Verfasst am: 02.07.2006, 14:15 Titel: Hüftdysplasie beim 8Jährigen
Hallo,
ich war mit meinem Sohn - 8 Jahre -diese Woche beim Orthopäden, da er rechtsseitig ein bißchen " über den großen Onkel" läuft.
Der Arzt machte ein Röntgenbild und stellte fest, das an der rechten Hüfte eine leichte Fehlausbildung besteht. Genau hat er an der Hüfte einen CE Winkel von 20 Grad ( Grenze wäre 24 Grad). Linke Hüfte o.k. 26 Grad.
Der Oberschenkelknochen steht ganz leicht gedreht in der Pfanne, daher das Laufen über den Onkel.
Der Arzt hält den Wert für grenzwertig, meint aber trotzdem, daß eine Operation seines Erachtens indiziert sei. Die Entscheidung läge aber bei uns.
Er meinte aber, das eine OP. jetzt noch einfacher wäre, als später, da sonst die Triple Sektion erforderlich wäre.
Mein Sohn ist völlig schmerzfrei. Ich scheue mich daher vor der OP, da diese nur profilaktisch gemacht werden soll, da es später zu Beschwerden kommen könnte !?!
Soll man so etwas seinem Kind antun??
Keiner kann sagen wie groß die Warscheinlichkeit ist, Beschwerden zu bekommen?
Gibt es da irgendwelche Erfahrungswerte?
Kann ich evt. mit Osteöpathie oder KG die Knochenstellung günstig beeinflussen?
Wie lange kann man die einfache OP Methode nach Seitzev ? machen? 8 Jahre laut Internet? 12 Jahre laut Arzt?
1000 Fragen und keine Antwort!! Bin als Mutter verzweifelt.......
Gruß Dagmar
P.S. Die Werte bei den U- Untersuchungen waren immer o.k.
zuerst einmal die Ruhe bewahren! Es ist sicherlich zum Verzweifeln, wenn ma mit soetwas konfrontiert wird, aber es ist kein Weltuntergang....
Im Alter von acht Jahren ist das Knochenwachstum schon sehr weit fortgeschritten. Da ist es nicht so einfach, mit KG oder Osteopathie etwas zu verändern. Die angegebenen Werte sind jetzt auch nicht soooooo schlimm, dass man die Hände über dem kopf zusammenschalgen muss! Andererseits zählt immer der Gesamteindruck und das kann letztendlich nur der Arzt abwägen...
Interessant wäre es zu wissen, was in der Vergangenheit bei den U-Untersuchungen alles untersucht wurde (Abfrage und Anschauen des Gangbildes, Testen des Muskeltonus im Beinbereich, Testen der Abspreizhemmung etc. etc.) denn es ist ja davon auszgehen, dass sich so eine Diagnose über Wochen und Monate entewickeln und nicht von heute auf morgen entstehen....
Wie war das Kind denn als Baby? Gab es da schon Auffälligkeiten...(drehen nur über eine Seite oder anderes?)
Zu der Therapie kann man nur sagen, dass es viele Fälle gibt, in denen die Kinder sehr gut eine solche OP überstanden haben, aber ich muss sagen, dass ich bei einem solchen Vorschlag immer eine Zweitmeinung einholen würde....
>>>Und du fühlst, dass du lebst
Weil du tanzt und fliegst, du schwebst
Weil du lachst, weil du weinst und liebst
Du bist ein Wunder
Du bist ein Wunder<<<
Andreas Bourani "Wunder"
Hallo Dagmar,
Ich kann Deine Zweifel gut verstehen.
Du solltest Dir auf alle Fälle eine Zweitmeinung oder sogar dritte Meinung einholen. Da sollte Euer Orthopäde kein Problem bzw. sogar grosses Verständnis für haben. Habt ihr eine Uniklinik mit spezieller Hüftsprechstunge in der Orthopädie in der Nähe?
Hoffentlich sagt unser Professionell und Hüftexperte Tobias bald was dazu, ob man nicht erstmal was mit KG versuchen sollte, sonst schick ihm doch mal eine PN.
Gruss, Anja _________________ Anja mit Tochter (5/02) BPES - Blepharophimose-Ptose-Epikanthus inversus-Syndrom, V.a. HB und Sohn (11/04) tiefe Analatresie mit perinealer Fistel, Hüftdysplasie, muskuläre Hypotonie, ehem. KISS, rezividierende Paukenergüsse und obstruktive Bronchitis
erstmal nicht verzweifeln und Infos zusammen tragen. Mir hilft es immer Bescheid zu wissen damit dann gezielt fragen kann und nicht über jedes Wort stolpert.
Ansonsten bin ich wie Tobias immer für eine zweite Meinung.
Alles Liebe ich drück dir die Daumen
Judith _________________ Andreas 10/73, Judith 2/64 mit Sara 8/86, Ines 7/89, Anne 2/00 und Jonas *13.07.2005 †03.04.2006, SMA Typ I und Joshua 12/2008
das ist die Seite von einer, bei der die Dreifach-Umstellung durchgeführt wurde, außerdem findest du noch viele weitere Erfahrungsberichte.
Ich habe auch eine Hüftdysplasie, beidseitig, wobei rechts stärker betroffen ist. Ich bin glücklicherweise kein Kandidat für diese Op, weil sie bei mir nicht viel bringen würde.
Wenn dein Sohn keine Probleme damit hat, halte ich den Vorschlag für ein wenig übertrieben und würde mir in jedenfall eine zweite und notfalls sogar eine dritte Meinung einholen, es ist ja nicht gerade ein kleiner Eingriff.
Gibt es nicht noch andere Möglichkeiten? Wie Krankengymnastik zum Muskelaufbau, damit das Gelenk entlastet wird, oder Einlagen?
Viele Grüße, Kris[/b] _________________ 28 j. CP (leichte Hemiparese) + Spastische Spinalparese (HSP) mit Ataxie und Armbeteiligung. Außerdem Skoliose, Spondylolisthesis LWS mit Bogenschwäche, Wirbeldysplasie HWS, Hüftdysplasie und Asthma.
"Sometimes I pretend to be normal, but it gets boring, so I got back to being me."
danke für die Seite, die du im Netz gefunden hast. Ich finde sie leider nicht besonders aussagekräftig.
Deine Hüftdysplasie kannst du aufgrund deiner GRunderkrankung ganz und garnicht mit der Hüftdysplasie eines Kindes vergleichen, der keine Grunderkrankungen hat.
denn es ist ja davon auszgehen, dass sich so eine Diagnose über Wochen und Monate entewickeln und nicht von heute auf morgen entstehen....
Wie war das Kind denn als Baby? Gab es da schon Auffälligkeiten...(drehen nur über eine Seite oder anderes?)
Hallo Tobias,
deine Aussage ist leider nicht richtig. Eine solche Diagnose entwickelt sich unter garkeinen Umständen über Wochen oder Monate, sondern muss bei einem gesunden KInd von Anfang an vorhanden gewesen sein.
Es gibt nur einen Grund warum sich eine 1A oder 1B Hüfte verschlechtert: eine neurolog Grunderkrankung, alles andere ist auf Fehldiagnostik im Neugeborenenalter zurückzuführen.
So wie die Mutter die Hüften beschreibt konnte man als Säugling wenig Auffälligkeiten feststellen, da die Hüften recht symmetrisch betroffen sind.
in der Tat gibt es Hüften, die sich "von Anfang an" entwickeln....
Ob das bei dieser Hüfte so war, kann ich nicht sagen, dennoch ist meine Aussage keineswegs "falsch".
Ich weiß auch nicht wirklich, ob es hier um "richtig oder falsch" geht (wohl eher nicht...) aber wenn estwas falsch ist, dann ist die Vermutung, dass sich nur bei neurologischen Hüften eine IA oder IB Hüfte verschlechtert. Hätte ich sie nicht schon selbst gehabt, dann könntest Du zumindest in der Literatur etwas über die so genannten "stummen Hüften" lesen! Und die Dunkelziffer ist enorm. Im übrigen ist die Frage immer präsent, was genau für eine Neurologische Erkrankung vorliegt? Eine zentrale Hypotonie z.B. ist da auch schon als schleichender Prozess kontraproduktiv....
Was dann wieder ein wenig stimmt ist die Aussage mit den Fehldiagnosen...da ist wohl die Dunkelziffer auch sehr hoch....
Letztendlich ist dies der Mutter jedoch nur zweitrangig wichtig...aber das wirst Du als erfahrene Kindertherapeutin sicher wissen....
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Andreas Bourani "Wunder"
Es ist nunmal erwiesen, dass sich Hüften nur aus neurologischen Gründen (CP z.B.)verschlechtern (ich beziehe mich hiermit auf Aussagen von Graf!).
Hüften, die sich von Anfang an entwickeln, sind von Anfang an falsch geschallt wurden.
Mir ist klar, dass die Dunkelziffer sehr hoch ist, schließlich gehört ein wenig Etfahrung dazu die Hüften eines Neugeborenen zu schallen.
Keine Sorge, ich will dir nicht den Rang als PT hier ablaufen, du leistest gute Arbeit..
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