Hallo,
ich brauche Hilfe weil ich leider keine ahnung habe
Also meine Chefin ist Ergotherapeutin (ich mache dort Büro und Putze).
Sie hat auch ein Pferd und würde dieses gerne als Therapiemittel einsetzen und macht verschiedene Kurse um auch offiziell mit Kindern und Pferden arbeiten zu drürfen.
Nun ist das Problem das sie gerne offiziell Kinder auf Rezept (sensomotorisch-perzept.) reiten lassen möchte und wie geht man nun am besten vor das die Krankenkassen ihr ok dafür geben die Kosten dafür zu übernehmen? Muss man jede KK einzeln anschreiben oder kann man da an eine Institution gehen die alle KK regelt? Wie stellt man sein anliegen am besten dar? Was muss in einer Ausarbeitung alles drin sein damit die KK dieses anerkennen und ihr ok geben?
Habt ihr Tipps dann bitte her damit!!
Ich handle natürlich auch im eigenen Interesse, mein Sohn ist dort in Behandlung
Tausend Dank
Eure RaHaDa (Christine)
wenn Sie zur Zeit die Zusatzqualifikation beim Dt. Kuratorium für Ther. Reiten macht, dann wird ihr im Rahmen dieser Lehrgänge ausreichend Fachkenntnis über die organisatorische Abwicklung (Abrechnung mit KKs, Versicherungsfragen etc) vermittelt. Sollte sie jedoch irgendwelche, zumeist sehr kostenintensiven, alternativen Fortbildungsanbieter nutzen -was oftmals gewählt wird, wenn man die Voraussetzungen, die das Kuratorium stellt, nicht erfüllt- , dann wird sie sehr wahrscheinlich ohnehin später Probleme mit der Anerkennung bei KKs, Versicherern bekommen.
Hallo Astrid.
ja, das war eine Frage, die auch für mich offen geblieben ist. Den Begriff "Hippopädagogik" höre ich hier zum ersten Mal. Und gewiß wechselt man in Deutschland seinen Grundberuf nicht durch einige Kurse. Sprich: Ein ausgebildeter Ergotherapeut mit staatlich anerkanntem Abschluss wird nicht durch einige Lehrgänge plötzlich zum Pädagogen.
Es gibt seit neuestem für die Ergos die Möglichkeit, sich beim Kuratorium zusatzzuqualifizieren, ich meine, das sei dann speziell SI-betont.
Die Anerkennung der Hippotherapie durch die KKs ist ein leidiges Thema und wurde hier oft schon angesprochen. Ob die Ergotherapeuten mit Zusatzquali da bessere Chancen bei den KKs haben werden und ob das für uns Heilpädagogen im Therapeutischen Reiten dann den sicheren (finanziellen) Tod bedeuten wird, da Eltern evtl. lieber das nehmen, was ihnen bezahlt wird, bleibt abzuwarten. Bin gespannt auf die kommenden Entwicklungen und gebe nicht auf zu glauben, dass sich inhaltliche Qualität durchsetzen wird.
Ergotherapeuten gelten nicht als Therapeuten sondern als Pädagogen. Krankengymnasten dagegen gelten als Therapeuten und dürfen mit Pferden als Therapiemittel arbeiten.
"Meine" Ergotherapeutin möchte nicht mit SI arbeiten weil SI sich auf die schwächen eines Menschen konzentriert und dies nicht ihre Auffassung von Therapie ist. Sie möchte an den stärken eines Menschen arbeiten um dadurch auch die Schwächen zu stärken, deswegen soll das ganze über Sensomotorisch/Perzeptiv laufen.
Viele Grüße,
Christine
Es gibt einige Therapeuten, die die Hippotherapie teilweise abrechen. Es gibt dann ein Rezept über KG oder Ergo, je nachdem, was der Therapeut ist, und den Rest der Kosten, die Hippotherapie ist ja logischerweise teurer, zahlt man dann selbst. Finde dies für beide Seiten eine gute Lösung. Aber ob die legal ist, weiß ich leider nicht.
Das weiß ich leider auch nicht.
Sie will es halt ganz über Rezept abrechnen, aber über ein Ergo-Rezept weil sie sich sagt das es egal ist ob sie die übungen auf einer hängematte oder auf einem Pferd macht.
Konnte mich die letzten tage auch nicht richtig auf die suche machen aber wenn ich mal mehr erfahren sollte melde ich mich!
Hallo Sabine,
Hippopädagogik ist Motopädagogik mithilfe des Pferdes. Die Ausbildung wird vom Fortbildungszentrum Bewegende Pferde in Günzach im Allgäu von Frau Juliane Deppisch angeboten (www.bewegendepferde.de).
Voraussetzung ist die Basisqualifikation Motopädagogik und das Reitabzeichen Kl.III , bzw das entsprechende Abzeichen z.B. der Western- oder Islandpferdereiter.
Das Ziel ist die umfassende Handlungskompetenz und soll nach folgenden motopädagogischen Gesichtspunkten erreicht werden:
Individuelle Orientierung - Kindzentriertheit -
Selbsttätigkeit, Selbstbestimmung, Situationsorientierung Entwicklungsorientierung ( entwicklungsfördend)
emotionale Orientierung ( inneres Bewegtsein)
Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung
Athentizität
spielend lernen - zweckfreies Lernen
In der Praxis sieht das so aus: Das Medium ist nicht das Pferd (wie beim Heilpädagogischen Reiten/volti) sozusagen als Co-Therapeut, sondern das Medium der Hippopädagogik ist die Bewegung. Die Hippopädagogin baut z.B. einen Spielparcour mit verschieden Aufgaben auf. Das Pferd wird geführt, das Kind kann altersentsprechend selbstbestimmt die Aufgaben lösen.
Soviel dazu. Von Ingemaus
na da hab ich ja wieder was dazugelernt. Sprich: Der Grundberuf für diese Zusatzquali ist "Motopädagoge" und nicht "Ergotherapeut"? Das Pferd wird also zur körperlichen Stimulation benutzt, quasi Bewegung als der Pädagogik unterlegter Teppich auf dem weiteres Lernen, Erfahren -womöglich dadurch erleichtert- stattfinden kann?
Die von dir aufgezählten motopädagogischen Gesichtspunkte sind in wechselnder Gewichtung auch Inhalt jeder HPV/R Einheit. Zweckfrei gelernt wird allerdings weniger... denn die Spieleauswahl orientiert sich an den konkreten Förderzielen - was die Eltern im übrigen auch von mir erwarten. Ebenso ist der Erwerb kognitiver Fähigkeiten, wie u.a. bei der Pflege des Pferdes oder den Bezeichnungen der Körperteile nicht zweckfrei, sondern Teil des "Hobbies" der Kids, schlicht Interesse, sprich "Zweck", den diese auch sehr schätzen.
Es etablieren sich anscheinend einige Anbieter am Markt, die eine Zusatzquali anbieten, bei der die Teilnehmer keine Trainerlizenz in der Sportart Reiten oder der Sportart Voltigieren nachweisen müssen. Das ist sicherlich genau solange zu verantworten, wie das Pferd -so wie du schreibst- nur geführt wird. Womit sich dann auch die Gangarten auf Schritt und Trab begrenzen. Sobald das Pferd nämlich longiert würde oder gar das Kind frei reiten gelassen wird, wäre der Nachweis einer entsprechenden Trainerbefähigung doch wünschenswert. Wer nachweist, selber Dressur und Springen reiten (=Besitz eines Reitabzeichens) zu können, zeigt, dass er sein Therapiepferd wenigstens selbst gesund erhalten kann. Methodik und insbesondere Sportart spezifisches Fachwissen, sicheres Longieren können, regelmässige Fortbildungen, Erste Hilfe Kenntnisse beinhaltet ein Reitabzeichen nicht.
Und ich sehe einen Widerspruch in deinem Beitrag: Wie kann man die vom Pferd erzeugte Bewegung als Medium vom Medium Pferd als Ganzem lösen? Verzeih, aber ich denke, man kann nicht nur die Bewegung des Pferdes wirken lassen, ansonsten aber vom Kind erwarten, das Pferd in seinen Regungen, seiner Mimik, seinem Charakter (der zugegeben im HPV/R wichtig ist) zu ignorieren. Zumal du selber schreibst "inneres Bewegtsein", sich emotional angesprochen fühlen (nicht nur von der Hippopädagogin, oder?), kann auch Thema sein. Ich glaube, hier werden Trennungen vollzogen, um sich selbst in seiner Existenz zu rechtfertigen. Um erklären zu können, warum es auch Ausbildungsgänge mit deutlich geringerem Anforderungsprofil geben muss als den Ausbildungsgängen des Dt. Dachverbandes (DKThR), welcher sich sicher viele Gedanken macht, wen und welche Berufsgruppen man unter Zuhilfenahme eines Pferdes mit gehandicapten Kindern und Erwachsenen arbeiten lassen sollte. Und wie man dafür qualifiziert sein sollte. Dem DKThR und auch mir geht es um Sicherheit, um Therapie-Erfolg und um Verläßlichkeit vor allem für Eltern, die ihr Kind einem Reittherapeuten hoffnungsvoll anvertrauen und die vielleicht nicht alle immer so begriffs-sattelfest (bzgl. der Unterschiede) sind, solange nur "Hippo.." mit draufsteht.
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