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Wohnort: nähe Offenbach/Frankfurt
Verfasst am: 27.05.2006, 11:25 Titel: Steffi mit Philipp (auditive Wahrnehmungsstörung)
hallo
ich möchte mich und mein kind kurz vorstellen.
ach ja gleich mal vorweg, ich schreibe alles klein, nicht weil ich es nicht besser kann sondern weil ich es nicht anders will
also ich heisse steffi, bin 29 jahre, habe zwei kinder und einen mann (mehrere männer sind ja in germany verboten ) spass beiseite.
philipp ist 10 jahre alt und jean-poul ist 1,5 jahre alt.
philipp hatte schon immer probleme mit der konzentration, er war halt nen zappelphilipp.. typisches schreikind, nie durchgeschlafen.. aber sonst nicht besonders auffällig, halt nur schwierig und nervenaufreibend..
schuleignungstest war aber kein problem für ihn.. in der 1. klasse wurde immer wieder gesagt, wir müssen mehr üben, philipp sei faul.. wir haben bis zum erbrechen geübt.. der satz:"philipp wir müssen üben" war für ihn wie ein schlag ins gesicht und ohne tränen verging keine "übungstag".. aufgrund seiner "faulheit" musste er das 1. jahr wiederholen, damit konnte ich leben, ich dachte einfach er ist noch nicht soweit.. die neue lehrerin begann da, wo die andere aufgehört hat.. "philipp ist faul, sie müssen mehr üben".. also ging das spiel von vorne los.. doch es gab keine erfolgserlebnisse.. philipp hatte keine erfolgserlebnisse und ich begann zu zweifeln.. er wurde grad so "mitgeschliffen" in das 2. jahr .. lesen und schreiben keine besserung, mathe der beste in der klasse.. habe dann viel im internet gelesen, viel mit ärzten geredet.. denn ich war der meinung auch faule kinder können irgendwann lesen und schreiben, man muss eben nur genug üben.. ein arzt verwies mich dann an die uniklinik in mainz.. im januar 2005 wurde dann festgestellt das er eine auditive wahrnehmungsstörung hat und ich sollte mal wieder zum logopäden gehen.. hab diesen bericht auch der schule gegeben, keinerlei reaktion.. er bekommt weiterhin förderunterricht und das reicht dann.. philipp bekam dann wieder eine neue lehrerin, die dann endlich mal ein offenes ohr hatte, verstanden hat sie es zwar auch nicht, aber sie hat endlich mal was für meinen jungen getan.. es wurde dann von einer sonderschullehrerin eine gutachten erstellt.. ergebnis.. legastheniker - förderungsresitent.. seine wahrnehmungsstörung hat damit nichts zu tun, wurde uns gesagt.. ich war auf der einen seite froh endlich zu wissen was mit ihm ist aber auf der anderen seit so hilflos.. er bekam jetzt alles vorgelesen.. ging eigentlich alles recht gut.. bis ich irgendwann das gefühl bekam, das die lehrerin keine lust mehr hat. sie hatte einen antrag für eine sonderschule gestellt.. eine schule für lernbehinderte.. da aber philipp einen überdurchschnittlichen IQ hat, wurde der antrag abgelehnt.. er sei dort unterfordert.. im märz 2006 mussten wir umziehen(berufliche gründe) philipp lebte sich schnell ein in der neuen schule.. ist ja kein kind von traurigkeit.. ich habe natürlich der lehrerin erzählt das er legastheniker ist... sie wollte sich die sache erstmal selbst angucken.. bereits nach einem monat sagte sie: "philipp ist niemals legastheniker".. es wurden wieder zwei gutachter beauftragt.. ergebnis.. auditive wahrnehmungsstörung.. ich fiel aus allen wolken.. ich weiss dass philipp nicht faul ist, ich weiss auch , dass er nicht dumm ist.. das haben mir die gutachter auch alles bestätigt.. er hat eine schnelle auffasssungsgabe, kann sich gesehene dinge super merken.. nur gehörte sachen sind für ihn ein grosses problem.. die verarbeitung vom ohr zum gehirn sei gestört.. jetzt wurde ein antrag auf eine schule für hörbehinderte kinder gestellt und ich hoffe das dieser antrag angenommen wird..
Herzlich willkommen hier im Forum!
Dein Bericht macht mir nicht gerade Hoffnung.... Einer meiner Zwillinge (8 Jahre) hat wahrscheinlich auch eine auditive Wahrnehmungsstörung, wir schleppen uns schon seit letztem Jahr von Untersuchung zu Untersuchung, den Eindruck, dass man nicht ernst genommen wird habe ich auch ganz verstärkt. Wir haben nur Glück mit seiner Lehrerin, die geht ganz gut darauf ein! Ärgerlich ist nur, dass eigentlich schon beim ersten Gespräch von einer auditiven Wahrnehmungsstörung die Rede war und mittlerweile fast alles durchgecheckt wurde, nur eben die auditive Wahrnehmung nicht...!!!
Ich drücke Euch die Daumen, dass das mit der Schule klappt!!!
GLG AnjaD _________________ Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal, wie es ausgeht.
Vaclav Havel
Anja (*1969)mit F. und D. (*1998), D.: ADHS, L. (*2001) vorgeburtl. Schlaganfall, Hemiparese, Epi, GB und Y. (*2004) V.a. ADHS
Hallo Steffi, Herzlich willkommen hier! Bin entsetzt, was Dein Kind schulisch so durchmachen muß, kann ja wohl nicht wahr sein.. alles Gute für Euch dolo _________________ dolo, mit Pflegesohn David geb. 2007 Hydranencephalie mit Epilepsie, Tetraspastik, Diabetes insip., blind, Hörgeräte, Button, Shunt..
ich mchte dich hier im ultimativen REHAkids - Forum herzlich begrüßen und freue mich schon auf intensive Diskussionen über unsere persnlichen Erfahrungen.
VG,
Beate _________________ ..es gibt nichts,was uns die Abwesenheit eines geliebten Menschen ersetzen kann;und man soll das auch gar nicht versuchen,man muss es einfach aushalten und durchhalten;das klingt zunächst sehr hart,aber es ist doch zugleich ein großer Trost,denn indem eine Lücke wirklich unausgefüllt bleibt,bleibt man durch sie miteinander verbunden.D. Bonhoefffer
herzlich willkommen hier im Forum. Mein Sohn geht auf eine Schule für hörgeschädigte Kinder, und zwar in eine Klasse für auditiv wahrnehmungsgestörte Kinder. Es ist wirklich ein Segen, denn wir haben lange eine passende Schule für ihn gesucht. In den fünf Jahren, in denen Jean-Philippe in diese Schule geht, sind auch etliche Kinder wieder zurückgeschult worden, z.B. in weiterführende Schulen an ihrem Heimatort. Habt ihr schon einmal Kontakt aufgenommen mit einer solchen Schule. Meistens klappt die Umschulung nämlich schneller, wenn sie unterstützt wird, von dem Team einer Hörgeschädigten Schule.
Ich drücke deinem Sohn ganz fest die Daumen, du wirst sehen er wird aufblühen, wenn er endlich von engagierten und qualifizierten Lehrern unterrichtet wird, die sein Problem kennen und ernst nehmen
Tschüß Harriet _________________ Harriet 65´, Eric 67´Jean-Philippe 91´de Grouchy II Syndrom und Zöliakie, Chris 93´und Julie 98
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