mein Name ist Silke und ich suche andere Eltern, welche mit ihrem Kind schon einmal eine Petö-Therapie gemacht haben. War schon jemand vom Verein Fortschritt Nordhessen e.V. in Kassel? Ich fahre mit David von Sonntag an für 2 Wochen hin. War schon jemand in Oberhausen oder in Ungarn? Weiß jemand ob es im MTK Petö gibt?
Verfasst am: 06.04.2004, 09:58 Titel: Wir versuchen es im Sommer
Hallo Silke,
bei uns in der Nähe (40 km weg in Wiesloch) gibt es auch eine Petö-Gruppe, die zum einen ein Sommerseminar (3 Wochen) anbietet, aber auch einen wöchentlichen Kurs.
Ich bin jetzt einfach mal nachmittags hingefahren und habe mir das angeschaut. Gut fand ich dabei, dass die Kinder sich selbst motivieren müssen, etwas zu tun und dass es in einer Gruppe geschieht. Dadurch werden sie noch etwas angetrieben;-)) Es ist nicht nur Bewegung, sondern sie versuchen auch mit unterschiedlichen Materialien (Fingerfarben, Sandsäcken, Knete) andere Sinne anzusprechen.
Ich habe mich jetzt entschieden, im Sommer ein Seminar mitzumachen. Wenn ich Glück habe, wird es sogar über die Eingliederungshilfe vom Sozialamt bezahlt.
Falls es sich als gut erweist und vielleicht auch noch die Leute nett sind, würde ich das weiter machen. Falls es für Stella nichts ist, war es halt einen Versuch wert.
Viele Grüße _________________ Sabine mit Stella (06/2002, fröhliches Rollikind, globale Entwicklungsverzögerung unbekannter Ursache, spricht nicht, hat aber ein gutes Sprachverständnis, Schluckstörung)
diese Krankengymnastik stammt von einem ungarischen Arzt. Die größten Unterschiede sind, dass die KG in einer Gruppe stattfinden und dass die Kinder eine möglichst große Selbständigkeit erreichen sollen. Dabei kommt es weniger auf das Wie an, sondern dass sie alleine krabbeln/laufen etc.
Nach Vojta sind ja keine Hilfsmittel erlaubt, solange sich das Kind nicht selbst hinstellen kann. Dort gibt man den Kindern Stöcke etc. frühzeitig an die Hand, damit sie selber vorwärts kommen. Man macht viele Übungen, um den Körper zu erspüren, singt aber auch dabei. Hilfsmittel sind dabei eine Pritsche, ein Stuhl mit Sprossenlehne etc.
Ich habe aberden Eindruck, dass die Kinder geistig relativ fit sein müssen, damit sie den Anweisungen folgen können (Daher bin ich mir bei Stella auch nicht so sicher, ob das im Sommer funktioniert)
Außerdem gibt es wohl Gegenstimmen, die sagen, dass diese Kinder schneller an den Hüften operiert werden müssen, weil sie Bewegungen machen, die noch nicht an der Zeit sind.
Außerdem wird diese Art der KG nicht oder nur selten von der KK übernommen.
Ende August werde ich wohl näheres berichten könnne. Wir machen das, weil ich nach fast zwei Jahren Vojta und Bobath einfach mal was neues brauche. Außerdem lässt sich Stella eigentlich ganz gut animieren, ist gerne mit Kindern zusammen und ich finde die Idee, drei Wochen am Stück zu arbeiten, in unserem Fall ganz gut. Danach wollte ich sowieso eine längere Therapiepause einlegen.
Viele Grüße _________________ Sabine mit Stella (06/2002, fröhliches Rollikind, globale Entwicklungsverzögerung unbekannter Ursache, spricht nicht, hat aber ein gutes Sprachverständnis, Schluckstörung)
Unsere Frühförderin hat für Jan-Paul Petö vorgeschlagen - allerdings nicht jetzt schon, sondern erst in ein bis zwei Jahren, weil JP nach längeren Therapieeinheiten immer noch sehr erschöpft ist und in dieser Hinsicht einfach noch etwas belastbarer werden muss.
Ich glaube auch, dass das eine gute Sache ist, denn bei JP steht mittlerweile immer mehr die hypotone Körperbehinderung im Vordergrund. Er hat einen unglaublichen Bewegungswillen, den ich für ein derart hypotones Kind immer wieder erstaunlich finde.
Da er alle Therapien gut annimmt und sehr motiviert ist, werden wir es mit Petö versuchen. Ein entsprechendes Zentrum soll es in Oberhausen (Ruhrgebiet) geben.
JPs Frühförderin wird mir bei ihrem nächsten Besuch entsprechendes Info-Material mit an die Hand geben.
Habt ihr schon mit Petö Erfahrungen gemacht?
Lieben Gruß und erholsame Pfingsttage,
Sabine
P.S.: Sabine, ich habe gerade noch mal deinen Beitrag gelesen und bin gespannt, was du im August zu berichten hast. Ich wünsche euch schon jetzt alles Gute und viel Erfolg.
mein Sohn Alexander macht seit der Eröffnung 1997 die Petö-Therapie in Oberhausen. Einmal wöchentlich und im Moment einmal im Jahr für 4 Wochen Blocktherapie. Petö war bis jetzt die effektvollste Therapie für meinen Sohn, außer Castillo Morales für die Mundmotorik. Wir haben vorher auch Vojta und Bobath gemacht. Aber gebracht hat eigentlich nur Petö etwas.
Unter www.zentrum-konduktive-therapie.de kannst Du Dir schon mal vorab einen Eindruck unseres Zentrums machen. Seit kurzem haben wir auch eine neue Informationsbroschüre. Solltest Du daran Interesse haben, kann ich sie Dir besorgen.
Aber warum wollt Ihr noch ein bis zwei Jahre warten? Meiner Meinung nach kann man nicht früh genug damit anfangen. Alexander war bei Beginn der Therapie in Ungarn schon 3 1/2 Jahre alt, aber auch nur deshalb, da wir vorher nichts davon wußten.
Liebe Grüße
Ulli _________________ Alexander 10/91 spastische Tetraparese, Epilepsie, Christina 5/90 und Niklas 10/2002 ADHS
vielen Dank für deine Infos. Ja, ich hätte Interesse an der Broschüre. Ich weiß allerdings nicht, ob unsere Frühförderin sie mir nicht nächste Woche mitbringt. Da sage ich dir dann noch Bescheid. Sie wollte mir Info-Material beim nächsten Besuch mitbringen. Sollte sie die neueste Broschüre nicht mitgebracht haben, kannst du sie mir gerne zuschicken (Porto schicke/überweise ich dir dann).
Wir wollen deshalb noch ein bisschen warten, weil Jan-Paul immer noch sehr schnell erschöpft und nach kurzen Therapieeinheiten längere Schlaf- und Erholungspausen braucht. Und bei Petö geht´s ja ganz gut zur Sache... Im August steht jetzt der Kindergarten an und da soll er sich auch erst mal ein bisschen eingewöhnen.
Zu viel auf einmal ist nichts für Jan-Paul - dann schläft er nur noch und ist völlig durch den Wind.
Danke noch mal für deine schnellen Infos. Gucke mir gleich noch mal die Homepage an.
Lieben Gruß,
Sabine _________________ Unsere Vorstellung? -> hier klicken
Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
REHAkids - Das Forum für besondere Kinder
Alexander wird eigentlich auch sehr schnell müde und er hat enorme Konzentrationsschwierigkeiten. Bei Petö war er allerdings von Anfang an eines der aufmerksamsten Kinder und hat auch mit am längsten durchgehalten. Ich staune immer wieder, wie mein Sohn sich in dieser Therapie macht. Man könnte meinen, es wären zwei verschiedene Kinder.
Die neue Informationsbroschüre von Oberhausen ist in grün gehalten. Solltest Du sie nicht bekommen, dann schreib mir eine pn mit Deiner Adresse und dann schicke ich sie Dir zu.
Eine Zeitlang war mein Sohn auf der Homepage zu sehen, mittlerweile haben sie dort aber andere Bilder reingestellt.
Liebe Grüße
Ulli _________________ Alexander 10/91 spastische Tetraparese, Epilepsie, Christina 5/90 und Niklas 10/2002 ADHS
Hallo,
wir haben als Benjamin ca. 2,5 Jahre alt war ungefähr sechs Wochen lang Petö gemacht. Die Kosten wurden damals über die Eingliederungshilfe (Sozialamt) übernommen , denn die KK hatte die Übernahme abgelehnt. Die Therapie fand an drei Tagen pro Woche statt in einer ganz neuen Einrichtung mit zwei ung. Konduktorinnen , die Leitung hatte eine Sozialpädagogin. Die Einrichtung stand ganz am Anfang und sollte als Kindergarten,Tagesstätte...ausgebaut werden. Sie hat aber nach wenigen Monaten wieder geschlossen und konnte sich nicht halten.
Benjamin war dabei von Anfang an überfordert und heute würde ich kein Petö mehr bei ihm machen. Er hat die deutlichen Anweisungen überhaupt nicht verstanden und ich bin der Meinung, dass Petö nur bei Kindern die geistig fit sind wirklich ankommt. Es ist für Spastiker bestimmt eine gute Therapie, aber für schwere geistige Behinderungen total ungeeignet. Das Musikalische hat ihm sehr gut gefallen , aber die genauen Übungsanweisungen kamen bei ihm nicht an. Der Junge neben ihm hatte mit seiner Spastik schwer zu kämpfen, aber er verstand was er dort soll.
Nach langer Überlegung habe ich das Ganze nach sechs Wochen abgebrochen und nicht bereut.
Gruß Anja _________________ Anja mit Benjamin 03/97- schwere Mehrfachbehinderung wahrscheinlich durch 6- fach-Impfung, Muskelhypotonie,Wahrnehmungsstörungen/aut. Züge, Epilepsie, Skoliose, PEG - Martin 02/92 und Laurin 05/09
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