Hallo an Alle!!
Ich wollte mal den Unterschied (s.o. ) wissen. Ich hatte in der Ki.kl. HD nach Frühförderung gefragt und bekam gleich ein Ergo- Rezept in die Hand gedrückt, wir waren heute das 4. mal bei der Ergo, Matthis gefällt es eigentlich gut da, aber ich sehe kaum einen Unterschied zu den "spielen" die ich ihm Zuhause anbiete.
Ich wollte jetzt nur mal Wissen was bei der Frühförderung gemacht wird. Und was für einen Ein-jährigen (Entwicklungsstand bei 6-7 Mo.) Sinnvoller ist.
LG Silvia und Matthis _________________ Silvia(*80), Andreas (*79) mit Lukas (06/00) gesund, Matthis (09/03) entwicklungsverzögerung, M.H., Nystagmus, stark weitsichtig,fokale Epilepsie, Kleinhirnatrophie und (seit 12/07) Aaron, gesund
bei der Ergotherapie wird - glaub ich - eher mit dem Kind "gespielt", d. h. man unterstützt seinen Spieltrieb, spielt mit ihm zusammen seine Spiele und versucht zudem, es an "altersgerechtes" Spielen heranzuführen.
Unter Frühförderung verstehe ich eher, dass die Wahrnehmung der Kinder durch entsprechende Spielangebote unterstützt und angeregt wird. Unsere Frühförderin hat Jan-Pauls Interesse z. B. immer durch Klangspiele und bunte Farben zu wecken versucht. Vielfach flossen auch Elemente aus der Bobath-Therapie mit ein.
Ergotherapie - so dachte ich immer - wäre eher etwas für Kindergartenkinder, mit leichten Entwicklungsstörungen oder -verzögerungen. Frühförderung dagegen eher für Kleinkinder, die noch nicht in den Kindergarten gehen und wo der Arzt eine tiefer greifende Entwicklungsstörung festgestellt hat.
Lieben Gruß,
Sabine _________________ Unsere Vorstellung? -> hier klicken
Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
REHAkids - Das Forum für besondere Kinder
diese Diskussion "juckt" auf meiner Therapeutenhaut!!!
Die Frühförderung (FF) ist in veschiedenen Bereichen tätig! FF kann von der KG, von der Ergo, und von der Logo durchgefüher werden. Ohne hier zu pauschalisieren, sind die breit gestreuten Erfahrungen so, dass bei vielen Kindern zunächst einmal FF verordnet wird. Wenn man dann der Sache auf denGrund geht, ist in einer Vielzahll der Fälle Ergo angesagt. Wenn es ABER DANN zu einer Therapie kommt, in der nur "gespielt" wird, dann würde ich ernsthaft den Sinn und Zweck dieser Massnahme hinterfragen!!! Nicht das ich falsch verstanden werde: Spiel ist lebenswichtig für's Kind, und ich wende es auch oft genug in meiner Therapie an, aber es muss ein Ziel verfolgen!!!!!! Und dieses muss den Eltern erklärt werden!!!! Nur spielen birngt nichts, denn je nach Behinderung können so manche Eltern schon intuitiv mit dem Kind sehr "spielerisch" umgehen! Dafür bräuchte man keine FF!
Wenn dann den Eltern nichts erklärt wird.....oder die Eltern nicht angeleitet werden.....oder kritisches Hinterfragen damit abgetan wird, dass es "so seinmuss" oder das Kind halt viel "spielen muss", dann wäre das ein Grund für mich die Therapie sofort abzubrechen! FF kann auf so eine Art und Weise höchsten ein schlechtes Gewissen (welches auch immer?!) beruhigen, so nach dem Motto: "wir machen ja aber FF!"
Ich schreibe hier übe rsehr negative Erfahrungen mit der FF und dies stellvertretend für viele Hamburger Berufskollegen, die in den letzten Monaten vermehrt eine solche Entwicklung beoabachten. Es gibt auch viele gute Erfahrungen, aber deren Hintergründe standen dier in der Fragestellung nicht zur Debatte.
Mein Tip:
1. Den verordnenden Arzte sofort fragen, warum FF und warum Ergo und welche Zielsetzung diese Massnahme hat!
2. Die FF fragen, warum sie die Therapei genau so macht wie sie sie macht und was sie mittel bis langfristig damit bezweckt!
3. Auch die FF fragen ob die Anleitung der Mutter miteingeplant ist und wenn nein, warum nicht (da kommen wir dannaber schon an die Grenze!!!!).
4. schon vorhandene Therapeuten fragen, was sie davon halten und ob sie sich mit der FF austauschen können, damit man einer gemeinsamen Linie folgen kann! Und hier trennt sich die Spreu vom Weizen! Wir sehen immer wieder, dass sich die FF nicht in die "Karten schauen lassen will", was ich für nciht besonders gut halte.
Vieleicht eine kleine Hilfe, auf jeden Fall fragen, fragen, fragen! Ihr müsst den Leuten auf die Nerven gehen!
>>>Und du fühlst, dass du lebst
Weil du tanzt und fliegst, du schwebst
Weil du lachst, weil du weinst und liebst
Du bist ein Wunder
Du bist ein Wunder<<<
Andreas Bourani "Wunder"
kannst du noch mal genau den Unterschied zwischen Ergo und Frühförderung erklären?
Ich weiß nämlich nicht, ob ich mit meiner Definition so richtig liege.
Vielen Dank,
Sabine _________________ Unsere Vorstellung? -> hier klicken
Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
REHAkids - Das Forum für besondere Kinder
In meiner täglichen Arbeit sehe ich diese Berufsbilder "verschwimmen", auch wenn FF ursprünglich von Heilpädagogen gemacht wurde!
Das Steckenpferd der Ergotherapie ist die Wahrnehmung (geht zurücvk auf Jean Ayres (siehe Bücherforum)) und deren Behandlung. Dabei ist es richtig, das es viele spielerische Elemente gibt, die gibt es aber auch in der FF ja sogar in der KG.
FF hat etwas mit (Heil-)pädagogischen Ansätzen zu tun, wird aber bei entsprechendem Bedarf auch von KG/Ergo und Logo gemacht. Es ist alles sehr "schwammig" (leider) und daher "juckt" es mich ja auch so oft, wenn ich die Buchstaben FF lese....
>>>Und du fühlst, dass du lebst
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Du bist ein Wunder
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Andreas Bourani "Wunder"
finde ich ja mal wieder absolut spannend. Ist Frühförderung damit nicht nur ein allgemeiner Oberbegriff, den jeder Therapeut, jede Therapeutin mit den je eigenen Inhalten füllt? Für mich war Frühförderung alles an therapeutischen Möglichkeiten, die nicht durch die klassische KG erbracht werden können. Möglicherweise auch nur ein Oberbegriff, erfunden, um die kassentechnische Anerkennung zu erhalten und abrechnen zu können.
Jonas hat seit etwa 2 Monaten Ergo durch eine Institution, die "Frühförderung" im Namen führt, insofern also keine Begriffsverwirrung. Und es stimmt, was Tobias sagt, die Therapeutin kümmert sich intensiv um Jonas Wahrnehmung: Sehen, Spüren, Körperbegrenzungen erfahren, basale Stimulation, also die ganze Bandbreite an Sachen, die bei Vojta nicht im Mittelpunkt stehen. Und natürlich ist das alles eher "spielerisch" angelegt, was Jonas auch genießt, aber sie hat uns vor 14 Tagen ziemlich ausführlich erklärt, was sie macht und warum sie dies derzeit für wichtig und vordringlich hält.
Aber zurück zum Thema: für mich war Frühförderung ein Oberbegriff mit der Tendenz zur "imperialistischen" Ausdehnung, zumindest habe ich Tobias an anderer Stelle so verstanden, da FF laut derzeit diskutierten Gesetzesänderungen bald alles umfassen soll, also auch die klassische KG und Frühfördereinrichtungen damit den klassischen KG das Wasser abgraben werden.
Oder ist das gänzlich falsch, Tobias?
Gruß
C. _________________ Jonas, 28.04.2002 - 29.11.2006, David, 12.05.2004 und Mia, 12.09.2007
danke Tobias;-)) Deine Stichworte werde ich gleich mal verinnerlichen und mit unserer FF-Tante abklären. Ich bin ja auch ständig am Überlegen, ob wir wechseln sollen, weil sie Stella noch wie ein Baby behandelt und immer noch Tücher über den Kopf legt und pustet. Das ist für mich ein rotes Tuch (im wahrsten Sinne des Wortes).
@Silvia
Hier in Ba-Wü gibt es noch den Unterschied, dass FF über die Eingliederungshilfe des Sozialamtes läuft und die FF über die Frühförderstellen (ebenfalls der Stadt angegliedert) läuft. Bei uns kommt eine Heilpädagogin nach Hause. Die Ergotherapie wird dagegen vom KiA verordnet.
Ich hätte die FF schon längst gestrichen. Ich bin mir aber unsicher, ob Stella in einem Jahr, wenn sie in einen integrativen Kindergarten geht, wieder diese zwei Stunden genehmigt bekommt, wenn ich jetzt aufhöre.
Ich fände zum Beispiel jemanden, der in Richtung Unterstützte Kommunikation arbeitet und zu uns nach Hause kommt, viel sinnvoller. Aber das scheint es nicht zu geben.
Viele Grüße _________________ Sabine mit Stella (06/2002, fröhliches Rollikind, globale Entwicklungsverzögerung unbekannter Ursache, spricht nicht, hat aber ein gutes Sprachverständnis, Schluckstörung)
eine gute Frühförderin würde euch in Sachen Unterstützte Kommunikation ganz sicher helfen. Wir haben das Thema bei unserer früheren FF (jetzt ist Jan-Paul ja im Kindergarten und bekommt keine FF mehr) auch einmal anklingen lassen. Sie hat dann in der nächsten Stunde gleich einen Talker mit Tasten mitgebracht und JP an diese bunten Knöpfe herangeführt. Leider ist er damit (noch?) recht überfordert - vielleicht ist er ja in einigen Jahren eher in der Lage, zu begreifen, was er mit den Dingern machen kann.
Wann soll Stella denn in den Kindergarten gehen? Im Sommer 2005 dann schon oder erst im Winter 2005/2006? Wenn sie nämlich noch ein Jahr lang FF bekommen soll, wäre ein Wechsel vielleicht doch angebracht.
Unsere FF wird demnächst Jan-Paul im Kiga besuchen und ein Gespräch mit den Erzieherinnen führen. Das wird hier bei allen besonderen Kindern gemacht, die neu im Kiga sind.
Letztens hat unsere frühere FF ein anderes Kind in JPs Kiga besucht und dabei zufällig auch JP entdeckt. Sie hat dann noch kurz mit den Erzieherinnen sprechen können und mir dann per Mail mitgeteilt, dass man im Kiga sehr zufrieden mit JP ist.
Vielleicht haben wir auch wirklich nur enormes Glück gehabt, denn ich habe auch von anderen Müttern gehört, dass sie mit der FF für ihr Kind nicht so ganz zufrieden sind.
Lieben Gruß,
Sabine _________________ Unsere Vorstellung? -> hier klicken
Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
REHAkids - Das Forum für besondere Kinder
Ihr scheint einfach eine sehr engagierte Dame zu haben. Von dem Wort Talker hat unsere noch nicht einmal gehört;-) Zu dem Thema Sprache meinte sie nur, wenn es nicht angelegt ist, kann man nichts machen. Das mag ja stimmen, aber nur weil jemand nicht sprechen kann, ist doch die Förderung des Sprachverständnisses möglich?
Ich habe auch daran gedacht, zu wechseln und diese Frau quasi mit in den Kindergarten zu nehmen. Stella soll ab September 05 gehen. Aber die eine, die ich angeschaut habe, war auch nicht so sonderlich pfiffig. Vielleicht erwarte ich zu viel?
Ich dachte immer, dass Heilpädagogen doch mehr Ahnung und Fantasie haben sollten als ich in meinem trockenen Ingenieurhirn. Und der Vorteil, dass die FF nach Hause kommt, ist doch, dass sie im häuslichen Umfeld Anreize für die Förderung finden sollen, oder?
Ein Beispiel: Sie bringt immer Glasmurmeln mit, die Stella durch die Hände gleiten lassen soll. So weit so gut. Nach drei Sitzungen 'Glasmurmeln durch die Hände rieseln' fragte ich sie, ob man nicht mal Gefäße mit verschiedenen Öffnungen holen sollte, damit Stella vielleicht lernt, die Glasmurmeln da hinein zu stecken. Es klingt ja auch immer anders. Sie meinte darauf hin, dass dies eine gute Idee ist, war aber etwas irritiert von dem Vorschlag.
Jetzt weiß ich nicht: Habe ich jetzt etwas vorgeschlagen, dass in Stellas Entwicklungsschema nicht reinpasst und sie wollte mir das nicht abschlagen? Habe ich in ihre Kompetenz eingegriffen?
Aber je mehr ich hier schreibe, desto seltsamer kommt es mir eigentlich vor. Ich rufe jetzt doch mal bei der Stadt an und frage, was bei einem Wechsel eigentlich passiert.
Schön, dass der virtuelle Fußtritt funktioniert;-))
Euch einen schönen Tag
Liebe Grüße _________________ Sabine mit Stella (06/2002, fröhliches Rollikind, globale Entwicklungsverzögerung unbekannter Ursache, spricht nicht, hat aber ein gutes Sprachverständnis, Schluckstörung)
Hallo,
erst mal Danke für eure Antworten!!
@Tobias Wir machen natürlich auch KG, nach Vojta und Bobath. Und außerdem gehen wir zum Babyschwimmen, was Matthis super viel Spaß macht.
Die Ergotherapie findet in einer Frühförderstelle statt und die Therapeutin versucht schon seine Wahrnehmung anzuregen z.B mit "Massagen" Schaukel, Seifenblasen usw.
LG Silvia _________________ Silvia(*80), Andreas (*79) mit Lukas (06/00) gesund, Matthis (09/03) entwicklungsverzögerung, M.H., Nystagmus, stark weitsichtig,fokale Epilepsie, Kleinhirnatrophie und (seit 12/07) Aaron, gesund
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