Vielen lieben Dank für Eure reichlichen Antworten,alleine einmal ein Feedback von Menschen zu bekommen die nicht versuchen mir die Situation aus einer rein " normalen Lebenssituation " heraus zu beurteilen tut mir sehr gut und hat mich, die eigentlich unter einem permanenten inneren Druck steht einmal durchatmen lassen.
Ich danke euch hierfür. Ich habe mich heute morgen, nachdem ich von Annette diese unglaublich nette PN bekommen habe gefragt ,weshalb ich mich nicht schon viel früher an Menschen in ähnlichen Situationen gewandt habe.
Ich denke, es liegt daran,dass ich mich tatsächlich immer wieder in meinem Gefühl und meiner alltäglichen Realität verunsichern lasse und auch denke, ich muss das alleine durchstehen.
Ehrlich gesagt habe ich auch niemals darüber nachgedacht, ob es nicht andere Eltern mit ähnlichen Problemen auch in meiner Nähe gibt.Seltsam, nicht wahr?Ich glaube ein wirkliches großes Problem ist diese Isolation in die man sich irgendwann zum Schutz des Kindes, aus Kraftlosigkeit oder aus Resignation gegenüber dem immer wieder kehrenden Unverständnis im Alltag begibt . Dieses "System" das ich nach 8Jahren nun mit meinem Sohn entwickelt habe ist tatsächlich teilweise so eingespielt und begrenzt, dass ich nun an einem Punkt bin, wo ich denke,dass es für beide notwendig ist es Stück für Stück zu verändern.
Aber natürlich leichter gesagt als getan.
Wie es Annette auch schon gesagt hat, so geht es auch mir: Mein Vertauen in ein professionelles und fundiertes Beurteilen seitens von "Experten" für unserer Situation ist extrem angekratzt. Ich reagiere immer aggressiver und ungehaltener ,wenn neue "Urteile" gefällt werden und in der letzten Zeit wird es von den behandelnden Personen oft einfach nur auf meine Nerven und die angespannte Situation geschoben.
Mir wurde übrigends auch schon geraten meinen Sohn eventuell abzugeben,ihn medikatös behandeln zu lassen oder ihn in professionelle Pflegefamilien zu geben und das nur weil ich um Hilfe gebeten habe!
Als ich gestern hier auf diese Seite gestoßen bin, habe ich so viele unglaubliche Geschichten gelesen,wo mir wieder so klar wurde welche Misstände in unserem System herrschen. Ich habe aber auch sehr viel Kraft daraus gewonnen, zu erkennen, dass es viele, viele kraftvolle Menschen gibt, die "Ihr Leben" leben, unabhängig davon was die Norm uns vorschreibt. Und auch einen unglaublichen Dank an Iris, die mir aus der Seele gesprochen hat- der Urinstinkt und das das Kind weiß, dass man als Elternteil,ob es die Mutter oder der Vater ist - weiß das man es "versteht".
erstmal ein herzliches Willkommen in diesem wunderbaren Forum!
Als ich deinen Beitrag gelesen habe, habe ich auch sofort an Autismus gedacht. Ich kenne mich zwar nicht so gut aus, habe bloß in den letzten Monaten einiges dazu gelesen, da ich Dezember für Miguel die Diagnose "Atypischer Autismus" bekam.
Auch bei uns ist es jahrelang von allen Ärzten als Erziehungsfehler abgetan worden (er ist auch hyperaktiv), ich habe auch sehr gelitten... Ich weiß (in Ansätzen), was du durchgemacht hast... Und als der Begriff Autismus erstmals gefallen ist, lehnten es alle Therapeuten und sogar der Psychologe vom FFD ab! Bei uns ist es allerdings schwer zu erkennen, da verschiedene Krankheiten die Symptome verwischen. Aber bei deiner Beschreibung treffen eigentich einige Symptomen vom klassischen Autismus zu!
Bleib also am Ball, bis du das Gefühl hast, du hast eine vernünftige Diagnose und es wird Maxi richtig geholfen. Oft erreicht man nur was mit sehr viel Druck. Bei uns mußte ich während unseres Aufenthaltes in der Klinik für Kinderpsychiatrie mit dem Verlassen der Klinik drohen, bis die endlich ihn gründlich untersucht haben!
Jetzt ist alles leichter geworden und ich verstehe ihn endlich besser...
Wünsche dir viel Kraft und schnelle Erfolge!
Colienne _________________ Colienne (70) mit Cédric (01/00) und Miguel (12/01) (ADHS, atypischer Autismus, Sprachentwicklungsverzögerung)
Hallo Annette,
ich selbst habe mich erst letzte Woche hier angemeldet, da ich beim Surfen nach Antworten oder Hilfe des Asperger-Syn., auf diese Seite gestoßen bin.
Ich weiß wie Du Dich fühlst, weil keiner Dich verstehen kann, und alle nur meinen, daß Du was mit der Erziehung falsch machst. Bei uns selbst war es ganz genau so.
Bei Dennis ist es ähnlich, wir haben ihn testen lassen (Hochbegabung) weil er nur den Unterricht stört und trotzdem alles mitbekommt. Die Arbeiten zwar nicht gut schreibt, aber er auch die Sachen versteht.
Also haben wir einen Kinder- und Jugendpsychologen aufgesucht der ihn getestet hat. Das Ergebnis war keine Hochbegabung, aber die Anzeichen von autistischen Zügen und zu dem was wir ihn geschilderten hatten, paßte dies auch dazu.
Ich weiß was Maxi für Kraft kostet, denn mit Dennis ist es ganz genauso und ich bin völlig erledigt. Auch Dennis ist ein sehr großer Junge, war er auch schon immer, zwar bei der Geburt normal, aber jetzt.
Würde mich freuen, wenn wir einiges vielleicht austauschen könnten. Bis dahin
Ich weiß wie Du Dich fühlst, weil keiner Dich verstehen kann, und alle nur meinen, daß Du was mit der Erziehung falsch machst. Bei uns selbst war es ganz genau so.........
Würde mich freuen, wenn wir einiges vielleicht austauschen könnten.
Wie ich schon an anderer Stelle geschrieben habe, hier noch mal der Link zur Asperger-Eltern-Mailingliste, die eine gute Ergänzung zum Forum hier ist, weil sie sich speziell mit allen Problemen beschäftigt, die mit dem Asperger-Syndrom zu tun haben. http://de.groups.yahoo.com/group/asperger-eltern/
Ich bin dort seit mehr als zwei Jahren Mitglied und habe die Liste in dieser Zeit sehr schätzen gelernt. Nicht nur, was die Informationen über rechtliche Dinge etc. betrifft, sondern auch, weil ich dort in unserer schwierigen Situation viel Mitgefühl, Verständnis und Trost bekommen habe.
Die Sprüche, dass die Probleme der Kinder erziehungsbedingt sind, haben dort ausnahmslos alle genauso gehört wie Ihr und ich. Cornelia-etc. wird Euch das bestätigen. (mit Euch beiden wären wir übrigens aktuell 200 Mitglieder )
Wir haben auch schon zwei Regionaltreffen veranstaltet, es war sehr interessant, andere betroffenen Kinder zu erleben und auch der Austausch zwischen uns Eltern tut gut. Man könnte in vielen Teilen unserer familiären Geschichten fast die Namen austauschen.........................
Es ist leider so, dass in der Öffentlichkeit nur das klassische Bild des Autisten bekannt ist, der in der Ecke sitzt, vor- und zurückschaukelt, nicht spricht und sofort losschreit, wenn man ihn berührt oder wenn es eine Abweichung von minutengenau durchgeplanten Tagesablauf gibt. Wer von Autismus hört, sieht automatisch "Rain Man" vor sich. Deshalb sind die meisten Menschen der Meinung, ein Kind, das spricht und auf den ersten Blick ganz normal wirkt, könne nicht autistisch sein und so werden die Verhaltensprobleme eben auf Erziehungsunfähigkeit der Eltern geschoben.
Die zuerst beschriebenen Kinder gibt es, ich kenne viele aus unserem Autismusverein. Aber es ist eben nur eine Form von Autismus. Das Asperger-Syndrom steht erst seit 1994 im ICD 10, deshalb kennen es viele Ärzte noch nicht, vor allem, wenn sie noch nie mit einem solchen Kind zu tun hatten. Und das macht es uns betroffenen Eltern so schwer. Das Schlimmste für mich ist nicht Ulis Behinderung, sondern zum einen der ewige Kampf mit Ärzten und Behörden, die die Sorgen der Eltern nicht ernst nehmen, einem zustehende Rechte nicht gewähren wollen (sei es aus Unwissenheit oder aus Kostengründen ), die negativen Reaktionen anderer, wenn man mit dem Kind in der Öffentlichkeit unterwegs ist und dieses sich seltsam verhält, und die weitgehende soziale Isolation, in die man unweigerlich gerät.
Fast alle Kontakte, die ich habe, sind zu Familien, denen es ähnlich geht wie uns.
Liebe Grüße
Annette _________________ Annette *16.08.67, u.a. chronische Neuroborreliose, chronische Depression, EM-Rentnerin, GdB 50, mit Ulrich, *27.07.92, Asperger-Autismus, GdB 80, H, B, G; er lebt in WG der Mansfeld-Löbbecke-Stiftung in Braunschweig
Herzlich willkommen hier!
Als ich deine Geschichte las musste ich schlucken, weil mir alles so bekannt vorkommt. Die Beschreibung passt genau auf meinen Sohn Philippe, obwohl bei ihm kein Autismus vorliegt, sondern das Sotos-Syndrom. Besonders die Szene auf dem Spielplatz erlebe ich jeweils genau so. Ich bringe ihn nicht dazu, mal auf eine Schaukel zu sitzen oder die Rutschbahn runter zu rutschen. Er steht da, ich darf nicht von seiner Seite weichen und schaut den andern Kindern zu. Es fasziniert ihn, denn er möchte jeweils gar nicht mehr weg, aber eben, nur aus der Distanz. Mir macht das manchmal auch ganz schön zu schaffen, wenn ich sehe, mit welcher Begeisterung andere Kinder hier rumtoben. Wir müssen Philippe manchmal richtig zu seinem Glück zwingen. Und wenn er es dann mal entdeckt hat, kann er nicht genug kriegen.
Auch die Wutanfälle kenne ich nur zu gut... allerdings wie du sagst, richten die sich nur gegen ihn selbst (er schlägt sich dann) oder gegen mich. Anderen Kindern gegenüber ist er eher zurückhaltend und sehr friedlich. Und das beruhigt mich doch sehr.
Er kann sich Dinge und Abläufe sehr gut merken und manchmal habe ich das Gefühl, dass ich ihn ziemlich unterschätze und manchmal begreift er die einfachsten Fragen nicht. Tja, es ist nicht einfach...
Philippe bekam als Kleinkind Physio, weil er das Laufen eine Ewigkeit nicht lernte. Momentan geht er zur Frühförderung und wahrscheinlich kommt demnächst noch ergo dazu, weil er motorisch und feinmotorisch auch nicht so geschickt ist. Wir mussten aber fast 2 Jahre dafür kämpfen!!! Ich hoffe, dass wir ihn nächstes Jahr in einen integrativen Kindergarten schicken können und dass es damit auch gut klappen wird.
Es tut mir leid, Annette, dass du von deinem Umfeld keine Unterstützung erhältst, im Gegenteil, dass sie dich noch mit Vorwürfen übrschütten. Es wäre so wichtig, dass auch dir mal jemand sagt, dass du alles richtig machst. Es braucht sehr viel Geduld, auf ein spezielles Kind einzugehen und man hat ja auch nicht immer den Nerv dazu. Kinder mit Wahrnehmungsstörungen werden leider oft nur als verzogene Kinder angeschaut, was alles dahinter steckt, können sich die meisten Leute gar nicht vorstellen. Und besonders wieviel Kraft das von den Eltern fordert interessiert überhaupt keinen. Annette, ich denke, du bist hier im Forum an einem guten Ort gelandet. Lass dich nicht fertig machen. Du bist auf dem richtigen Weg und steh zu deinem Sohn, es kommt von ihm ja auch soviel zurück, und das gibt einem auch immer wieder die Kraft zum Weitermachen.
Herzliche Grüsse und viel Kraft wünscht dir
Angelika
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