Verfasst am: 23.04.2006, 15:01 Titel: Sandra und Steffen (Entwicklungsstörung)
Hallo,
man bin ich froh, endlich gefunden zu haben, wonach ich so lange suchte.
Zuerst einmal möchte ich uns vorstellen: Wir sind zwischenzeitlich eine 5-köpfige Familie bestehend aus meinem Mann (34 J), mir (32 J), zwei Söhnen (4,5 J und 4 Mon.) und einer Tochter (2,5 J). Unser Ältester macht uns etwas "Sorgen", da er eine globale Entwicklungsstörung (konnte erst mit 18 Monaten frei laufen), eine Sprachentwicklungstörung - und Wahrnehmungsstörungen (derzeit erhalten wir als Therapie die Einzelintegration im Kiga, Logopädie und Frühförderung) hat.
Uns verwundert das nicht weiter, da die Ärzte jahrelang den Paukenerguss (hörte erst ab 60 dezibel) und die massive Hornhautkrümmung nicht festgestellt haben. Jetzt werden wir entsprechend behandelt, waren auch auf Reha und seither machen wir sehr gute Fortschritte (mündlich jetzt: ein Alter von 3,8-3,9 Jahre; letztes Jahr noch bestenfalls 2,3 Jahre). Unser Problem ist, dass der Rehabericht noch nicht vorliegt, aber mündlich eine heilpädagogische Förderung, am besten in einer Heilpädagogischen Kindertagesstätte (also mehr als die 4 Stunden Kiga täglich) empfohlen wurde. Dass Problem ist, dass es diese in Hessen nicht mehr gibt. Gott sei Dank wohnen wir im Grenzland zu Bayern, wo es solche Kindergärten noch gibt.
Hat jemand von Euch Erfahrung, wie man einen Wechsel in einen solchen Kindergarten bewerkstelligt und uns Tipps geben kann?
ich möchte dich hier herzlich im REHAkids - Forum begrüßen und freue mich auf intensive Diskussionen über unsere persönlichen Erfahrungen.
LG,
Beate _________________ ..es gibt nichts,was uns die Abwesenheit eines geliebten Menschen ersetzen kann;und man soll das auch gar nicht versuchen,man muss es einfach aushalten und durchhalten;das klingt zunächst sehr hart,aber es ist doch zugleich ein großer Trost,denn indem eine Lücke wirklich unausgefüllt bleibt,bleibt man durch sie miteinander verbunden.D. Bonhoefffer
Hallo Sandra, dir und deiner Familie ein ganz herzliches Willkommen hier im Forum, und ich bin mit dir froh, dass du hergefunden hast, denn hier wirst du viele Infos, viel Unterstützung und Austausch erfahren können.
Mit Entsetzen habe ich gelesen, dass es in Hessen keine Heilpädagogischen Tagesstätten mehr gibt oder habe ich dich falsch verstanden? Sind die einfach aufgelöst worden und wo gehen Kinder mit heilpädagogischem Förderbedarf nun hin?
Ich weiss leider nicht, ob du ohne weiteres einen HPT-Platz hier in Bayern bekommst und ob Hessen dies ohne weiteres finanzieren würde. Wenn Plätze frei sind, womöglich schon, aber wenn dort schon Warteschlangen von bayrischen Kindern sind, wird´s vielleicht schwierig. In unserer HPT haben sie ein weites Einzugsgebiet und hatten glücklicherweise auch noch freie Plätze über´s ganze Jahr. Vielleicht ist das ja bei euch in der Nähe auch so. Das kannst du aber nur bei der bayrischen HPT selber erfahren und wohl auch, wie du dann in Hessen das finanziert bekommst, wenn dein Kind eine bayrische HPT besucht.
Ich drücke euch ganz doll die Daumen, dass es klappt, denn wenn Kinder einen besonderen heilpädagogischen Förderbedarf haben, brauchen sie auch Fachleute und so viel Frühförderung wie sinnvoll und möglich.
P.S.: Bei der HPT können sie auch normalerweise genau sagen, welche Gutachten du der Behörde, die dann den HPT-Platz finanzieren wird, vorlegen musst. Ich weiss nicht, ob da der Rehabericht das richtige und ausreichend ist, vielleicht ja. Ich weiss auch nicht, ob eine bayrische HPT die hessischen Bedingungen kennt.
Unser jetzt fast 6jährige Janosch hat auch aufgrund einer globalen Entwicklungsstörung im Alter von 5.6 Jahren von einer I-Gruppe in einem Regelkiga mitten im Kigajahr in eine HPT gewechselt. Das ging recht problemlos, weil wir riesiges Glück hatten und einen freien Platz in der Vorschule und HPT bekamen, allerdings war der entwicklungsdiagnostische Bericht des Kinderzentrums München auch bereits da, so dass die Bewilligung schnell ausgesprochen werden konnte vom bewilligenden Landratsamt, das vorher einmal wöchentlich schon Frühförderung für Janosch als ambulante Maßnahme in seiner I-Gruppe finanzierte.
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