Verfasst am: 17.01.2005, 01:24 Titel: Heimplatz gesucht - auch für schwere Fälle
Hallo
Sorry das ich so rein platze und uns noch nicht weiter vorgestellt habe, aber ich habe dieses Forum heute Abend gefunden in der Hoffnung verstanden zu werden. Sollte es an falscher Stelle stehen dann bitte verschieben, danke.
Es geht um unseren Sohn (9J.), er ist ein ehemaliges Frühchen und mehrfach schwerst behindert. Seit einem dreiviertel Jahr suchen wir aktiv nach einer Heimunterbringung, aber es ist nichts zu machen. In den Vorgesprächen die teilweise am Telefon statt finden klingt immer alles sehr positiv aber wenn sie dann die Krankenakte sehen und Zeugnisse heißt es: "Tut uns leid aber er paßt nicht in die Gruppe".
Wir waren in einem Heim für geistig behinderte Kinder zum vorstellen. Nun ja, man hat sich das Kind einfacher vorgestellt. Was ich aber sah, verschlug mir die Sprache. Dort waren Kinder die einfach etwas zurück waren in der Entwicklung und bekommen diesen Platz. Ich möchte nicht unfair sein aber würde es ein Platz in einem Heim für schwer erziehbare nicht auch tun? Dort sind auch Pädagogen dich sich kümmern.
Ich weiß nicht wie ich mich audrücken soll ohne als Rabenmutter da zu stehen aber unsere Belastungsgrenze ist definitiv erreicht, nur jedes Heim knallt einem die Türe vor der Nase zu. Was soll man denn noch tun? In der Lebenshilfe sind wir natürlich auch, aber wie gesagt, erst heißt es "halbwegs" ja und wenn sie ihn dann sehen definitiv "nein"!
Leider schreibst Du nicht, woher Du kommst, aber das ist ja auch nicht ganz so wichtig (obwohl es natürlich interessant wäre, weil es bei uns in der Nähe durchaus Heime für "schwere Fälle" (d. h. auch für schwerstpflegebedürftige bis hin zu beatmeten Kinder und Jugendlichen) gibt. Ich weiß, diese Einrichtungen sind in Deutschland selten. Allerdings muß ich zugeben, daß ich persönlich mich ansonsten auch nicht sooo furchtbar dolle auskenne, weil wir unseren (im übrigen voll beatmeten) Sohn gerade nicht in ein Heim geben wollen - deshalb halte ich Dich keinesfalls für eine Rabenmutter (ebensowenig bin ich eine Supermami ).
Ich habe aber durchaus schon mitbekommen, auch über Bekannte, daß es die unterschiedlichsten Einrichtungen gibt.
Bei uns lief es vor knapp nem Jahr eigentlich etwas anders: die Krankenversicherung unseres Sohnes wollte ihn scheinbar auf Biegen und Brechen mit dem Zeitpunkt der Einschulung (die war im August) in einem Heim untergebracht wissen. Als wir vorsorglich zu dem angedachten Heim Kontakt aufgenommen haben (nicht, daß die Versicherung schon alles "klar" gemacht hätte), sagte uns der Heimleiter, daß es durchaus vorkäme, Krankenkassen würden sich mit Heimen in Verbindung setzen, wenn Eltern dies quasi wünschten.
Wenn Euch die Lebenshilfe nicht weiterhelfen kann, was ich eigentlich auch nicht verstehe, könntet Ihr es dann nicht mal über die Kranken- bzw. Pflegeversicherung versuchen? Wie ist es mit SPZ? Weiß man dort keinen Rat?
Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, daß die Kinder, die Du gesehen hast so "einfach" auch in einer Einrichtung für schwer erziehbare (hat ja nichts mit "etwas zurück" zu tun!) untergebracht werden könnten! Ich denke, es hat seinen Grund, daß sie dort sind, auch wenn sie im Vergleich zu Deinem Sohn weniger schwierig wirken. Ich habe schon soviele Kinder erlebt, die ich niemals für geistig behindert halten würde, die es aber doch sind, und wieder andersherum denkt "jeder" zunächst, auch unser Sohn müsse zwangsläufig geistig behindert sein, nur weil er beatmet ist (was auch nicht stimmt, da er eine reine Muskelerkrankung hat).
Vielleicht magst Du ja doch noch verraten, aus welcher Ecke Du kommst - und wenn Du magst, horche ich bei nächster Gelegenheit mal in meinem Bekanntenkreis herum, kannst mir auch gern ne PN zukommen lassen.
Hallo Lea33,
ohne zu wissen, ob du vielleicht hier in der Nähe wohnst kannman dir schwer raten. Habt ihr denn schon versucht, den MDK nach einem geeingneten heimplatz zu befragen. Diese Kinderärzte knnen sich doch in deiner Umgebung aus und müsstendoch genau wissen, wo esginge und wo nicht und dich auch dasei unterstützen. Ich wünsche euch, dass ihr es schafft, einen geeigneten Platz zu finden. Weiterhin viel Kraft für euch alle
Elen
das evtl. Gefühl eine Rabenmutter zu sein, möchte ich versuchen Dir zu nehmen. Wir sind alle keine Übermenschen und somit hat jeder seine persönlichen Grenzen. Bei dem einen ist sie höher, bei dem anderen niedriger.
Dass Ihr Euch da Gedanken macht, ist mehr als verständlich - es ist eh sicher ein Zukunftsthema, denn man weiß ja nie, was passiert. Insofern, ein frühzeitiges Drum Kümmern ist in jedem Fall gut.
Dass die Lebenshilfe Euch da nicht weiterhelfen kann, das verstehe auch ich wiederum nicht.
Aber - es passt ein bisschen in das Bild, das von dieser Einrichtung habe - jedoch mache ich zumindest in Sachen FED derzeit gerade ein paar positive Ansatzerfahrungen.
An die Kranken- u. Pflegekassen glaube ich wiederum nicht, dass die Adressen haben, denn die wissen nicht mal in der Regel Heime für Kurzzeitpflegeplätze in Bezug auf Kinder. Für Senioren gibt es die wie Sand am Meer.
Aber vielleicht kann Euch das Jugendamt Eures Ortes, Bezirkes weiter helfen.
Beim VdK würde ich nachfragen,
bei einem SPZ in jedem Falle - also die müssten da schon Adressen haben.
Irgendeiner muss auch das Heim dann bezahlen - also Jugendamt / Sozialamt ist da sicher nicht die schlechteste Adresse.
Caritas und Diakonie wären Anlaufstellen - haben auch oftmals Einrichtungen, oder wissen zumindest, wo es welche geben könnte.
Vielleicht gibt es auch Behindertenbeauftragte in Eurer Stadt, die Ihr ansprechen könnt, oder in Eurem Bezirk.
Verrate uns doch mal die Gegend in der Du wohnst, dann kann man Dir mit Sicherheit schon viel nähere Auskunft geben.
Mehr fällt mir gerade nicht dazu ein.
Einen lieben sonnigen bayerischen Gruß
Isolde _________________ „Nicht der Beginn wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten“ - Katharina von Siena "Einen Anfang zu machen ist das Geheimnis von weiterkommen" - chin. Weisheit
ich habe Dir ja schon eine PN geschrieben möchte aber hier noch etwas zufügen.
Die Lebenshilfe bietet keine stationären Einrichtungen für Kinder und Jugendliche an und kann deshalb dazu wahrscheinlich nix sagen.
Ich würde auch beim Jugendamt anrufen um mich zu erkundigen aber eigentlich ist das Jugendamt nur in Fällen bei denen das KJHG zutrifft der Kostenträger. Bei geistig behinderten Kindern laufen die Fälle in der Regel über das BSHG (BundesSozialHilfeGesetz) und die Kosten werden vom LWV getragen. Zumindest läuft das bei uns so!
mit der Lebenshilfe stimmt nicht so ganz - also in St. Ingbert hat die Lebenshilfe ein Haus, wo Geistig behinderte aufgenommen werden - stationär.
Ich kenne persönlich dort einen Mann, dessen Schwester schon vor Jahren in ein Pflegeheim der Lebenshilfe gegangen ist.
Und hier in München, meine ich, ist auch ein Heim - mag aber meine Finger nicht ganz dafür ins Feuer legen.
Aber es sind natürlich nicht immens viele Häuser auf die Bundesrepublik verteilt.
Lieben Gruß
Isolde _________________ „Nicht der Beginn wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten“ - Katharina von Siena "Einen Anfang zu machen ist das Geheimnis von weiterkommen" - chin. Weisheit
Es gibt bundesweit sehr, sehr viele stationäre Einrichtung der Lebenshilfe aber die sind meines Wissens nach nur für geistig behinderte Menschen ab 17 oder 18 Jahren. Möchte aber meine Hand auch nicht ins Feuer legen dafür!?
Gucke aber gleich nochmal im Netz.
Okay Tina -
ich bin vorallem über "Jugendliche" gestoßen - 17-jährige sind bei mir noch keine Erwachsene, denn die können in jedem Fall schon stationär aufgenommen werden in einem Heim.
Das mit den Geistig Behinderten stimmt völlig - die Plätze sind nur für solche.
Jedoch verstehe ich trotzdem nicht, dass die einem nicht wenigstens weiterhelfen können, wo Lea sich dann hinwenden könnte.
Am Ende kann man nicht alles wissen, als Laie,
aber solche großen Organisationen hätten doch evtl. einen größeren Weitblick.
So denke ich mal - kann mich aber auch irren.
Einen lieben Gruß
Isolde _________________ „Nicht der Beginn wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten“ - Katharina von Siena "Einen Anfang zu machen ist das Geheimnis von weiterkommen" - chin. Weisheit
Dein Bericht haz mich sehr erschüttert. Ich kann nicht glauben, daß niemand Dein Kind betreuen kann oder will. Hast Du es mal versucht, über Verhinderungspflege einen Kurzzeitpflegeplatz in Erwägung zu ziehen?
Mit 9 Jahren müßte Dein Sohn doch auch schulpflichtig sein und eine KB, bzw. GB-Schule besuchen, falls seineBehinderung es zulässt. Mein Sohn ist seit einem Unfall in 2001 mehrfach schwerstbehindert, d.h., er kann nicht sprechen,laufen und sich auch sonst kaum aktiv bewegen. Ernährt wird er haupfsächlich über eineMagensonde. Trotz allem besucht er eineKB-Schule. Der Unterricht endet um 15.10 Uhr, so daß ich dadurch Entlastung und auch etwas Zeit für meine anderen beiden Kinder habe.
Was mag in Deinem Kind vorgehen, wenn Du es auf Dauer weggibst?
Ich bin mir nicht sicher, ob er dann noch ausreichend gefördert würde.
Vielleicht würde euch auch ein Kinderpflegedienst Entlastung bringen?
Schau mal bei Google, dort gibt es die Jeremia Ambulante Kinderkrankenpflege - die können Dir auch sicher Rat geben.
Gib nicht auf, auch wenn es im Moment nicht weiterzugehen scheint!
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