Verfasst am: 21.06.2006, 12:46 Titel: Frage zur Vorsorgeuntersuchung (Sinn + Zweck der Us?)
Hallo!
Wir waren nun gestern zur U 9...und so richtig schlau bin ich nun nicht geworden.
Wir haben halt auch neben den Untersuchungen die laufenden Therapien besprochen, überlegt, welche im Moment Vorrang haben und welche warten müssen und die nächsten Schritte (MRT, Polygraphiewiederholung, Orthopäde, etc.) wegen des SHT und der Epilepsie geplant.
Als wir dann zu Hause waren, schaue ich in das gelbe Heft und bin doch erstaunt...da hat der Kinderarzt auf der linken Seite nichts angekreuzt (hat bei uns aber noch nie jemand...das ganze Heft sieht leer aus, als ob Lena nie etwas hatte) und rechts hat er angekreuzt "jetzige Früherkennungsuntersuchung kein Anhalt für eine die Entwicklung gefährdende Gesundheitsstörung".
Bei den Bemerkungen hat er noch reingeschrieben "Z.n Frühgeburt und muskuläre Hypotonie"...letzteres scheint für ihn neu zu sein, er hat es erst aus den Berichten des KG und der Ergo so richtig ernst genommen, obwohl ich es schon öfter erzählt habe...naja, egal.
Aber nun frage ich mich angesichts von Lenas Geschichte (die man in der Signatur sieht), ist das alles keine Gesundheitsstörung?
Was ist denn überhaupt eine Gesundheitsstörung? Ist das etwas, was man nicht beeinflussen kann oder wie versteht man den Begriff?
Denn wenn ich nun die Untersuchungen und Therapien weglassen würde, würden wir ihre Entwicklung schon gefährden...so richtig verstehen tue ich das nicht...
Wie ist das gemeint????
Liebe Grüße
Erica _________________ Mama von Lena (11 Jahre), Frühchen, benigne occipitale Partialepilepsie/ Panayiotopoulos-Syndrom, nächtl. Bradykardien, Z.n. Schädelbasisfraktur/ SHT/subduralem Hämatom/ Hämatotympanon im April 2006, Herzrhytmusstörungen, räuml.-konstruktive Wahrnehmungsstörung, etc.
mir ist auch nach den Vorsorgeuntersuchungen nie ganz klar, was das jetzt eigentlich sollte. Bei uns ist auch wenig angekreuzt, bei den Bemerkungen steht immer "motorische Entwicklungsverzögerung bei Frühgeburtlichkeit --> KG". Ansonsten werden standardisierte Fragen gestellt, Gewicht und Größe wird in die Diagramme eingetragen und Fragen darf man noch stellen. Alles in allem dauert dies 10 Minuten, ich frage mich wie in einer solch kurzen Zeit Probleme erkannt werden sollen. Eine befreundete Mutter mit einem gut entwickelten Kind hat den gleichen Eindruck. Diese Vorsorgeuntersuchung wird ja über die Krankenkasse mit einer Pauschale abegewickelt, da bleibt unserem Kinderarzt, der immer eine volle Praxis hat, wohl leider auch nicht mehr Zeit.
Aber wichtiger als diese "Vorsorgeuntersuchung" sind ja die anderen Sachen, die so ein Arzt macht. Eure laufenden Therapien und Untersuchungen unterstützt er ja. Wir bekommen auch immer ohne Probleme ein neues KG-Rezept.
Ich glaube, diese Untersuchungen sind eigentlich nur für normal entwickelte Kinder gedacht, alles was aus dem Rahmen fällt wird außerhalb dieses Rahmens bearbeitet, und da ist es ja eigentlich egal, ob es in diesem Heft steht oder nicht.
LG, _________________ Katja mit Sohn (*01/04, zart, klein und nicht so stark wie andere Kinder)
bei uns hat die KIÄ auch nie die linke Seite angekreuzt, obwohl einiges zu kreuzen gewesen wäre. Sie schreibt die Hauptbefunde auch immer nur nach unten in Notizenfeld.
Auf alle Fälle ist es super, wenn rechts das Kästchen ""jetzige Früherkennungsuntersuchung kein Anhalt für eine die Entwicklung gefährdende Gesundheitsstörung" angekreuzt wird. Uns sagte man das bedeutet, dass alles noch im Rahmen ist, dass zum jetztigen Zeitunkt keine bleibende Behinderung zu erwarten ist.
Ist bei Roman übrigens bei jeder U unterschiedlich angekreuzt wurden. Bei der letzten U6 hat er das Kreuz bekommen.
Frag doch nochmal deinen Arzt, wenn Du Dir nicht sicher bist, ob das so richtig ist.
Was ist übrigens "Verdacht auf besondere Begabung?"
Gruss, Anja _________________ Anja mit Tochter (5/02) BPES - Blepharophimose-Ptose-Epikanthus inversus-Syndrom, V.a. HB und Sohn (11/04) tiefe Analatresie mit perinealer Fistel, Hüftdysplasie, muskuläre Hypotonie, ehem. KISS, rezividierende Paukenergüsse und obstruktive Bronchitis
obwohl Jan-Paul bereits ab Geburt (!) auffällig war, steht in seinem Gelben Heft auch bis zur U5 nichts drin. Die Kreuze auf der linken Seite habe ich (!) dann nachträglich für die Ärzte gemacht, weil durch das Gelbe Heft ein völlig falscher Eindruck von Jan-Paul und seinen Auffälligkeiten entstand. Heute zeigen wir das Heft gar keinem Arzt mehr und es wird auch schon seit der U5 nicht mehr geführt. Wäre ja auch Blödsinn, da man ja praktisch die ganze linke Seite ankreuzen könnte.
Das Gelbe Heft ist eigentlich dazu da, Entwicklungsauffälligkeiten rechtzeitig zu erkennen. Leider wird es von den meisten Kinderärzten nicht sorgfältig, sondern eher routinemäßig geführt, so nach dem Motto "passt schon!"
Zum Glück haben wir nun einen sehr gründlichen Kinderarzt. Die letzten beiden Us von Timmi haben insgesamt über eine Std. gedauert. Da wurde schon genau geguckt, wie die motorische Entwicklung abläuft, also Fein- und Grobmotorik.
Auffälligkeiten hätte er sicher sofort gesehen. Er betreut allerdings auch behinderte Kinder und hat eine zeitlang in Datteln gearbeitet. Da ist man dann wohl auch als Arzt "anders drauf".
Lieben Gruß
Sabine _________________ Unsere Vorstellung? -> hier klicken
Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
REHAkids - Das Forum für besondere Kinder
da habt ihr wirklich einen guten Arzt, unserer ist auch gut, nur bei den Vorsorgeuntersuchungen ist er leider ziemlich schnell. Da die U8, die bei uns in ca. einem Jahr ansteht, auch bei unserem Kinderarzt länger dauert, sollen wir bereits 3 Monate vorher einen Termin machen . Der hat sein Wartezimmer immer voll und längere Untersuchungen finden dann auch mal um 18:30 Uhr am Abend statt oder mittags.
LG, _________________ Katja mit Sohn (*01/04, zart, klein und nicht so stark wie andere Kinder)
Deine Verwunderung kann ich nachvollziehen. Bei Friedrich ist auch nie was angekreuzt worden, obwohl er seit Geburt auffällig/ nicht gesund war und auch entsprechende Therapien bekam. Erst bei der letzten U mit 2 Jahren hat der Arzt die ganze linke Seite durchgekreuzt, dafür das Kreuz rechts nicht gemacht. Rückblickend denke ich schon, dass er sich der Probleme immer bewusst war, aber erst jetzt kann man definitiv sagen, dass er sich nie normal entwickeln wird, was ja z.B. nach "nur" Frühgeburt oder Epilepsie theoretisch möglich wäre... Das heißt, das der Rahmen einer noch tolerablen Verzögerung deutlichst überschritten ist...
Mandy _________________ Friedrich (04/04): unklare neurodegenerative Grunderkrankung mit komb. Atmungskettendefekt/ Mitochondriopathie
Lieben Gruß
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Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
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Verfasst am: 21.06.2006, 13:56 Titel: Re: Frage zur Vorsorgeuntersuchung
Liebe Erica,
was du schreibst entspricht fast 100%ig meinen Erfahrungen! Ich gehe schon ewig mit meinen beiden Groß0en nicht mehr zur U, und bei dem Kleinen nehme ich es jetzt schon nicht mehr wirklich ernst. Ich bin dann irgendwann mal zu meiner Kinderärztin gegangen und habe sie gebeten eigenhändig das Kreuzchen bei "jetzige Früherkennungsuntersuchung kein Anhalt für eine die Entwicklung gefährdende Gesundheitsstörung" zu ändern, es wäre schließlich ihr Name, der darunter stünde. Ich hatte Termin im Kinderzerntrum München und habe der KiÄ gesagt, es wäre mir einfach peinlich, dass angeblich die schwere Behinderung meines Kindes nicht erkannt worden wäre. Es war ihr dann auch peinlich - geändert hat sich nix.
Und hier im Job sehe ich immer wieder diese gelben Hefte mit dem Kreuzchen an eben dieser Stelle. Ich habe keine Ahnung, warum das so ist !!! Ich bin immer wieder entsetzt.
Also meines Erachtens müsste bei ALLEN Entwicklungsauffälligkeiten das Kreuz fehlen - es geht um eine "Gefährdung der Entwicklung" nicht mal um eine festgestellte Behinderung !!
Herzliche Grüße
Annegret _________________ mit Friedrich *1993 (ICP, GB und blind nach FG in der 30. SSW, 820 g) und Pia *1996 und Kaspar *2005
also bei unserem Arzt ist es auch oft sehr voll, allerdings helfen auch teilweise die Arzthelferinnen bei den (zumindest frühen) Us mit. Bei Timmi haben sie geguckt, ob er ein Klötzchen von einer Hand in die andere geben und zwei Gegenstände gleichzeitig in einer Hand halten kann. Hinterher wurden die Ergebnisse dann gemeinsam mit dem Arzt ausgewertet. Er selbst hat dann noch einige Tests hinsichtlich sehen und hören durchgeführt.
Lieben Gruß
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Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
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unser Kinderarzt ist ein mehr als gründlicher und sehr engagierter Arzt, gerade für unsere besonderen Kinder!!!
Bei Hannahs U7 hat er sogar Teile von der Münchner Entwicklungsdiagnostik durchgeführt, einfach um zu sehen, wo ihre Defizite aufgrund ihres connatalen HC's sowie der fehlenden Eigenatmung nach der Geburt (sie tief zyanotisch und die Sättigung war trotz hohem Beatmungsaufwand nur bei 60 %) und ein paar weiteren Problemen liegen. Das hat gut über eine Stunde gedauert und alle entscheidenden Kreuzchen werden im U-Heft auch gemacht!!!!
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