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Hat der Sohn meiner Freundin einen Gendefekt?
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Anneke B.
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Anmeldedatum: 10.04.2006
Beiträge: 183
Wohnort: Bremervörde

BeitragVerfasst am: 12.07.2006, 10:48    Titel: Hat der Sohn meiner Freundin einen Gendefekt? Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

heute habe ich mal was in eigener Sache: Ich mache mir Sorgen um den Sohn einer Freundin. Der Kleine ist sechs und kommt dieses Jahr in die Schule. Er war zwei Jahre in einem Sprachheilkindergarten, kann aber immer noch nicht richtig sprechen und fängt jetzt auch noch an zu stottern.
Seine Sprache ist zwar besser geworden, aber es ist halt immer noch so, dass er einige Buchstaben gar nicht ausprechen kann oder Wörter halb verschluckt. Auch seine Logopädin weiß nicht weiter. Außerdem nässt er sich seit Längerem wieder ein, auch tagsüber. Früher war das nur nachts.
Seine anfänglichen Gleichgewichtsstörungen hat er mittlerweile gut im Griff und auch vom Kopf her ist er voll entwickelt.

Kann es evtl. sein, das der Kleine einen Gendeffekt hat? Ich habe ein bißchen Angst, dass wir einfach zu wenig über seinen Gesundheitszustand wissen, weil kein Arzt weiß, wonach er eigentlich suchen soll. Vielleicht könnte man ihn ganz anders förden, wenn man wüsste, was mit ihm los ist. Habe auch die Befürchtung, dass die Lehrer ihn zu schnell abschreiben, weil ihnen das einfach zu anstrengend ist, mit einem Kind, dass nicht richtig reden kann und dann "auch noch in die Hose macht".

Vielleicht hat einer von euch die gleichen Erfahrungen gemacht und kann mir hier weiterhelfen?

Viele Grüße
Anneke
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MiriamP
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BeitragVerfasst am: 12.07.2006, 11:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

also... das mit dem "in die Hose machen" kann ich dir schon mal nehmen. Sagt man offen der Lehrerin / dem Lehrer, so gibt es weniger Probleme. Meine Tochter nässt sich auch ein, dennoch hat sie keine Probleme der Lehrerin oder ihren Klassenkameraden.
Allerdings kann sie sich auch verbal wehren und hat das Problem gleich von Anfang an klar gesagt: "Ich habe ein körperliches Problem, ich mache mir ab und zu noch in die Hose. Ich kann da nichts dran ändern, die Ärzte können mir nicht helfen." Ab und zu versuchen sie die zu hänseln aber im Prinzip prallt das schnell ab, da die Lehrerin auch hinter ihr steht. Sie kann halt nichts dafür, es ist eine "Krankheit"... genau wie andere Kinder grüne Augen haben, macht sie halt noch ab und an Urin in die Hose.

Ich hoffe, ihr habt mit der Lehrerin / dem Lehrer genau so viel Glück wie wir, ich drücke euch die Daumen.

Ach ja... bevor ich es vergesse: erst mal herzlich willkommen hier Wink

Grüße,
Miriam

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Sabine
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BeitragVerfasst am: 12.07.2006, 11:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Anneke,

hat der Junge denn überhaupt den Schultest bestanden? Wenn die Sprachstörungen gravierend sind, dürfte er den eigentlich gar nicht bestanden haben. Der Sohn meiner Freundin ist im vorletzten Jahr durch den Schultest gefallen und wurde nur unter Vorbehalt eingeschult und weil er bei der Einschulung schon fast sieben Jahre alt war. Er hat leichte Sprach- und Konzentrationsprobleme. Leider ist das erste Schuljahr nicht sonderlich gut für ihn gelaufen und es war auch die Frage, ob er wiederholt. Nun wird er doch versetzt, allerdings habe ich die Befürchtung, dass es in der 2. Klasse nicht besser werden wird... Sad
Meine Nichte kommt im Sept. zur Schule (Niedersachsen) und ich fand die Anforderungen des Schultests schon ganz schön happig. Ein sprachentwicklungsverz. Kind hätte auf jeden Fall Probleme gehabt, diesen Anforderungen gerecht zu werden.
Deshalb meine Frage.

Lieben Gruß
Sabine

P.S.: Das Einnässen ist sicherlich ein zusätzliches Problem, das ich auf jeden Fall im Vorfeld mit den Lehrern besprechen würde. Ich finde es auch höchst ungünstig, ein Kind mit solch gravierenden Entwicklungsproblemen jetzt einzuschulen. Die Schwierigkeiten sind da eigentlich vorprogrammiert.

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vera
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BeitragVerfasst am: 12.07.2006, 12:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
so viel ich weiß, gibt es bei Gen-Defekten fast immer irgendwelche äußerlichen Auffälligkeiten - Ohrläppchen, Zehen, Augenbrauen usw. Das sieht wahrscheinlich kein Kinderarzt, aber wohl ein Neurologe.
Wenn da gar nichts ist, würde ich vermuten, dass seine Probleme andere Ursachen haben.
Sicher ist das dann natürlich nicht - aber viele Gen-Defekte kann man ja noch gar nicht nachweisen.
LG
Vera

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Vera mit Malte, 05/03 - 05/09, V.a. Mitochondriopathie, Gehirnfehlbildungen, Tetraplegie, Epilepsie, PEJ, blind
und Bruder, 07/05
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Nellie
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BeitragVerfasst am: 12.07.2006, 12:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Anneke,

ich kann jetzt auch nichts an dem Erkennen, was ein Gendefekt sein sollte. Gendefekte machen Stoffwechselerkrankungen z.B. oder eben Syndrome, die aber auch mit äußerlichen Auffälligkeiten einhergehen. Da gibt es viele sogenannte Dysmorphiezeichen. Auf jeden Fall sollte das Kind mal einem Neuropädiater vorgestellt werden, finde ich. Ein SPZ oder ein niedergelassener Neuropädiater vielleicht.

LG
Nellie

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Linn *2004, Intensivkind mit schwerster Mehrfachbehinderung durch eine Gehirnfehlbildung namens pontocerebelläre Hypoplasie Typ 2a (PCH 2a), Sondenkind mit Button, Epilepsie, Tracheostoma, nachts beatmet, schwere Wahrnehmungsstörung und ein zauberhafter roter Lockenkopf mit festem Willen und Ann *06/09, fröhliche Minimaus
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Anneke B.
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BeitragVerfasst am: 12.07.2006, 14:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

erstmal vielen Dank für eure schnellen Antworten. Ich bin schon mal beruhigt, dass euch das jetzt so spontan nichts "schlimmeres" aufgefallen ist. Habe jetzt halt nur schon öfter von Kindern gelesen, denen man äußerlich nichts ansieht, die dann aber durch den Gendefekt Sprachprobleme o. ä. haben und war halt schon etwas verunsichert, weil sich bei ihm trotz Logo etc. nicht viel verändert hat.

Den Schultest hat er meiner Meinung nach bestanden. Er wird allerdings im September auch sieben. Vielleicht ist das da ähnlich, wie bei deiner Freundin. Werde ihr auch nochmal sagen, dass sie das vorher unbedingt mit der Schule durchsprechen muss. Ist zum Glück eine kleine Dorfschule und die Kinder kennt er schon. Aber es ist natürlich auch für ihn nicht schön, es ist ihm schon unangenehm.
Oh man, ich hoffe echt, dass das alles irgendwie klappt und das er nicht allzu große Probleme bekommt. Crying or Very sad

Ich werde meiner Freundin aber trotzdem nochmal vorschlagen den Kleinen in einem SPZ bzw. einem Neuropädiater vorzustellen. Wenn dann nichts gefunden wird, um so besser.

Danke für eure Hilfe!!!

Liebe Grüße
Anneke

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karin_b
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BeitragVerfasst am: 12.07.2006, 18:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Anneke,

die Symptome, die Du beschreibst, sind z.B. sehr ähnlich zu einigen Symptomen, die meine Tochter hat. Ich habe bei Deiner Beschreibung deshalb sofort an einen Gen-"Defekt" gedacht. Das Stottern könnte m.E. aber auch nur eine Folge der Sprachstörung sein und kein Zeichen dafür, dass bei dem Jungen ein progredienter Krankheitsverlauf vorliegt. Bei meiner Tochter war das genauso. Sie konnte anfangs nur undeutlich sprechen und als sie älter wurde und spürte, daß sie nicht verstanden wird, kam mit der Aufregung und der Angst, nicht verstanden zu werden, die Stotter-Problematik dazu. Wir müssen da auch oft trennen, was auf die Krankheit geschoben werden kann und was andere Ursachen hat. Im letzteren Fall kann man nämlich dann auch durch geeignete Therapie gegensteuern, im ersten Fall eher nicht.

Mit dem Besuch in einem SPZ ist es aber auch immer so eine Sache. Wenn man mit den von Dir beschriebenen Symptomen in ein SPZ geht, finden die vermutlich immer irgendwas. Die Frage ist aber: Wollen die Eltern das wirklich so genau wissen? Wie stark ist der Junge denn beeinträchtigt? Wenn tatsächlich Anlaß zur Sorge bestehen sollte, dann hätte das der Kinderarzt doch längst merken müssen?

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Liebe Grüße
Karin mit Tochter (16, Leigh-Syndrom, Komplex-1-Defekt, dystone Bewegungsstörung)
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Anneke B.
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BeitragVerfasst am: 13.07.2006, 09:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Karin,

die Beeinträchtigung liegt fast nur im sprachlichen Bereich und dem Einnässen, aber manchmal ist es auch so, dass man ihn anspricht und er einfach nicht reagiert, als ob er irgendwie in einer Scheinwelt lebt. Der Kinderarzt hatte ja die Sache mit dem Sprachheilkindergarten angeregt, da hat er dann ja auch Ergo etc. mitgemacht, aber es ist halt nichts bei raus gekommen. Irgendwie habe ich manchmal auch den Eindruck, dass man sich da nicht so wirklich Gedanken gemacht hat. Also, dass die Therapie zwar durchgeführt wurde, aber dass man sich nicht so wirklich damit befasst hat, warum es eigentlich nicht besser wird.

Die Eltern wollen schon wissen, was er hat. Machen sich ja auch Gedanken, ob man ihn evtl. anders besser fördern könnte.

Viele Grüße
Anneke

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karin_b
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BeitragVerfasst am: 13.07.2006, 16:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Anneke,

für mich klingt alles, was Du schreibst, doch sehr nach einem Syndrom. Auch die anfänglichen Gleichgewichtsstörungen und die Abwesenheit kommt mir spanisch vor. Wenn er dann auch noch Ergotherapie bekommt, dann scheinen ja auch noch feinmotorische Störungen vorzuliegen. Mich wundert nur, dass der Kinderarzt bei so vielen Symptomen noch nicht die Vorstellung bei einem Neuropädiater vorgeschlagen hat.

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Liebe Grüße
Karin mit Tochter (16, Leigh-Syndrom, Komplex-1-Defekt, dystone Bewegungsstörung)
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Anneke B.
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BeitragVerfasst am: 13.07.2006, 17:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Karin,

tja, was soll ich dazu sagen? Das wundert mich auch! Wir werden da jetzt mal einen Termin vereinbaren und dann gucken wir mal weiter. Mir kommt das auf jeden Fall alles etwas komisch vor. Habe meine Fühler aber schon mal ein bißchen ausgestreckt und denke, dass wir da jemanden finden, der uns da helfen kann.

Liebe Grüße
Anneke

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