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Gabriele Noack, Mein Glück kennt nicht nur helle Tage

 
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Sabine
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BeitragVerfasst am: 31.05.2016, 11:16    Titel: Gabriele Noack, Mein Glück kennt nicht nur helle Tage Antworten mit Zitat

Hallo,

dieses Buch wurde mir von Userin Beatrice1967 empfohlen. Inzwischen hatte ich auch mit der Autorin Kontakt. Das Buch ist in der Erfahrungsreihe des Bastei Lübbe-Verlages erschienen.

Es ist ein sehr schönes Buch, das gut beschreibt, wie bislang intakte Familien durch die Geburt eines schwer behinderten Kindes in eine schwere Krise geraten können und dass es enorm viel Kraft und Mut erfordert, um diese neue, schwierige Situation zu meistern.

Als Julius geboren wird, hat er bereits einen gesunden vierjährigen Bruder und zwei jugendliche Halbgeschwister aus der ersten Ehe des Vaters. Die Pachtworkfamilie lebt harmonisch miteinander - bis die Geburt von Julius das familiäre Glück ins Wanken bringt. Der kleine Junge ist nicht nur schwer behindert, sondern entwickelt in den ersten Lebensjahren auch eine therapieresistente Epilepsie, die Eltern und Angehörige an die Grenzen der Belastbarkeit bringt. Ebenso bereitet die Ernährung des Jugen große Schwierigkeiten.
Neben all diesen Problemen gilt es, sich in der "Welt der Behinderten" zurecht zu finden: Ein behindertengerechtes Auto muss irgendwann gekauft werden, ebenso ein Rehabuggy als der Kinderwagen zu klein wird und eine Sitzschale - eben all diese Dinge, die zum Alltag eines schwer behinderten Kindes gehören, damit es sitzen, spielen, gefüttert oder umhergefahren werden kann.
Dies alles kostet Kraft und Nerven. Besonders nagt es an der Mutter, nun nicht mehr zu den "normalen" Familien zu gehören. Zu sehen, wie sich gesunde Kinder völlig altersgerecht entwickeln, tut weh und führt das eigene, von Sorgen um das behinderte Kind geprägte Alltagsleben, noch einmal verstärkt vor Augen.
Doch der Familie gelingt es trotz aller Widrigkeiten, Julius Behinderung anzunehmen und den Kräfte zehrenden Alltag zu bewältigen - ohne dabei die Freude am (Familien-)Leben zu verlieren. Dazu gehört vor allem die Liebe aller Familienmitglieder zu Julius, aber auch die Freundinnen, die Gabriele (Mutter von Julius) durch die Frühförderstelle kennenlernt und die auch alle ein behindertes Kind haben. Mit ihnen kann sie sich austauschen, denn sie verstehen ihre Ängste und Sorgen, aber auch ihre Wut und ihre Trauer - weil sie sie selbst erlebt haben oder nach wie vor erleben.

Ein gutes Buch, das ich besonders Eltern ans Herz legen möchte, deren schwer behindertes Kind noch recht jung ist. Gut gefallen hat mir übrigens auch, dass Gabriele Noack persönliche, psychische Probleme, die ja oft in Zusammenhang mit der Geburt eines schwer behinderten Kindes auftreten können, nicht verheimlicht, sondern zeigt, dass Mütter (und natürlich auch Väter!) das Recht haben, sich Hilfe zu holen, wenn sie sie brauchen - und es auch sollten!

Hier gehts zum Buch:
https://www.amazon.de/exec/obidos/A.....4608895/rehakdasforum-21/

LG
Sabine

P.S.: Seit kurzem betreibt die Autorin auch einen eigenen Blog:
www.gabrielenoack.de

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Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
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GabrieleNo
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BeitragVerfasst am: 02.06.2016, 12:32    Titel: Mein Glück kennt nicht nur helle Tage, Gabriele Noack Antworten mit Zitat

Liebe Sabine,
toll, dass Ihr mein Buch hier präsentiert! Und Danke für die gut geschriebene, umfangreiche und schöne Vorstellung!
Ich weiß, dass wahrscheinlich einige selbst betroffene Eltern darin stöbern werden. Möglicherweise findet mein Buch aber auch hin und wieder den Weg zu Eltern mit gesunden Kindern oder zu Menschen, die gar keine Kinder haben. Vielleicht kann es ein klitzekleines bisschen dazu beitragen, "uns Betroffene" besser zu verstehen. Aber vielleicht erkennt sich auch mancher darin wieder, der eine ganz andere Lebensgeschichte erfahren hat oder erfährt. Denn das Leben ist ja eigentlich niemals "einfach". Auch nicht mit gesunden oder gar keinen Kindern. Krisen gibt es immer wieder.
Auf jeden Fall freue ich mich sehr, wenn ich manchem Leser ein paar spannende, anregende oder auch nachdenkliche Stunden schenken kann.
Herzliche Grüße an Euch und eventuell sieht man sich auch auf meinem Blog mal wieder!
Gabriele Noack
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BeitragVerfasst am: 02.06.2016, 15:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Gabriele,

ich habe mir deinen Blog angesehen. Du schreibst so erfrischend ehrlich und normal....so ohne Selbstdarstellungs- und Selbstoptimierungswahn.....einfach aus dem Leben. DANKE für deine Ehrlichkeit und dass du uns an deiner Gedankenwelt teilhaben lässt.
Das macht Lust auf dein Buch.

LG
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Michaela W.
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BeitragVerfasst am: 05.06.2016, 18:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Gabriele,
das Buch klingt wirklich interessant
Ich werde es mir bestellen
Ich habe jetzt 2 Wochen Urlaub und dadurch viel Zeit zum Lesen.
LG von Michaela

_________________
Michaela (48) / Kevin (25): Ein Fall für Dr. House. Unklare Genese (derzeit ausdiagnostiziert) mit beinbetonter Spastik, Pseudotumor Cerebri (Shunt seit 2010), Bluthochdruck, hoher Puls, vergrößerte Leber+Milz, Asthma
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Lumoressie
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BeitragVerfasst am: 05.06.2016, 18:23    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe das Buch als e book und bin gerade etwas über die Mitte.
Es ist wirklich interessant und gut geschrieben. Als Linguistin bin ich sehr erfreut über das Fehlen von Fehlern und ordentlicher Syntax und Grammatik, da erlebt man bei e books manchmal Schauerliches.
Zudem ist das Buch nicht nur tragisch, es gibt zwischendurch auch mal was zu Schmunzeln.
Als Pflegemutter von fünf Kindern, von denen drei behindert sind und eins sehr schwer, fällt es mir immer schwerer als leiblichen Eltern nachzuvollziehen, , warum ein behindertes Kind ein derartiges Drama ist, aber natürlich habe ich das bekommen, was ich “bestellt“ habe und wurde nicht aus meinen Träumen von einem klugen, studierenden, Violine spielenden Kind gerissen, das mir schlaue und schöne Enkel beschert...
Meine große, nicht behinderte Pflegetochter wird allerdings hoffentlich studieren, wenn sie schon nicht hinreißend geigt!

Wir wohnen in Stuttgart, wie die Autorin, und sie hat sogar am selben Tag wie ich Geburtstag!
Heute Abend, wenn alle im Bett sind, lese ich weiter.
Der Kauf hat sich auf jeden Fall gelohnt!
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GabrieleNo
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BeitragVerfasst am: 06.06.2016, 19:27    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Lumoressie,

jetzt musste ich über Deine so lebendig geschriebene Mail schmunzeln. Und wenn ich zurück denke (an Julius Geburt und die Anfangszeit), dann kommt mir bei manchen Szenen teilweise auch so etwas wie „ach du meine Güte, da habe ich mich aber angestellt…“ in den Sinn. Ich versuche mich zu erinnern, lese in meinen Aufzeichnungen und dann, ja dann kann ich alles wieder verstehen…Die Geburt von Julius brachte mich mit so vielen tiefen und persönlichen Hoffnungen in Berührung, so dass die Konfrontation mit der Realität (die „Ent-täuschung“ im wahrsten Sinne) anfänglich sehr schwer wog.
Viel Spaß beim Weiterlesen!
Grüße von der Stuttgarterin an die Stuttgarterin, oder des „Widders“ an den „Widder!“

Gabriele
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Michaela W.
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BeitragVerfasst am: 12.06.2016, 14:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Gabriele,

sooo, gestern habe ich Dein Buch ausgelesen und mir hat es sehr gut gefallen. Vorallem weil es so ehrlich geschrieben ist. Und bei enigen Stellen musste ich echt schmunzeln. Vorallem über Deinen Sohn Tom: Autoirdischer. Laughing Und wo er mit vollem Mund der Frau sagte, dass Julius der Schalter fehlt. Laughing Ich stelle mir das bildlich vor. Die ganzen Kekskrümel verstreut.

Liebe Grüße von Berlin nach Stuttgart
von Michaela

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