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Vojta oder Bobath?
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Sabine
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Wohnort: Menden-Lendringsen

BeitragVerfasst am: 05.04.2004, 22:52    Titel: Vojta oder Bobath? Antworten mit Zitat

Das ist eine gute Frage, die auch immer wieder in anderen Foren gestellt wird.
Wir haben beide Therapieformen ausprobiert: Jan-Paul wurde zuerst einige Monate nach Bobath, dann nach Vojta (sechs Monate) und danach wieder nach Bobath beturnt. Bobath bekommt er nun schon über ein Jahr.
Wir sind mit dieser Therapie-Form sehr zufrieden.
Allerdings muss ich zugeben, dass keine der beiden Therapien bei Jan-Paul großartige Entwicklungsschübe ausgelöst hat. Seine Entwicklung verläuft sehr, sehr langsam und es ist schwierig, ihm neue Fertigkeiten anzutrainieren.
Da sich nach monatelangem Vojta-Turnen immer noch keine nennenswerten Entwicklungsfortschritte zeigten, stiegen wir wieder auf die Bobath-Therapie um, die von Jan-Paul auch wesentlich besser angenommen wurde. Vojta hat er zwar auch immer gut mitgemacht, aber ich sah eben keinen großen Nutzen in dieser doch recht anstrengenden und belastenden Therapie-Form für ihn und wollte stattdessen, dass seine Wahrnehmung intensiver geschult wird. Und das gelingt mit der Bobath-Therapie viel besser. Durch gezieltes Wahrnehmungstraining wurde seine Neugierde geweckt und er bekam dadurch auch mehr Bewegungsfreude.
Im Nachhinein bin ich froh, dass wir die Therapieform gewechselt haben.

Die Entscheidung, ob nun Vojta oder Bobath kann einem sicher niemand abnehmen. Das müssen die Eltern selbst entscheiden.
Völlig unverantwortlich finde ich es jedoch, wenn Vojta-Krankengymnasten behaupten, ohne gezieltes Vojta-Training könne ein hypotones Kind nie laufen lernen und damit den Eltern eine Vojta-Therapie für ihr Kind aufzwingen wollen. Der Erfolg der Vojta-Methode ist wissenschaftlich nicht einwandfrei belegt und Eltern (besonders Müttern!) mit so einer Aussage die Verantwortung für das Laufenlernen ihres Kindes in die Schuhe zu schieben, ist doch unglaublich!

An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal Monika Aly zitieren. Sie war 1989 Mitbegründerin der "Pikler-Gesellschaft Berlin für Bewegungsentwicklung und Integration" und leitet deren therapeutische Abteilung.

Aly schreibt in "Mein Kind im ersten Lebensjahr" bezüglich Vojta:

"Bei Kindern mit zerebralen Schädigungen, für die diese Methode ursprünglich gedacht war, ist zu bedenken, dass diese Kinder nicht nur motorische Probleme haben. Das Gehirn besteht nicht aus einzelnen in ihrer Funktion eng begrenzten Zonen, sondern es muss eher als Gittersystem gedacht werden, in dem jeder Punkt eine mehrfach genutzte Schaltstelle ist. (...)
Immer bedeutet ein Hirnschaden eine Einschränkung der psychischen Belastbarkeit und der persönlichen Ausgleichsmöglichkeit eines Menschen. Vojta ließ diese Komplexität von Hirnschäden in seinen Überlegungen gar nicht erst zu. (...)
Das Denken in Reflexen und Bewegungsschablonen, die keine Motivation des Kindes erfordern und von den Eltern und ihrem ohnehin schon komplizierten Alltag übernommen werden müssen, bringt zusätzlich therapeutische Kälte in das Leben eines Kindes und seiner Familie. (...)
Dazu kommt, dass diese Therapiemethode die Verantwortung auf die bereits stark belasteten Eltern verschiebt. Die Mutter fragt sich, ob das Drehen ihres Säuglings deshalb noch nicht stattfindet, weil sie das Reflexumdrehen täglich nur zweimal, statt wie empfohlen viermal durchgeführt hat und ob es Folgen haben könnte, wenn sie sonntags die Übungen aussetzt. Diese Fragen wird ihr kein Vojta-Therapeut beantworten und ihr die Ängste nicht nehmen können. Wie für alle anderen neurophysiologischen Frühtherapien gibt es auch für diese Methode nicht den wissenschaftlichen Nachweis der Wirksamkeit. Die von Vojta angegebenen Erfolgsstatistiken beziehen sich auf eine Auswahl von "leichteren Fällen". Diese Erfolge aber wären mit Sicherheit auf anderen Wegen, die von der Motivation und der Eigenaktivität des Säuglings ausgehen, ebenso erreicht worden."

Sabine
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Heike
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BeitragVerfasst am: 06.04.2004, 18:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sabine,

deinen Beitrag finde ich klasse!

Bei uns war es so:
Als unsere Drillinge gerade mal ein paar Wochen auf der Welt waren, bekamen sie noch in der Klinik Krankengymnastik und es war klar, dass dies zu Hause möglichst nahtlos weitergeführt werden sollte. Wir informierten uns über Vojta und Bobath und entschieden uns klar für Bobath - erstens, weil ich nicht wusste, wie ich mit drei Kindern mehrmals täglich diese Übungen durchführen sollte und zweitens weil ich das Schreien bei den Übungen nicht ertragen hätte. Also suchten wir intensiv, bis wir eine Bobath-Therapeutin fanden, die auch noch dreimal wöchentlich zu uns nach Hause kam.

Zweieinhalb Jahre ging das (gut) so, dann mussten wir wegen Schwangerschaft der Therapeutin wechseln. Simon brauchte ohnehin keine KG mehr und Carla nur noch ein Jahr lang. Jonas aber noch auf unabsehbare Zeit. Unser Orthopäde empfahl uns eine Krankengymnastin, die offensichtlich Vojta und Bobath kombiniert (nicht zu glauben, aber wahr). Jonas schreit nie bei ihr. Manchmal hat er keine Lust, dann kriegt sie ihn mit List und Tücke meistens doch dazu, mitzuarbeiten. Wir bekommen ab und zu ein paar Übungen gezeigt, die wir zu Hause mit ihm machen können; aber es gibt kein "Pflichtprogramm" und keinen Druck.

Vor kurzem hat sie mir gesagt: Jonas lernt laufen - wenn er es will.

Wir haben für uns die richtige Entscheidung getroffen. Aber der Druck der "Vojta"-Verfechter ist schon enorm. Da wird man, wenn man sich für Bobath entscheidet, wirklich hingestellt, als wäre einem das eigene Kind egal, weil man ja nicht "alles" für es zu tun bereit ist. Man ist zu faul, die täglichen Übungen zu machen, zu empfindlich, weil man das Geschrei nicht ertragen kann/will.

Für mich war es sehr beruhigend, als ich damals eine Art vergleichende Studie im Internet fand, die nicht nur besagte, dass weder Bobath noch Vojta eindeutig die besseren Ergebnisse erzielt, sondern dass es sogar nicht bewiesen (oder sogar zweifelhaft) ist, ob überhaupt eine dieser beiden Therapien den ihnen zugesprochenen Nutzen haben und die Kinder dieselben Fortschritte evtl. auch ohne sie gemacht hätten...

Ganz ohne KG wollten wir es aber doch nicht wagen. Zusätzlich bekommt Jonas Hippotherapie, seit er knapp drei ist. Das hat ihm meiner Ansicht nach mehr geholfen, als alle KG zusammen. Und es macht ihm und uns Spaß.

Ich füge noch einen Link an - ich weiß nicht, ob es genau dieser Bericht war, den ich damals gelesen habe, aber der Inhalt ist ähnlich:
http://www2.uibk.ac.at/bidok/librar.....lungsstoerungen.bdkb#toc8

Liebe Grüße,

Heike

_________________
mit Carla, Jonas und Simon (*11/1998)

********************************
Vergleiche nie ein Kind,
es sei denn mit sich selbst.
J.-U. Rogge
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Sabine
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BeitragVerfasst am: 07.04.2004, 00:09    Titel: Noch mal wegen Therapie Antworten mit Zitat

Hallo Heike,

ich bin auch der Meinung, dass man mit den einzelnen Bewegungstherapien das Kind zwar fördern und unterstützen, aber keine Entwicklungsschritte bewusst "herbeitherapieren" kann. Das gilt besonders für geistig behinderte Kinder, die ja ohnehin ihr eigenes Tempo haben.
Für mich ist es einfach schön, dass sich während der Bobath-Therapie auch mal jemand anders mit Jan-Paul beschäftigt und ihm Anregungen verschafft, die mir vielleicht nicht immer in dieser Art einfallen.
Genauso sehe ich auch die Frühförderung. Besonders toll sind die Tipps beider Therapeutinnen, was Lernspielzeug und Wahrnehmungstraining betreffen. Alll das kommt bei der Vojta-Therapie ja überhaupt nicht zum Tragen!
Jan-Paul bekommt übrigens zwei Mal pro Woche Krankengymnastik und ein Mal in der Woche Frühförderung. Für uns ist das alles sehr bequem, denn zur Krankengymnastik laufe ich nur 5 Minuten zu Fuß (!) und die Frühförderung kommt zu uns ins Haus. Auch der Kinderarzt ist nur 15 Gehminuten von uns entfernt. Bequemer und praktischer geht´s wirklich nicht!

Lieben Gruß,
Sabine
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Sabine2
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BeitragVerfasst am: 07.04.2004, 20:52    Titel: noch eine Anmerkung zur KG Antworten mit Zitat

Hallo,

auch wir haben mit Stella seit Geburt Vojta geturnt und nach einem halben Jahr Bobath dazu genommen. Und ich glaube, diese Kombination war genau das Richtige. Bei Bobath hat sie Spaß an der Bewegung gelernt, aber Vojta hat einfach die Bewegungsmuster aktiviert.

Meine persönliche Empfehlung lautet daher. Man sollte zuerst auf die KG schauen, ob man sie mag. Dann kann sie nämlich eher einen von dem Sinn der Therapie überzeugen. Und ich würder jeder KG misstrauen, die über die jeweils andere Therapieform lästert. Bei uns erkundigen sich die beiden Damen immer, was die andere jeweils macht.

Ich glaube aber auch daran, dass man an gewisse cerebrale Bewegungsstörungen nur mit Vojta dran kommt. Außerdem hat unsere Tochter ganz viele Atemwegsinfekte, kann aber nicht richtig husten und da kann man mit Vojta sehr viel Schleim lösen.

Ein anderer Aspekt ist der, dass vielleicht nicht immer KG nötig ist. So haben wir jetzt sogar vom Kinderzentrum München (dort hat Vojta seine Therapie entwickelt) die Empfehlung bekommen, damit aufzuhören. Sie hat zwar eine globale Entwicklungsverzögerung, aber die Bewegungsmuster sind richtig angelegt. Sie wird auch mit Hilfe der KG nicht schneller laufen lernen.

In diesem Sinne

_________________
Sabine mit Stella (06/2002, fröhliches Rollikind, globale Entwicklungsverzögerung unbekannter Ursache, spricht nicht, hat aber ein gutes Sprachverständnis, Schluckstörung)
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Sabine
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BeitragVerfasst am: 07.04.2004, 22:17    Titel: Persönlicher Bezug zur Krankengymnastin ist wichtig! Antworten mit Zitat

Hallo Namensgenossin!

Den persönlichen Bezug zur Krankengymnastin bzw. zum Krankengymnasten halte ich auch für sehr wichtig. Wenn man die Therapeutin bzw. den Therapeuten ablehnt und auch den Eindruck hat, dass das Kind mit ihr bzw. mit ihm nicht gut zurecht kommt, bringt die ganze Therapie nichts - egal, ob man sich nun für Vojta oder Bobath entschieden hat. Ich habe auch die KG gewechselt als wir noch in Berlin gewohnt haben, weil ich die Frau und ihren Umgang mit unserem Sohn einfach unmöglich fand.
Natürlich ist es auch toll, wenn sich Frühförderer/in und Krankengymnast/in persönlich kennen und austauschen. Leider ist das längst nicht überall der Fall (bei uns zum Glück schon!).
Noch ein Satz zu Vojta: Nachdem Jan-Paul ein halbes Jahr nach Vojta beturnt wurde, war unsere damalige KG auch der Meinung, dass unser Sohn durch diese Therapieform überhaupt erst Bewegungsaktivität entwickeln konnte. Ich war davon nicht so recht überzeugt, denn ich hatte mir von Vojta einen größeren Entwicklungsschub erhofft, der leider ausgeblieben ist. Inzwischen wissen wir, dass Jan-Paul sein eigenes Lerntempo hat und man ihn mit Therapien zwar unterstützen und fördern, aber eben keine bahnbrechenden Entwicklungsfortschritte "herbeizaubern" kann.
Kann Stella frei sitzen und krabbeln? Jan-Paul hat erst mit 18 Monaten angefangen, frei zu sitzen. Inzwischen kommt er von selbst zum Sitzen und in den Vierfüßlerstand. Wir sind zuversichtlich, dass er laufen lernt - auch wenn das noch ein paar Jährchen dauern wird.

Liebe Grüße,
Sabine
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Sabine2
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BeitragVerfasst am: 08.04.2004, 09:27    Titel: Entwicklungsstand Antworten mit Zitat

Hallo,

Stella hat mit 18 Monaten angefangen in den - von KGs nicht gerne gesehenen Zwischenfersensitz - zu gehen. Der mag zwar aus physiologischer Sicht nicht sinnvoll sein, aber Stella hat gemerkt, dass man dann prima die Hydrokultur ausräumen kann;-)) Und dabei lernt man ja vielleicht irgendwann den Pinzettengriff...

Heute (also 22 Monate) mogelt sie sich vom Zwischenfersensitz in den Langsitz. Es sieht nicht ganz so elegant aus und sie wackelt noch ein bisschen, aber immerhin. Seit zwei Wochen krabbelt sie ein bisschen (etwa einen Meter). Sie macht das zwar richtig im Kreuzmuster, ist aber in allem sehr langsam und es kostet sie richtig Kraft. Vom Aufstehen oder gar Laufen sind wir aber noch weit entfernt.

Beste Grüße

_________________
Sabine mit Stella (06/2002, fröhliches Rollikind, globale Entwicklungsverzögerung unbekannter Ursache, spricht nicht, hat aber ein gutes Sprachverständnis, Schluckstörung)
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mama123
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BeitragVerfasst am: 08.04.2004, 14:43    Titel: Auch mit Bobath bessere Erfahrungen Antworten mit Zitat

Hallo,
ich wollte auch mal kurz was dazu schreiben. Mein Sohn Benedikt ist nur "leicht" hypoton. Er hat eine Rückenmarkserkrankung (s. Vorstellung). Wir haben mit 8 Monaten mit KG begonnen. Ungefähr vier Monate lang Vojta. Dann hat die Krankengymnastin gemeint, sie möchte mal Bobath probieren, weil sie den Verdacht hatte, dass Benedikt darauf vielleicht besser ansprechen würde. Und tatsächlich war es auch so. Die Fortschritte waren zwar immer noch recht klein, aber es ging sichtbar vorwärts. so konnte er dann mit 18 Monaten krabbeln. Als er 22 Monate alt war, sind wir dann in eine Frühförderstelle gewechselt, weil er auch einmal die Woche Frühförderung bekam. Praktischerweise haben wir dort dann auch die Krankengymnastik gemacht. Diese Frau war auch ganz toll und Benedikt hat sich suber mit ihr verstanden. Mit ihrer Hilfe haben wir es dann geschafft, dass Benedikt mit 25 Monaten laufen konnte. Heute ist er 6 1/2 Jahre alt und man merkt beim Laufen nichts mehr, dass er es erst so spät gelernt hat.
Er hat natürlich auf grunde der Rückenmarkserkrankung nach wie vor motorische Probleme, die wir mit Ergotherapie aber recht erfolgreich vermindern.
Dagmar

_________________
Dagmar mit Ehemann Michael, Simon (5/94), Benedikt (09/97, Syringomyelie, Inkontinenz, mittlerweile nur noch leichte Motorikprobleme), Miriam (01/2000, Absencen-Epilepsie)
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BeitragVerfasst am: 15.07.2004, 21:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sabine!
Wenn es bei den Beiden gar nichts gebracht hätte,hätte ich Vojta bestimmt nicht so lange durchgehalten.Vom Nervlichen her war es echt Hölle.
Ich denke mal,das die zwerge schon genug an Terminen mitmachen müssen,da will ich sie nicht auch noch "quälen".
Die Kg war bzw.ist sehr nett und wir kommen super mit ihr klar,außer natürlich bei der Turnerei.Sie hat irgendwie den falschen Beruf gewählt. Smile
Im Kiga nächstes Jahr wird sowieso nach Bobath geturnt u ich werde wahrscheinlich auch wieder in eine Bobathpraxis gehen.
Vielleicht waren sie letztes Jahr noch zu klein,jetzt werden wohl andere Übungen bei Bobath in Frage kommen.Das war mir auch angenehmer,muß ich ehrlich zugeben,aber was macht man nicht alles für die Kinder?
An die Hippotherapie habe ich noch zusätzlich gedacht,dann hätten die Zwerge Spaß und würden nebenbei gefördert.
Smile Lg Patricia mit Dana u Lara
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Tobias
Kinder-
physiotherapeut
Kinder-<br>physiotherapeut


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BeitragVerfasst am: 15.07.2004, 21:14    Titel: Antworten mit Zitat

ich führe hier mal die Diskussion fort, die unter dem Link
http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic.php?p=1718#1718
in dem Forum Vorstellungsrunde begonnen wurde:

@Patricia
der Glaubenskrieg zwischen den Therapien Bobath und Vojta ist ein absolut sinnloser! Es gibt wahnsinnig viele Kinder, die sind bestens mit Vojta aufgehoben und die sind zugleich mit Bobath geradezu "unterfordert"...
umgekehrt gibt es das auch, was aber nicht heissen soll, dass Bobath das "laschere" ist - im Gegenteil, wenn man mit Bobath Kinder an die "motorische Grenze" bekommt, dann lernen sie auch sehr sehr viel und "schimpfen" können die "Bobath-Kinder" bei entsprechender Vorgehensweise mindestens genauso!

Ich denke - in Abhängigkiet vom Alter - ist nach einiger Zeit mal eine Pause angesagt (V.a. bei Vojta!). Ich habe oft Kinder, die von Vojta-Therapeutinnen zu mir in die Praxis kommen und die völlig "übertherapiert sind und der Ofen ist einfach aus... dann mache ich erst mal Bobath und dann...irgendwann... komme ich mal so langsam mit denersten Vojta-Übungen um die Ecke... Das ist zum Teil sehr effektiv.
Die Gnzheitlichkeit in der Krankengymnastik mit z.T. schwerbehinderten Kindern ist die Kunst, verschiedene Therapie-Ansätze zu "mischen". Da setzt natürlich voraus, dass der/die Therapeut/-in entsprechende Möglichkeiten hat. Neben Vojta und Bobath kann man wunderbar die SI (sensorische Integration=Wahrnehmungstherapie) und Castillo Morales (Mundmotorik-Übungen) einsetzen. Ergänzend ist die Manuelle Therapie/Osteopathie (auch Cranio-Sacral-Therapie) sehr hilfreich. Hippotherapie oder z.B. Bewegungsbad bewirken oft große und gute Reize beim Kind. Petö und andere Methoden können auch für kurzfristige Verbesserung sorgen, sollten aber immer wieder wiederholt werden.

@sabine
die Auffassung der Erzieher in deinem Kindergarten, dass mit Vojta die Kinder in falsche Bewegungsabläufe gedrängt werden können, muss ich widerlegen. Das kann nur dann passieren, wenn der Therapeut keine Ahnung hat und die Mutter/Vater nicht richtig anleitet...Dann kann aus einer gewünschten Beugung eine Streckung werden und das is dann ein "falsches Bewegungsmuster". Ist aber sehr sehr unwahrscheinlich, da man in so einem Fall die Kompetenz des Therapeuten stark anzweifeln müsste!!! Das du gewechselt hast, finde ich konsequent und es darf Vojta nie wie ein "Damoklesschwert" über den Eltern hängen. Die Eltern sind unsere wichtigsten Partner in der Therapie und sie müssen -gerade bei Vojta- Co-Therapeuten werden.
Wenn ich eine Mutter habe,ie Vojta "turnen soll", dann erkläre ich es ihr zunächst, dann führe ich es an einer Puppe vor, dann zeige ich es an Ihr selbst (wenn sie will...) und dann mache ich es an ihrem Kind. Anschliessend kann sie die theoretischen Eindrücke mit nach Hause nehmen und beim nächsten Mal entscheidet sie, ab sie es machen will. Wenn ja,dann legen wir einen Zeitrahmen fest in dem sie es ausprobert und sie kann jederzeit anrufen, wenn sie schwierigkeiten hat... sie soll aber - wenn möglich - die Zeitspanne ausnutzen um dann im Anschluss sagen zu können, ob sie weiter machren will oder nicht...
Eine "Notausgangstür" muss man immer haben!

Gruß, Tobias
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BeitragVerfasst am: 15.07.2004, 22:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tobias!
Mein Gott,jetzt bin ich erst recht verwirrt.Aber eins steht immer mehr fest,das ich Vojta wohl nicht weiter führen möchte.Weil,irgendwann ist auch bei mir der Ofen aus,denn der Druck der auf mir lastet,die beste Therapie etc. zu finden, wird immer größer. Klar,will ich,das die zwerge sich so gut wie es nur geht entwickeln,aber was haben wir davon,wenn wir alle nicht glücklich sind? Ganz ehrlich,es gibt ja auch noch andere Sachen zu tun,nur wenn ich daran denke,habe ich ein schlechtes Gewissen,was verpasst zu haben und das die Kinder darunter leiden könnten,weil ich keinen "Mumm" dazu hatte. Versteht man das so,wie ich das geschrieben habe?
Aber ich merke zum Teil selbst,wie wir(vor allem die Kinder) darunter leiden,nur nach Terminen und Zeitdruck zu leben!

Lg Patricia
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