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Was bringt euch die Kirche?
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Horst
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BeitragVerfasst am: 27.03.2006, 00:21    Titel: Was bringt euch die Kirche? Antworten mit Zitat

Hallo,

ich bin vor einigen Jahren aus der katholischen Kirche ausgetreten, weil ich mich mit einigen derer Ansichten nicht identifizieren konnte (meine Frau und Tochter sind evangelisch). Ich glaube aber an Gott und versuche einfach, freundlich zu meinen Mitmenschen zu sein und zu helfen, wenn es sich ergibt.
Durch eine Unterhaltung in einem anderen Thread bin ich jetzt ins Grübeln gekommen, ob ich die Kirche nicht vielleicht zu gering schätze. Deshalb bitte ich alle, die sich mit und in der Kirche beschäftigen (katholisch, evangelisch, auch moslemisch, wenn jemand möchte- ich hab gerade angefangen, den Koran zu lesen, um diese Religion besser zu verstehen), mir mitzuteilen, was sie an der Institution Kirche wertvoll und unterstützenswert finden.
Bitte seid nett zueinander, ich möchte nicht, daß die Moderatoren sich gezwungen sehen, den Thread zu schließen.

Danke im Voraus, Horst

_________________
Tamara (geb.12/92), atypischer Autismus
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Brigitte 1953
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BeitragVerfasst am: 27.03.2006, 06:20    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen Horst,

ich will es mal kurz machen, weil, dieses Thema könnte Stunden füllen.

Für mich gibt es nur einen Gott- aber viele , weit entwickelte Geistwesen, mit denen wir immer wieder zu tun haben.

Die Kirchen, Religionen, stellen Lebensregeln, Gemeinschaft, Familie und Halt da.

Ich versuche die christliche Gemeimsamkeit zu leben, zu einem Großteil jedenfalls. Da ich nur menschlich bin, habe auch ich Fehler und negative Regungen, wie alle Menschen.

Trotzdem ist mir die Gemeinsamkeit der Gemeinde sehr wichtig und die sozialen Funktionen, die ich innerhalb und unter dem Namen der Kirche ausfüllen kann.

Es ist der in etwas gemeinsame Nenner, auf den Vieles gebracht wird, der mich Mitglied in der Kirche sein lässt und der Glaube, dass die Gebote und Regeln doch einen positiven Einfluss auf uns Menschen haben.

Lieben Gruss

Brigitte Very Happy

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Volker VB
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BeitragVerfasst am: 27.03.2006, 07:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Horst,

ich bin Katholik und in unserer Pfarrgemeinde auch engagiert und versuche meinen Glauben zu leben und die Gemeinschaft der Kirche mit Leben zu erfüllen.

Die Kirche betrachte ich wie eine Familie: hier gibt es vieles was mir gefällt, was mir Kraft gibt und Freude bereitet, es gibt auch einiges, was mir nicht gefällt. Und das versuche ich durch meine Mitarbeit zu ändern oder zu mildern.

Der sonntägliche Gottesdienst ist für mich wie eine Tankstelle. Hier, in der Gemeinschaft mit anderen Gläubigen fühle ich mich Gott besonders nahe und es gibt mir den Kraft- und Energieschub für die Woche, für meine Aufgaben und für meine Verantwortung.

Ich kann sicher an Gott glauben und an die Werte, die für den christlichen Glauben stehen wenn ich nicht in einer Kirche Mitglied bin. Nur meine ich, dass es innerhalb einer Glaubensgemeinschaft leichter fällt.

Und die Stärke einer Glaubensgemeinschaft zeigt sich im täglichen Umgang innerhalb der Gemeinde, aber auch in großen Gesten wie dem Mea Culpa von Papst Johannes-Paul II. in Jerusalem

Das es innerhalb der katholischen Kirche noch genügend Baustellen und Kritikpunkte gibt, steht außer Frage jedoch meine ich, dass man die nur durch Mitarbeit verändern kann.

Mir jedenfalls macht auch und gerade die Mitarbeit in der Gemeinde viel Freude und stärkt mich auch im Glauben. Wiees in der Bibel heißt:
wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, so bin ich mitten unter Ihnen!

Das gemeinsame Gebet, das gefühl mit ähnlich denkenden, gleichgesinnten Menschen an einem Strang zu ziehen läßt den Glauben UND die Werte für den der Glaube steht wachsen.

Liebe Grüße
VOLKER

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10/1963 (wohnhaft im Kraichgau, der deutschen Toskana)
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Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, so würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen -- Martin Luther
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Sabine
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BeitragVerfasst am: 27.03.2006, 08:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Horst,

mit der Kath. Kirche habe ich auch nicht mehr viel zu tun. Durch meine Heirat mit Thomas habe ich engen Kontakt zur evan. Kirche bekommen - wir haben auch evang. geheiratet, meine Schwiemu ist bei "Kirchens" sehr engagiert und bekelidet diverse Ämter, die es nur in der Evangl. Kirche gibt. Ich hatte schon mal ernsthaft überlegt, evangl. zu werden, weil mir der "Kirchengeist" einfach sehr gut gefällt. Es gibt Pfarrerinnen (wir haben hier im Dorf eine! Wink) und dadurch, dass die Pfarrerinnen und Pfarrer auch heiraten und Familien haben dürfen, sind sie oft dem Leben näher und agieren problemorientierter. Es gibt oft ein aktives Gemeindeleben, Kindergärten und Schulen in kirchli. Trägerschaft genießen in der Regel einen guten Ruf (gilt natürlich auch für die kath. Einrichtungen).
Ich finde esa gut und wichtig, wenn Kinder mit der Kirche groß werden können, am Gemeindeleben teilnehmen, Gruppenstunden besuchen etc. Auf diese Weise lernen sie die Werte unserer abendländischen Kulturgesellschaft besser kennen, die ja auf den Werten des christlichen Glaubens beruhen. Ich bin davon überzeugt, dass ein Jugendlicher, der in der Kirche engagiert ist, weit weniger anfällig für "kriminelle Energie" ist, als ein Jugendlicher, der mit der Kirche "nichts am Hut" hat. Damit meine ich nicht, dass ein kirchlich engagierter Jugendlicher nichts hinterfragen und alles, was mit "Kirchens" zu tun hat, einfach so hinnehmen soll. Kritik ist ja durchaus erwünscht - wenn sie konstruktiv ist.
In der Kirche lernen Kinder und Jugendliche Gemeinsinn, Toleranz und erweitern ihren Horizont. Ich würde nie aus der Kirche austreten, denn mit meinen Steuergeldern bezahle ich ja nicht nur die kirchliche Verwaltung, sondern unterstütze damit auch überhaupt Gemeindearbeit, kirchliche Projekte und dass wir überhaupt noch so etwas wie ein "Kirchenleben" haben.
Gerade für Kinder und Jugendliche, aber auch für Senioren und Familien kann die Kirche viel Halt und Geborgenheit vermitteln. In einer Zeit, wo Orientierungslosigkeit und ein gewisses "Abstumpfen" dominieren, kann die Kirche wirksam ein Zeichen gegen diese Trends setzen.
Mir ist aufgefallen, dass Kinder und Jugendliche, die in der Kirche engagiert sind, häufig selbstbewusster sind und bessere Schulabschlüsse schaffen. Die pädagogische Arbeit der Kirche sollte also auch nicht unterschätzt werden.
In unserem Bekanntekreis sind viele Kinderlose aus der Kirche ausgetreten - lt. meiner Schwiemu treten von denen dann wieder welche ein, wenn Kinder da sind... Wink Mit Kindern verändert sich vermutlich wieder der Blickwinkel auf diese Institution.
Auch im Hinblick auf Jan-Pauls Behinderung haben wir noch keine schlechten Erfahrungen mit der Kirche gemacht. Beide Kinder sind evang. getauft (von einem mit uns befreundeten evang. Parrer) und hatten eine schöne Tauffeier.

Lieben Gruß
Sabine

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Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
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janaquinn
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BeitragVerfasst am: 27.03.2006, 08:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sabine, viele von deinen Ansichten kann ich unterstützen, auch mich hat die evangelische Kirche immer mehr faziniert als die katholische, vielleicht weil sie weltoffener ist und ein wenig kritischer.
Was die "kriminelle" Energie betrifft, muß ich dir allerdings widersprechen. Meine Eltern haben meine 4 Geschwister und mich nicht im christlichen Sinne erzogen, aber keiner von uns wäre auf die Idee gekommen, andere zu erpressen, uns zu prügeln o.ä.
Ganz im Gegenteil, wir sind durch die Bank weg alle überaus tolerant, haben uns nie was zu schulden kommen lassen, bis auf die üblichen Jugendsünden, habe mit 18 Jahren meinen ersten und einzigen Joint geraucht Embarassed und danach war mir so schlecht, daß ich diese Dinger nie wieder in die Hand genommen habe!! Mein einziges Laster sind meine Zigaretten und mein Kaffee, sonst komme ich nicht in die Gänge Confused !
Ob ein Jugendlicher kriminell wird oder nicht, liegt allein an der Erziehung der Eltern, denn ein Kind was sich in der Familie geborgen fühlt, was bei meinen Geschwistern und mir nicht immer so war, und einen stabilen Charakter hat, wird der Versuchung widerstehen können, auf die schiefe Bahn zu geraten. Ich glaube, man sollte es nicht verallgemeinern. Gerade in der heutigen Zeit, wo viele eine eher trostlose Zukunft haben oder befürchten, ist eine intakte Familie umso wichtiger, denn auch sie kann einen Halt geben.
Natürlich will ich der Kirche gerade die Gemeindearbeit und die soziale Unterstützung nicht absprechen, ganz im Gegenteil, was sie dort leisten ist absolut phantastisch und sucht ihresgleichen, aber gerade die Zusammenarbeit von Kirche UND/ODER Elternhaus machen am Ende einen Menschen aus.
Denn auch als Nicht-Christ kann man seinen Kindern viele Werte vermitteln, die in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich sind: Toleranz, Respekt vor dem Tun und dem Glauben anderer.
Denn wer seinen Kindern ein Leben ohne Vorurteile vorlebt, dessen Kinder werden dies auch weiterführen und nicht auf die schiefe Bahn geraten, sondern ihren Weg machen und alle Dinge zwar nicht kritikfrei aber zumindest vorurteilsfrei betrachten.

LG Jana

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Nicole&Kevin
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BeitragVerfasst am: 27.03.2006, 08:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Horst,

bringen tuht mir die Kirche nix. Ich bin der Meinung, daß man keine Kirche benötigt, um einen Glauben zu haben.
Ich bin auch kath. erzogen worden, als Kinder wenn wir in die Kirche sollten, haben wir da schon blau gemacht und sind nicht hingegangen.

Bei Familienangelegenheiten, wie Hochzeit, Taufe ect. gehe ich natürlich hin.

Liebe Grüße
Nicole

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Nicole & Kevin , Mitochondriale Myopathie, Komplex 1 Mangel, Epilepsie und Encephalopathie
Peripartale Asphyxie bei Geburt nicht auszuschließen laut zwei Ärzten
Bilder von uns zuhaus:http://www.REHAkids.de/phpBB2/album_personal.php
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Volker VB
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BeitragVerfasst am: 27.03.2006, 09:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Zusammen,

ich denke doch, das die katholische Kirche durchaus weltoffen und auch kritisch ist. Vielleicht kritisch nicht im Sinne des Zeitgeistes. Aber das kann und darf eine Kirche m.E. auch nicht sein. Die Kirche versucht Verantwortung und Verantwortlichkeit zu vermitteln.

Die katholische Kirche hat genau wie die evangelischen Kirchen zu den Problemen der Welt eindeutig und unmissverständlich Stellung bezogen. Und dabei wird auch eine eindeutige Sprache gesprochen.

Das sie natürlich in gewissen Sinne traditioneller ausgeprägt ist, nun das will ich nicht in Abrede stellen. Aber dadurch ist sie vielleicht auch mystischer und hat deshalb auch nach wie vor ihre Anziehungskraft auf junge Menschen-- siehe Weltjugendtag.

Und wenn man einmal mit jungen Katholiken aus Südamerika oder Afrika ins Gespräch kommt, so kann man oft feststellen wie überlagert der eigene Glaube ist, wie säkular die Sicht von uns Europäern ist.

Ich freue mich auf alle Fälle innerhalb dieser Kirche zu sein, die auch im caritativen Bereich eine ganze Menge leistet und die in einer säkularen Welt und einer gedankenlosen Spaßgesellschaft auch den Widerpart bildet und an die Verantwortung des Einzelnen erinnert und appeliert. Und gerade in der Jugendarbeit übernehmen die Kirchen Verantwortung und versuchen diese Werte für die sie stehen zu vermitteln. Das eine Kirche, und das gilt auch für die Evangelischen Kirchen, nicht bequem und angepasst sein darf und kann versteht sich nach meinem Verständnis von selbst.

Gerade in den Fragen die uns im politischen wie im wirtschaftlichen Bereich heute beschäftigen darf und kann die Kirche sich nicht nach irgendwelchen Lobbys richten.

Liebe Grüße
VOLKER

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Brigitte 1953
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BeitragVerfasst am: 27.03.2006, 09:33    Titel: Antworten mit Zitat

@ Hallo Jana,

ich kenne einige Kids aus harmonischen, liebevollen Familien, die kriminell und Drogenabhängig geworden sind.

Alles kann man nun auch wieder nicht auf das Elternhaus schieben.

Die junge Menschen wissen sehr waohl, auf was sie sich einlassen und könnten jederzeit auch die Finger davon lassen!!

Lieben Gruss

Brigitte Very Happy

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Horst
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BeitragVerfasst am: 27.03.2006, 09:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

@ Brigitte 1953: Ja, der Gemeinschaftssinn stärkt alle.
@ Volker: Deine Sicherheit im Glauben ist beeindruckend. Mit dieser Sicherheit würde ich vielleicht weniger Angst vor der Zukunft haben.
@ Sabine: Meine Frau und Tochter sind evangelisch. Ich neige auch zur liberaleren Einstellung der Evangelen, und wenn ich es für meine Tochter tun müßte, würde ich dort eintreten.
@ Jana: Ja, es kommt auf die Eltern an, den Kindern den richtigen Weg zu zeigen, aber ohne ein wenig Religion wollte ich Tamara auch nicht aufwachsen sehen. Sie soll selbst entscheiden, wenn sie mehr davon will. Übrigens, Jana, das mit Kaffee und Zigarretten, da bist Du nicht allein Wink
@ Nicole: So etwa hab ich bisher auch gedacht. Aber ich bin mir nicht mehr so sicher. Deshalb hab ich ja hier gefragt.

Danke an Euch alle schon mal, und ich bin neugierig, welche Meinungen noch kommen.

Gruß, Horst

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BeitragVerfasst am: 27.03.2006, 09:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Zusammen, ich finde es sehr gut, wenn jemand zu seinem Glauben steht, darin gefestigt ist und ihn so lebt, wie es viele hier tun. Denn gerade Glaube ist kein "larivari" Ding, sondern für viele ist er Halt und Sicherheit in einer Welt, die immer mehr aus den Fugen gerät, in der die Schere zwischen Arm und Reich immer größer wird und viele sich selber näher sind, als jedem anderen.
Jeder von uns sucht sich einen eigenen kleinen Raum zu schaffen, in welchem er sich sicher und geborgen fühlt, ob im Glauben oder der Familie.
Ich muß sagen, daß weder in diesem Forum noch in einer der beiden Kirchen je jemand versucht hat, mich zu missionieren.
Ganz im Gegenteil und das finde ich sehr gut.
Mit der katholischen Kirche habe ich, gerade als meine geliebte Mama im Sterben lag, eine persönlich sehr schöne Erfahrung gemacht!!
Sie lag damals in einer "normalen" Klinik, wo die Ärzte und Schwestern hoffnungslos überfordert und überarbeitet waren, wo man sterbenskranke Patienten im hintersten Zimmer "geparkt" hat und sie eigentlich mehr als Last angesehen haben.
Sowohl meine Geschwister als auch ich, konnten und wollten diese Nicht-Achtung unserer Mutter mit anschauen und akzeptieren. Nachdem wir, das erste mal seit 10 Jahren, wieder an einem Tisch gesessen haben, wurde beschlossen, daß die beiden ältesten Brüder ins Katholische Krankenhaus gehen und dort eine Bittstellung machen, damit sie unsere Mutter auf die dortige Paliativ-Station verlegen. Wir wußten genau, daß unsere Mama nicht mehr lange zu leben hat, und diese letzten Tage wollten wir menschenwürdig gestalten und ein Sterben in Würde ermöglichen!!
Auf unsere Bittstellung hin, ging am nächsten Tag eine Schwester in das Krankenhaus, wo meine Mama lag und noch am selben Tag wurde sie verlegt.
Wäre sie in dem anderen Krankenhaus an irgendwelche Geräte angeschlossen worden, um das Sterben zu verlängern, obwohl sie schon lange nicht mehr bei uns war, hat man ihr im Katholischen Krankenhaus ein Sterben in Würde ermöglicht. Man hat sie aufopferungsvoll gepflegt und versucht ihr die schlimmsten Schmerzen zu nehmen. Als ich meine Mama, eine Woche vor ihrem Tod das letzte Mal gesehen habe,hat sie mich schon nicht mehr erkannt, weil der Krebs mittlerweile schon im Gehirn Metastasen gebildet hat. Ich habe geweint, wie ein kleines Kind, denn ich wußte, ich habe sie das letzte Mal gesehen, eine Schwester kam und nahm mich einfach nur in den Arm und ich konnte mich ausweinen. Es tat gut. Ich bin an diesem Tag abgereist, denn ich hatte keine Kraft mehr, die ich hätte meiner Mutter geben können und einen kleinen Sohn zu hause, der mich brauchte. Ich habe allerdings bis heute Schuldgefühle, daß ich gefahren bin, aber was sollte ich machen.
3 Tage bevor sie starb, wurde sie in ein Einzelzimmer verlegt und meine Geschwister konnten rund um die Uhr bei ihr bleiben.
Am 25.07.03 kam die gefürchtete und gleichzeitig ersehnte Nachricht, daß sie von ihren Qualen erlöst wurde, 2 Tage nach ihrem 66. Geburtstag.
Wir, meine Geschwister und ich, sind dem Team der Paliativ-Station im Katholischen Krankenhaus bis heute dankbar, daß sie unsereMutter auf ihren letzten Weg begleitet und ihn erleichtert haben.

Das ist eine sehr positive Erfahrung mit der Katholischen Kirche und ihrer Arbeit.

LG jana

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http://moelnboleben.blog.de/
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