Liebe Sabine,
danke für deine ausführliche Antwort. Ich hätte auch ausführlicher sein sollen.....
Also: Hippopädagogin kann man nur bei Juliane Deppisch in Günzach lernen. Der Begriff ist geschützt.
Zur Fortbildung "Hippopädagogin/e:
Zielgruppe: Sozialpädagogen, Psychologen, Sonderschullehrer, Heilpädagogen, Erzieher, Krankengymnasten, Bewegungstherapeuten, Fachkräfte innerhalb der Reitpädagogik, die anderen Menschen, das Pferd als vielseitig zu erfahrendes Lebewesen nahebringen wollen.
Ablauf:
Allgemeine Grundlagen motopädagogischen Vorgehens erwerben die Teilnehmer bei der 200-stündigen Zusatzqualifikation Motopädagogik . Als gleichwertig anzuerkennende Qualifikationen gelten Diplom-MotologInnen und Staatlich geprüfte MotopädInnen. Die Lehrgangsreihe kann bei der Akademie für Motopädagogik und Mototherapie (Kleiner Schratweg 32, 32657 Lemgo, Tel.: 05261/970971 +Fax.: 970972, www.psychomotorik.com ), beim Weiterbildungszentrum für Psychomotorik/Motopädagogik (In der Neckarhelle 119, 69118 Heidelberg, Tel.: 06221/800309) oder beim Institut für Bewegungsbildung und Psychomotorik (Gröbenhüter Str. 9, 82194 Gröbenzell, Tel.: 08142/570660, www.ibp-psychomotorik.de ) absolviert werden. Informationen über Ablauf, Termine, Kursorte und Kosten müssen bei den Anbietern direkt angefordert werden.
Während eines Wochenendes werden die Möglichkeiten, das Pferd motopädagogisch einzusetzen, übersichtsartig dargestellt. - Einführungswochenende - (3 Tage)
Nur wer in der Lage ist, seine eigenen Bewegungen zu differenzieren, Entspannung bewußt herbeizuführen und einzusetzen, kann auf Bewegungsimpulse des Pferdes adäquat reagieren. Grundlagen dazu werden während bestimmter Feldenkraislektionen am Boden gelegt, um später auf dem Pferderücken weiter ausgebaut zu werden. - Feldenkrais und Reiten - (3 Tage) .
Um dem Anspruch gerecht zu werden, sich verantwortungsbewußt mit dem Lebewesen Pferd auseinanderzusetzen, es gefahrminimierend gebrauchen zu können und vor allem auch seine artspezifischen Bedürfnisse zu berücksichtigen, werden Haltungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedingungen der Pferde intensiv theoretisch und praktisch erarbeitet. - Spezielle Pferdeerziehung und -ausbildung - (7 Tage)
Ausführlich beschäftigen werden sich die Teilnehmer mit methodischen Prinzipien und inhaltlichen Gestaltungsmöglichkeiten anhand unterschiedlicher Zielgruppen und innerhalb von Rollenspielen. Dabei geht es auch um die vielen Möglichkeiten der Kontakt- und Erlebensformen mit dem Pferd außerhalb des Reitens. - Didaktik und Methodik beim motopädagogischen Einsatz des Pferdes - (6 Tage)
In der abschließenden Veranstaltung werden die Teilnehmer angeleitet, ihre Erfahrungen und das Erlernte unter Supervision praktisch anzuwenden. Dazu stehen unterschiedliche Zielgruppen zur Verfügung. - Praktische Anleitung zur Hippopädagogik - (4 Tage)
Die Kursabfolge muß eingehalten werden. Bei der Anmeldung zum Kurs Spezielle Pferdeerziehung und -ausbildung müssen die weiter unten angegebenen Voraussetzungen erfüllt sein. Empfohlen wird vor Besuch des Pferdeerziehungsseminars ein Einführungswochenende belegt zu haben. Die motopädagogische Grundausbildung (Punkt 1) kann parallel zu den pferdebezogenen Kursen stattfinden.
Die Teilnehmerzahlen der Kurse sind begrenzt und liegen je nach Kurs bei maximal 8 bis 12 Teilnehmern. Wir bitten um Verständnis, daß wir zur Schonung unserer Pferde auf einer Gewichtsbeschränkung von max. 85 kg bestehen müssen.
Voraussetzungen:
1. Hilfe-Kurs (groß) und nicht älter als zwei Jahre
Reiterliche Voraussetzungen (wahlweise und nicht älter als acht Jahre, ansonsten Nachweis über ständige Reitfortbildungen): Deutsches Reitabzeichen Kl. III (Bronze) der FN; Reitabzeichen des IPZV; Geländerittführer oder Wanderrittführer (VFD); Westernreitabzeichen Bronze (EWU), Gangpferdeabzeichen.
Wochenendlehrgang im voltigierbezogenen Longieren. Ausnahmen können nur auf speziellen Antrag gewährt werden.
Wir reiten nicht nur im Schritt und Trab. Im Galopp wird das Pferd longiert und die Hippopädagogin galoppiert sichernd mit. Ich habe auch schon eine sichere Reiterin und Voltigiererin hinter das Kind gesetzt.
Das Pferd als bewegungsvermittelndes Medium ist natürlich auch Spiel-und Sportpartner. Es wird begrüßt, gelobt, verabschiedet. Man redet mit dem Pferd und erklärt sein Verhalten. Ich habe einfach zu kurz geschrieben, tut mir leid. Ich wollte den Unterschied herausstellen zum Co-Therapeut.
Auch wenn die Fortbildung zur Hippopädagogin /Hippopädagogen als Voraussetzung NICHT einen pädagogischen Beruf mit staatlich anerkanntem Abschluß hat und nicht die Trainerlizenz, sondern "nur" das Reiterabzeichen fordert, ist diese Fortbildung anspruchsvoll und mit Sicherheit bietet sie nicht dieselbe aber eine geanauso gute Qualität wie die des DKThR. Es ist sogar so, dass Absolventinnen des DKThR noch zusätzlich die Fortbildung in Günzach gemacht haben.
Natürlich ist es wichtig, dass nur qualifizierte Menschen mit gut ausgebildeten Pferden Entwicklungsförderung oder Therapie mit gehandicapten Kindern oder Erwachsenen durchführen. Ich weiß, es gibt da die tollsten Sachen. Glaub' mir, Hippopädagogik ist nicht nur mal so aus dem Ärmel geschüttelt und dann ran an die Kinder und die Kohle.
Herzliche Grüße von Inge
DAS -die ausführliche Version- hört sich wirklich viel besser an! Hab das Gefühl, dass uns beiden sehr an Qualität gelegen ist. Dann ist es ja evtl. genau diese Ausbildung in Günzach ,die die Chefin von Christine, die diesen Topic gestartet hat, besucht. Sollte wohl so sein, da der Begriff Hippopädagogik geschützt ist.
Danke für deine Antwort, sammle solche Infos gerne, u.a. auch weil ich vor kurzem von einem anderen Institut angeschrieben wurde, ob ich deren Teilnehmer in Praktika zu mir nehmen würde. Und auch, um Eltern im Begriffsdschungel weiterhelfen zu können. Scheint so, als ob sich das DKThR durch seine Politik, Ausbildungsorte überwiegend im Norddeutschen Raum anzubieten, sich einige Sympathien verscherzt hat. Alle alternativen Anbieter sitzen in Süddeutschland...
Anmeldedatum: 04.11.2005 Beiträge: 243
Wohnort: Kreis Aachen
Verfasst am: 10.07.2006, 22:26 Titel:
Hallo,
mir wurde vor Jahren von einer Reittherapeutin gesagt, daß Hippotherapie für Kinder u. U. vom Sozialamt ( evtl. auch Jugendamt) im Rahmen der Eingliederungshilfe finanziert würde, unabhängig vom Einkommen der Eltern.
ich weiß nur nicht, wie es in den verschiedenen Bundesländern gehandhabt wird.
LG Fiona _________________ Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben.
ja, das ist richtig. Früher wurde nur das Heilpäd. Reiten oder Heilpäd. Volti übernommen, weil der Paragraph eindeutig "Heilpädagogische Maßnahmen für nicht schulpflichtige Kinder" lautete. Ich weiß aber, dass in NRW zB auch Psychomotorik übernommen wird. Die Unterschiede sind jedoch nicht Bundesland-spezifisch, sondern je nach Kreis schon sehr groß. Während zB. der Kreis Recklinghausen meine Therapieform anerkennt, hadert Unna noch mit dem Schicksal... "Wenn wir sie anerkennen, dann kommen gleich wieder alle..." Die finanziellen Mittel der Kreise sind recht verschieden und die Entscheidung welche Therapieformen im Rahmen der Wiedereingliederungshilfe dem Steuerzahler sinnvoll zumutbar sind, obliegt offenbar Einzelpersonen nach deren Sachverstand.
Auch ob Sozial- oder Jugendamt zuständig sind, variiert von Kreis zu Kreis. Anrufen, durchfragen und nicht abschütteln lassen!
Zumeist sind aber die konkreten Reittherapeuten ganz fit, welches "ihre" Sachbearbeiter sind und erstellen Gutachten und Anträge selber-
Anmeldedatum: 05.08.2006 Beiträge: 3
Wohnort: Wetter Ruhr
Verfasst am: 05.08.2006, 22:36 Titel:
Hallo Sabine,
manchmal ist es lehrreich über den Tellerrand zu schauen.
Das Deutsche Kuratorium ist Mitglied im FATP (Forum für eine Ausbildung mit Pferd) Hier treffen sich die wichtigsten Ausbildungsträger für Reittherapie im deutschsprachigen Raum.um sich über ihre Ausbildungsvorruassetzungen - und inhalte zu verständigen.
Es hat dardurch auch beim Kuratorim Erweiterungen im Ausbildungsangebot gegeben.
Mitglieder sind:
1.Der Förderkreis für Therapeutisches Reiten 2.Östereichisches Kuratorium Therapeutisches Reiten 3.Schweizer Gruppe für therapeutisches Reiten 4. Deutsche Kuratorium für Therapeutisches Reiten 5.Schweizer vereinigung für therapeutisches reiten 6. Stichting helpen met Paarden.
Das deutsche Kuratorium ist kein Dachverband. Es ist wie andere Ausbildungträger nur ein Ausbildungsträger unter vielen. Der Beruf des Reittherapeuten ist eben kein annerkannter Beruf sondern nur eine Zusatzqulifikation. Jeder kann sich leider Reitherapeut nennen ob mit oder ohne Ausbildung. Reittherapeuten die bei den oben genannten Trägern ihre Ausbildung absolvierten haben, haben kein Problem sich zu versichern. Als Ausbildungsvorrausetzng gilt bei den meisten ein pädagogischer Beruf und eine reiterliche Qualifikation auf Trainer C Ebene. Manche Ausbildungen sind wesentlich länger und intensiver als beim Kuratorium und deshalb eben auch teurer. Beim Förderkreis Beispielweise geht es im Grundkurs um die Eigenreflexion am Pferd und um die Ausbildung des Therapiepferdes. Sie ist wesentlich länger wachstumsorientiert und prozessorientiert.
kennen wir uns? Wetter ist ja nicht so weit weg. Da es sich um deinen ersten Beitrag im Forum handelt, konnte ich nichts über dich und deinen Bezug zum Ther. Reiten finden, mit Ausnahme deiner Namensbezeichnung, die auf eine Ausbildung beim DKThR hindeutet.
Mir fehlt bei deinem Beitrag der Bezug zum hier diskutierten Thema "Hippopädagogik" und den oben stehenden Beiträgen. Alles was du an meine Andresse schreibst ist mir als Mitglied im DKThR durchaus bekannt- danke trotzdem für die Belehrungen- ...über die konkrete Definition was ein "Dachverband" an Funktionen hat, kann man sicherlich streiten. Bezüglich des hier diskutierten Topics ist für mich bislang nicht erkennbar, dass der genannte Anbieter der Ausbildung zum Hippopädogogen ein Mitglied im Förderkreis ist. Ebenso dein Hinweis, dass eine Ausbildung auf TrainerC Level mindestens erforderlich ist, trifft hier nicht zu (IIIer Abzeichen ausreichend). Sei bitte so lieb, und erkläre mir den Zusammenhang.
Anmeldedatum: 05.08.2006 Beiträge: 3
Wohnort: Wetter Ruhr
Verfasst am: 08.08.2006, 16:27 Titel:
Hallo Sabine,
das DKThR ist eben kein Dachverband.( ist aber der FN angeschlossen) Es gibt überhaupt keinen Dachverband für Reittherapeuten. Ich habe ein Problem damit, wenn nur eine Ausbildung als die "Bessere" dargestellt wird. Ich finde es viel wichtiger, das die verschiedenen Ausbildungsträger sich austauschen und auch nebeneinander existieren dürfen. Es stimmt natürlich, das es mitlerweile einige Anbieter gibt. Es ist auch sehr schwierig da noch durchzusteigen. Für die Schweizer Gruppe benötigt man ebenfalls auch keinen Trainer C wie bei der Hippopädagogik, trotdem ist sie im FATP.
Ich persönlich finde es auch wesentlich besser, wenn Reittherapeuten eine reiterliche Ausbildung haben um ihre Pferde gut gymnastizierenzu können. Ich finde den Motopädagogischen Ansatz von übrigens Juliane Deppisch sehr gut. Ich kann nur nicht nachvollziehen, warum es dazu noch eine Ausbildung geben muß. Ich kenne viele Reittherapeuten die sowieso schon mit motopädischen Ansatz Arbeiten. Gerade bei Spielgruppen mit gesunden Kindern. Aber auch bei Kindern mit Besonderheiten. Wären Fortbildungen nicht viel besser als eine eigenständige Ausbildung?
Es ist unheimlich schwierig eine gute fundierte Ausbildung für Reitherapie zu finden.
Besonders bei privaten Instituten finde ich die Qualität teilweise sehr fragwürdig. Ist es professionell von seinem Ausbilder geprüft zu werden? Zumal er auch noch seinen Lebensunterhalt mit der Ausbildung verdient?
Ich habe meine Ausbildung übrigens beim Förderkreis gemacht und arbeite selbständig im HPR. Bin Heilpädagogin mit Trainer C.
Hallo,
unsere Tochter hat eine Zeitlang thereapeut. Reiten in einem Reittherapeut. Zentrum gemacht, das dem DKThR angehört, die Leiterin sitzt da sogar im Vorstand. Dennoch mussten wir alles privat bezahlen. KK zahlt sowieso nicht, das Sozialamt sagte, wenn die KK nicht zahlt, zahlen sie auch nicht, und das Jugendamt zahlt nur bei psychisch behinderten Kindern. Hätte ich meine Tochter zum Psychiater geschleppt und hätte der irgendwas attestiert, hätte ich alles bezahlt bekommen. SO wollte ich das aber auch nicht.
Tja, nun reitet sie hier privat nicht therapeutisch, da uns das Geld ausgegangen ist...
LG
Cordula _________________ mit Tochter (8/01, Frühchen und Wachstumshormonmangel) und Tochter (1/98, gesund)
Du kannst keine Beiträge in dieser Rubrik schreiben. Du kannst auf Beiträge in dieser Rubrik nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in dieser Rubrik nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in dieser Rubrik nicht löschen. Du kannst an Umfragen in dieser Rubrik nicht mitmachen. Du kannst Dateien in diesem Forum posten Du kannst Dateien in diesem Forum herunterladen