, dies wurde jetzt aber von seine Physiotherapeutin verneint. Da er aber sehr hypoton ist, möchte ich gerne weiterhin etwas für ihn tun, vor allem aber fände ich es wichtig, das die Entwicklung seiner Knick-Senkfüße, die ja schon zu X-Beinen geführt hat und auch die Hüft beeinträchtigt, unter fachlicher Kontrolle bleibt.
Wie habt ihr es denn gehandhabt, eine direkte KG sei nicht notwendig, hat man uns in der Uniklinik mitgeteilt, dem Kind aber eine generalisierte muskuläre Hypotonie bescheinigt.
Bedingt hierdurch hat er auch enorme Probleme mit der Atmung im Asthmaanfall, die Belüftung der Lunge ist so schon nicht besonders gut, macht hier nicht KG weiterhin Sinn?
Das hat doch die Physiotherapeutin nicht zu entscheiden, ob der Junge Frühförderung bekommt! Frühförderung wird aus den Mitteln der Sozialhilfe bezahlt und über das Gesundheitsamt genehmigt. Also mache schnell einen Termin dort, schildere am besten schon am Telefon das Problem, mit etwas Glück rutscht Ihr sofort nach den Ferien noch ein Jahr rein. Frühförderung wird bis zum Eintritt in die Schule weiter geführt (bei Bedarf).
tja, an ihr selber liegt es ja nicht, sie würde gerne mit ihm weitermachen, die Order kommt von ihrem obersten Dienstherren, Kinder über fünf Jahren dürfen nicht mehr angenommen werden. Das war bis vor zwei Jahren noch nicht so, da galt die Regel Frühförderung bis zur Einschulung.
Eine Lösung wäre sicher eine Psychomotorikgruppe, die ist aber leider schon voll, es ist ein Jammer, an unseren Purzeln wird halt immer zuerst gespart.
hier war es früher so, dass es nur Frühförderung bis zum Eintritt in den Kindergarten gab- bei Kindern, die dann integrativ betreut wurden kam dann keine FF mehr- dann hat eine Familie gklagt und nun ist es für alle Kinder einheitlich gereglt, entweder sie sind im heilpädagogischen Kindergarten oder sie bekommen FF bis zur Einschulung.
Physiotherapie machen wir aber separat und hat nichts mit der FF zu tun! Du kannst natürlich auch von Deinem KiA Physio und Ergotherapie verschreiben lassen!
Bei einem hypotonen Kind grundsätzlich auf KG zu verzichten halte ich für nicht gut!
Viel Erfolg
Anke _________________ Anke mit Joost (*16.03.04), massiver HC, massive Hirnfehlbidung mit Nichtanlagen, ICP, blind und seinen großen Schwestern Anna (*95), Clara (*02) und Lucas (*08) und natürlich Papa Dirk
hier war es früher so, dass es nur Frühförderung bis zum Eintritt in den Kindergarten gab- bei Kindern, die dann integrativ betreut wurden kam dann keine FF mehr- dann hat eine Familie gklagt und nun ist es für alle Kinder einheitlich gereglt, entweder sie sind im heilpädagogischen Kindergarten oder sie bekommen FF bis zur Einschulung.
Physiotherapie machen wir aber separat und hat nichts mit der FF zu tun! Du kannst natürlich auch von Deinem KiA Physio und Ergotherapie verschreiben lassen!
Bei einem hypotonen Kind grundsätzlich auf KG zu verzichten halte ich für nicht gut!
Viel Erfolg
Anke _________________ Anke mit Joost (*16.03.04), massiver HC, massive Hirnfehlbidung mit Nichtanlagen, ICP, blind und seinen großen Schwestern Anna (*95), Clara (*02) und Lucas (*08) und natürlich Papa Dirk
Die Rotatherapie ist auch sehr gut, aber man muß privat bezahlen.
MfG,
Diana _________________ Michael 09.04, Muskuläre Hypotonie mit Wahrnehmungstörungen. Im Moment machen wir Rota-Therapie, Germanische Neue Medizin, Sensorische Integration im Dialog und Tomatis. Es scheint ganz gut zu helfen.
das Problem ist bei uns, das mein Süßer ein Grenzfall ist, er läuft, wenn auch komisch, er rennt,sieht noch seltsamer aus, fällt dabei sehr oft hin, einen Ball werfen oder fangen ist auch kaum drin, Roller fahren nur mit einem auf drei Rädern (Pukiroller in der kleinsten Ausführung). Durch die Hypotonie hat er Probleme mit der Stuhlausscheidung und der Harnkontrolle, dann noch das Asthma Bronchiale und diverse Reaktionen auf Lebensmittel. Eine Neigung zu fiesen Lungenentzündungen, glücklicherweise keine Pseudokruppanfälle mehr. Aber all dies in einem Bericht der Uniklinik, hat dazu geführt, das der Schulleiter ihn für ein Jahr zurückgestellt hat.
Aber nur ein Jahr Kindergarten mehr, das scheint mir zu wenig zu sein, er kommt auch mit großen Gruppen und Lärm nicht gut zurecht, er ist sehr ängstlich, hat große Probleme mit der Bewegungsplanung, ich würde ihm gerne helfen, aber wie genau das weis ich nicht, deshalb suche ich nach Ideen, wie ich ihn fördern kann, wenn er keine Physio mehr bekommt, muß dazu aber sagen, das das mehr psychomotorik als Physio war, alles nach dem Bobath-Konzept.
Ich bin heilfroh über das was wir erreicht haben, möchte einfach jede Chance für ihn nutzen. Er ist einfach nur ein knuddeliges Kerlchen, ein Schmuser allererster Güteklasse, leider nutzt er seinen Charme gerade oft zum Nachteil seiner Geschwister aus, heult einfach los, obwohl gar nichts war.
Naja, vielleicht weis uns ja noch jemand einen Rat.
Unser Sohn ist auch hypothon, obwohl er vom Muskelbild her eher zu viel Körperspannung hat und auch sehr stark und kräftig ist, bei ihm maskiert dies allerdings nur die Hypothonie. Das ist ererbt, meine Mutter hat das auch, beide sind Kämpfer und kämpfen halt gegen die Schwerkraft an. Will sagen: Sieht anders aus, siehe Atavar, gleiches Problem. Die meisten meiner Tipps sind Hinweise aus unserer Frühförderung (am Internat Aumühle):
Wir machen Reittherapie bei einer sehr guten Therapeutin. Dort hat er viel gelernt, und auch das Verhältnis zu dem Tier tut ihm gut, er mag Tiere gern. Er hat Ergo und macht dort viel in Richtung Körperwahrnehmung und Gleichgewicht. Wir haben Zuhause ein Trampolin, das benutzt er häufig. Er hat Hanteln, die lassen sich allerdings weniger in den Alltag integrieren, das geht nur, wenn ich die Übung vormache (was mir auch ganz gut tut). Ich achte darauf, dass wir beim Lesen "zufällig" auf dem Bauch liegt, damit er seine Ellenbogen aufstützt und den Oberkörper kräftigt. Ich mache Yoga nach einem Video, da macht er manchmal mit. Wir fahren Rad, gehen derzeit fast täglich Schwimmen (draußen im See oder in der Ostsee). An Sport macht er Turnen im Verein, auch im Kindergarten turnen sie mit den Kindern. Er ist total heiß darauf, mit mir "Laufen" zu gehen (ich trainiere für den Dresden-Marathon). Da bin ich derzeit noch etwas zögerlich, ein richtiges Ausdauerprogramm finde ich zu früh, nachher verliert er die Lust, das wäre schade.
Will sagen: Jede Form von Sport nützt, weil sie längerfristig Muskulatur aufbaut. Jede Art von Körpererfahrung nützt, weil sie positive Signale ans Gehirn sendet. Wir machen das jetzt seit eineinhalb Jahren, davon vielleicht ein halbes Jahr wirklich bewusst und intensiv, und der Junge macht gerade derzeit täglich Fortschritte. Ich achte darauf, dass er nicht merkt, dass er "gefördert" wird, sondern versuche ihm vorzuleben, dass ein Leben mit Sport Spaß macht. Das würde ich auch Dir empfehlen. Sucht Euch einfach den Sport heraus, der Euch am meisten Spaß macht, dann wächst das Kind von selbst über sich hinaus.
Hallo Susanne,
Ich denke du hast völlig Recht mit deinem Gefühl "das kann jetzt nicht alles gewesen sein". Dein Sohn braucht auf jeden Fall noch weiter Unterstützung. Vieles was du beschreibst kommt mir bekannt. Mein Sohn jetzt sechs hat aber schon viele Probleme dank einer guten Ergotherapie überwunden.
Du solltest auf jeden Fall mit eurem Kinderarzt sprechen (vielleicht kann ja jemand mitkommen der mit deinem Sohn erst einmal draussen wartet, während du dem KA erklärst was dein Sohn alles nicht kann.
Und lass dich bloß nicht mit der Aufforderung in einen Sportverein zu gehen abspeisen....dafür müssen die Kinder nämlich einen gewissen Grad an Fitness und Köperkoordination erst einmal mitbringen sonst endet es schnell in einem erneuten Frust- Erlebniss. In unserer Kinderturngruppe begann eine Turnstund z.b. immer damit, daß der Ballwagen in die Mite gestellt wurde und die Kinder frei mit den Bällen spielen konnten--und schon saß meiner auf der Bank und hat sich unsichtbar gemacht-wie oft er freiwillig noch zum Kinderturnen gegangen ist, kannst du dir denken.
Den Schwimmkurs letztes Jahr mußte er nach 10 Stunden abbrechen (Trainerwunsch) weil er einfach nicht fix geng war...-Ehrlich gesagt hatte ich es geahnt, aber die Kinderärztin hatte drauf bestanden....
Natürlich brauchen unsere Kids viel Bewegung- aber sie brauchen ihnen angemessene Angebote. Und nicht ständig neue Erlebnisse des Scheiterns und nicht mithalten könnens.
Das war übrigens damals für mich der GRund meinen Sohn nicht in der Psychomotorik Gruppe anzumelden sondern bei der Einzelförderung. In der Psychomotorik Gruppe waren nämlich fast nur ADHS Kinder- und Yannic hatte damals noch nicht das Selbstbbewußtsein sich da zu behaupten. Heute ist es glücklicherweise anders.
Von YAnnics Ergotherapeuten haben wir viele Anregungen für zuhause bekommen
Gruß Sigrid[/u]
war ein paar Tage nicht mehr online, deshalb habe ich Deinen Beitrag erst jetzt gelesen, Du beschreibst genau meine Befürchtungen. Im Kindergarten wenn sie turnen sollen, steht mein Arndt immer total verunsichert herum, er getraut sich einfach nicht mitzumachen, die anderen sind immer sehr viel fixer als er. Er wird leider auch schnell umgerannt, das nimmt ihm dann den letzten Mut zum mittun. An eine Ergotherapie hatte ich auch schon gedacht, aber vergangene Woche hat unsere Physiotherapeutin uns eine gute Nachricht überbracht, er darf doch bis zur Einschulung kommen, solange keine anderen Kinder wegen ihm warten müssen. Da er ja zusammen mit seinem jüngeren Bruder turnen geht, blockieren wir scheinbar keinen Platz. Die beiden animieren sich gegenseitig, wo Arndt zu vorsichtig ist, versucht er es wenn der Kleine es auch schafft schon eher, der Kleine guckt immer in kniffligen Situationen, was macht mein großer Bruder, wenn der sehr zögert, ist er nicht mehr so übermütig. Die beiden trennen nur neun Monate, sie werden sehr oft für Zwillis gehalten.
Wenn dann die Einschulung ansteht, kommen neue Probleme auf uns zu, der hiesige Schulleiter sieht die Schwierigkeiten und ist der Richtung Körperbehindertenschule nicht abgeneigt. Mal sehen was das Schulamt sagt, da ja beide Kleinen dann dort eingeschult werden müssten, die sind sicher nicht sehr begeistert. Diese Schule ist nämlich eine Privatschule.
Ich würde mich sehr freuen noch weiter von Dir und Yannic zu hören,
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